01
Okt
12

Zatec (Tschechien) – NSBM-Konzert von Hendrik Möbus durch Polizei aufgelöst

Alles hätte so schön sein können. Noch im August verkündete Hendrik Möbus, brauner Versandhausbetreiber und Konzertveranstalter, stolz und glücklich im Forum des rechtsextremen Labels „Christhunt Productions“, es werde Ende September ein Konzert  mit den Bands „Feuernacht“, „Selbstmord“, „Permafrost“ und „Dark Earth“ im tschechischen Zatec stattfinden. Die Bedingungen in Zatec seien „erstklassig, deshalb gibt es im Moment auch keinen Bedarf woanders hin zu gehen. Auch hier bei uns gibt es doch feste Veranstaltungsorte, an denen „immer alles“ stattfindet weil es eben passt.“ Und tatsächlich sah alles danach aus, dass wieder einmal, wie schon öfters in jüngster Vergangenheit, ein braunes Black-Metal-Konzert ungestört von jeglichem Protest oder behördlichem Einschreiten in Zatec über die Bühne gehen könne. Noch am Tag vor dem Konzert verkündete Möbus übermütig: „Morgen Kinder wird’s was geben…“. Damit, was es geben würde, rechnete er aber wahrscheinlich nicht. Nachdem die Vorgruppen „Feuernacht“ (Österreich) und „Permafrost“ (Deutschland) gespielt hatten, stürmte laut eigenen Aussagen eine Spezialeinheit der tschechischen Polizei das Konzert. Die Veranstaltung wurde beendet, die tschechische Band „Dark Earth“ und der Headliner des Abends, die polnische NSBM-Band „Selbstmord“, konnten nicht mehr auftreten. Möbus kann die Niederlage dennoch nicht eingestehen: Immerhin hätten „Selbstmord (…) in einer Hotelküche quasi ein Ein-Mann Konzert ohne Schlagzeuger zum Besten“ gegeben und habe das Konzert „doch stattgefunden“. Außerdem habe es sich um eine „legale und genehmigte Veranstaltung“ gehandelt, „die weder wegen dem Veranstalter noch wegen den Bands ein verfrühtes Ende gefunden“ habe. Der Abbruch des Konzerts sei „nämlich von Idioten im Publikum provoziert“ worden, attestiert er wehleidig. Sogar „zwischendurch eine klare Ansage von der Bühne“ habe es gegeben, „welche auf die besondere „Gefahrenlage““ hingewiesen habe und trotzdem habe sich „das“ fortgesetzt, daher liege „auch der Gedanke an gezielte Sabotage durch bezahlte Spitzel und Provokateure nicht mehr fern.

Auch Dennis Schoner von der NSBM-Band „Totenburg“ ist erzürnt: „Na ja es wird immer solche Leute geben ob nun bezahlt oder eben nicht, am besten den SaalSchutz schleunigst dazu bewegen, das diese Personen entfernt und bei weiteren Konzerten ausgeschlossen werden, auch wenn dann rum geheult wird. Besser durch greifen und zeigen das so ne Nummer eben nicht läuft, als angepisst wie ein „pudel“ dastehen“. (Fehler im Original)

Gemeint sind offenbar das Tragen von NS-Symbolen und Nazi-Grüße, die zum – laut eines Berichts der tschechischen Zeitung „Denik.cz“ – dreimaligen Einschreiten der Polizei und Festnahmen von drei KonzertbesucherInnen im Abstand von mehreren Stunden geführt haben dürften. Um Mitternacht löste die Polizei demnach das Konzert auf. Selbst aus den eigenen Reihen erntet Hendrik Möbus nach seinem Rundumschlag gegen seine „Kameraden“ Unverständnis: „Was für Provokationen sind das denn? Du organisierst ein neonazi Konzert und wundert dich, dass da Leute am abhitlern sind und in Tshirts mit Hakenkreuze drauf rumlaufen?  Sind diese Leute denn „schuld“, oder könnte man evt zwei mal nachdenken bevor etwas in diese Art zu organisieren, wovon man einfach weiß, dass sölche Leute da hinfahren?“ (Fehler im Original). Ein Anderer ist da schon nachdenklicher: „Soviel übrigens zum Thema „Sichere Konzert-Locations anno 2012„…“


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