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Okt
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Italien: Konzert der Neonazi-Band „Absurd“ verhindert

Update 22.10.2012: Unser Bericht über die Absage des „Absurd“-Konzerts in Retorbido sorgt für Aufruhr in der neonazistischen Black Metal-Szene, zahlreiche braune Black Metal-Fans haben uns kontaktiert und geben bekannt, das Konzert habe doch stattgefunden. Alle Bands hätten gespielt, schreibt da etwa ein „Lukas M.“, die Location habe sich vier Mal geändert, selbst am Tag vor dem Konzert habe man nochmals den Veranstaltungsort gewechselt. Die Verhinderung des Konzerts in Retorbido und die Tatsache, dass – glaubt man „Lukas M.“ – vier Anläufe benötigt wurden, um einen Veranstaltungsort zu finden, ist dennoch als Durchbruch bei der Bekämpfung neonazistischer Musik in Italien und als Rückschlag für die europäische NS-Black-Metal-Szene zu werten. Auch wenn das Konzert an anderer Stelle – und wohl mit deutlich geringerer BesucherInnenzahl als ursprünglich vorgesehen – stattgefunden haben dürfte. Nur selten werden derartige Veranstaltungen in Italien überhaupt unterbunden.

Es sollte einer der raren Auftritte der deutschen Neonazi-Black-Metal-Band „Absurd“ werden. Für den gestrigen Samstag, 20. Oktober, wurde ein Konzert mit der Gruppe im italienischen Retorbido (Provinz Pavia) angekündigt. Als Veranstalter trat ein Mitglied der ebenfalls angekündigten französischen NS-Black-Metal-Bands „Ad Hominem“ und „Frangar“ auf, des weiteren standen auch die Gruppen „Kaiserreich“ (diese Band spielte bereits im März 2010 gemeinsam mit „Absurd“ im italienischen Brescia) und „Aghone“ auf dem Programm. Insgesamt sollten 450 Karten für das Konzert verkauft werden. Der neonazistische Untergrund der deutschen Black Metal-Szene freute sich bereits auf das braune Stelldichein und organisierte Konzertreisen sowie den Ticketverkauf im deutschen Sprachraum. Im Internet-Netzwerk „Facebook“ hatten insgesamt mehr als 600 Personen ihre Teilnahme angekündigt.

"Absurd"-Tonträger mit einem Portrait-Foto des NS-Verbrechers Adolf Eichmann

„Absurd“-Tonträger mit einem Portrait-Foto des NS-Verbrechers Adolf Eichmann

Italien galt bisher als „sicherer Hafen“ für Neonazi-Veranstaltungen, somit wurde im Internet auch völlig offen Werbung für dieses Konzert gemacht. Doch es kam anders als gedacht: Bereits Wochen vor der Naziveranstaltung schrieben italienische Medien kritische Berichte über das „Absurd“-Konzert (siehe etwa hier). Tullio Montagna, Präsident der „Associazione Nazionale Partigiani d’Italia“ (einer Vereinigung ehemaliger Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkrieges) der Region Pavia intervenierte beim Bürgermeister und Stadtrat von Retorbido – die Folge war ein Verbot der Veranstaltung (siehe hier). Hendrik Möbus, der mit seinem braunen „Merchant of Death“-Internetversand den Vertrieb von Konzertkarten im deutschsprachigen Raum übernommen  hatte, musste in der Folge den Verkauf stoppen, die Ankündigung der Veranstaltung auf Facebook wurde gelöscht. Über die Gründe für diese Maßnahmen wurde ein Mantel des Schweigens gehüllt. Auf der Facebook-Seite des Veranstaltungslokals „Carlito’s Way“ wurde wenige Tage vor dem Nazikonzert verkündet, dass man für die nächste Monate aufgrund einer Renovierung geschlossen habe. Ein Konzert am 2. November (mit der rechten Neofolk-Band „Fire & Ice“ sowie den Gruppen „Ianva“ und „Vurgart“) finde jedoch statt. Das „Absurd“-Konzert wird hingegen mit keiner Silbe erwähnt. Seit dem Jahr 2010 finden im „Carlito’s Way“ immer wieder Veranstaltungen mit Bands aus dem braunen Spektrum des Black Metals statt.

Die nunmehrige Absage des Konzerts ist bereits die zweite bedeutende Niederlage für den europäischen Neonazi-Black-Metal-Untergrund innerhalb weniger Wochen. Erst Ende September wurde in Tschechien eine ähnliche Veranstaltung, noch bevor die Hauptbands auftreten konnten, von der Polizei aufgelöst.

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