29
Okt
11

Sacha Korn tritt bei NS-Black Metal-Konzert auf

Sacha Korn, Berliner Pop-Rocker und Produzent, sägt immer mehr an seinem „unpolitischen“ Image: Vor einigen Monaten war publik geworden, dass mehrere seiner Lieder auf einem Tonträger der deutschen Neonazi-Partei NPD veröffentlicht wurden. Korn behauptete dahingehend, es gäbe keine Kooperation zwischen ihm und der NPD, diese habe die Nutzungsrechte an den Liedern über ein Management in Kanada erworben. Auch für sein von ihm mit der Neonazi-Zeitschrift „Hier & Jetzt“ geführtes Interview hatte Korn eine Erklärung: Nachdem er in den letzten Jahren viel im Ausland unterwegs gewesen sei, sei ihm die Unterteilung in „gute“ und „böse“ Presse nicht so geläufig. Abgesehen von diesen beiden Geschichten zeugen jedoch auch nationalistische, revisionistische und rassistische Äußerungen sowie Liedtexte Korns von seiner ideologischen Nähe zur extremen Rechten (Quelle).


Konzertflyer von „Totentanz Konzerte“

Heute Abend will Korn nun offenbar endgültig jede Trennlinie zur Neonazi-Szene brechen: Er tritt bei einem Konzert der rechten Szene im sächsischen Rothenburg/Geheege gemeinsam mit mehreren NS-Black Metal-Bands auf. Unter dem Motto „The Dark Powers Return“ veranstaltet Hendrik Möbus, Multifunktionär der neonazistischen Black Metal-Szene (so ist er Ex-Schlagzeuger der Band „Absurd“, Betreiber des braunen „Merchant of Death“-Internetversands, der Konzertagentur „Totentanz Konzerte“ und des Labels „Darker than Black“) ein Konzert mit den Gruppen „Silva Nigra“, „Sekhmet“ und „Mogon“.
Ein (2010 verstorbenes) Mitglied von „Silva Nigra“ meinte etwa in einem Interview: „Silva Nigra ist keine NSBM-Band. Der Nationalsozialismus ist mein inneres Gedankengut. (…) Nationalsozialismus ist richtige Lebensideologie in dieser korrupten Welt! Aber neue NS Ideologie, keine antislawische Ideologie von A. Hitler. Viele Fehler wurden beendet während des Zweiten Weltkriegs, aber Probleme mit Juden, Zigeunern konnten gelöst werden (…)“. Auch ein Mitglied der Band „Sekhmet“ bekannte sich im Interview zum Nationalsozialismus: „Ich möchte sagen, dass ich den Nationalsozialismus nicht in die Musik von Sekhmet einfließen lasse. Es ist nur meine persönliche Meinung, an die ich glaube. Seit meiner Kindheit lebe ich in einer Stadt voll mit Zigeunern, Vietnamesen und anderen Immigranten, somit hat sich mein Denken seit meinen frühen Jahren geändert. Ich denke, dass Adolf Hitler eine wichtige Person für diese Welt war (…)“. Bei der Band „Mogon“ handelt es sich um ein Projekt des Sängers der deutschen RAC-Band „Wolfskraft“.

Auch der stilistisch unpassende Sacha Korn soll samt Band im braunen „In-Lokal“ „Zur Deutschen Eiche“, in dem Möbus schon öfters Konzerte ausrichtete, auftreten.

Selbst in der rechten Szene ist man verwundert über ein solches Konzert-Lineup: „Irgendwie passt das echt nicht zusammen“ schreibt etwa „Faustschlag“, User des rechten „Christhunt Productions“-Forums. Der User „Nordglanz“, Administrator des „Nationale Revolution“-Forums, freut sich hingegen: „Das ist mir ja mal ne passende Bandzusammenstellung (…) War auf Sach[a] Korn bezogen, da dieser eigentlich ziemlich seichten Poprock bis hin zum Rock macht und das nicht wirklich in die Richtung der anderen drei passt aber schön wenns klappt und auch schön zu sehen das Sacha Korn auf „unseren“ Konzerten spielt (stand unter anderem auch schon als Rammsteinvorband auf der Bühne). Ich hoffe es haut alles hin. Viel Glück“.

Aber da braucht sich „Nordglanz“ bestimmt keine Sorgen machen. Üblicherweise gehen Neonazi-Konzerte im Osten Deutschlands ohne jegliche Hindernisse der Behörden über die Bühne…


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