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Misserfolgs-Serie für Hendrik Möbus

Es läuft nicht gut für Hendrik Möbus und seine Konzertagentur „Totentanz Konzerte“ – dabei hatte das Jahr 2009 so gut geendet. Zwei Konzerte im November und Dezember – jeweils mit extrem rechten Black Metal Bands – konnten in der Nazischeune in Kirchheim problemlos über die Bühne gehen. Weil es so gut klappte, kündigte Möbus fürs neue Jahr gleich drei weitere Konzerte an (siehe hier). Jedoch schon das erste Konzert im Jänner 2010 mit der französischen NSBM-Band „Ad Hominem“, die unter dem Projektnamen „The Call“ auftreten sollte, wurde von der Polizei verhindert. Um dies bei den beiden für Februar und März angekündigten Konzerten nicht auch zu erleiden, kündigte Möbus die Konzerte als „geschlossene Veranstaltungen“, für die man eine persönliche Einladung benötigte, an. Das Konzert im Februar – die polnische Band „North“ sollte auftreten, wurde offenbar aufgrund von „Schwierigkeiten bei der Suche nach Bands“ und „mangelnde[m] Interesse bei den Fans“ abgesagt. Und gestern Abend, 13. März, wurde nun auch das Konzert mit den polnischen Bands „Infernal War“, „Iperyt“ und „Ignis Uranium“ von der Polizei verhindert. Im Forum des rechtsextremen Labels „Christhunt Productions“ ist man ziemlich angepisst: „So langsam gehen mir die Bullen tierrisch auf den Sack, am Ortseingang wird man rausgewunken denkt an nichts böses(normale kontrolle wie immer halt) und bekommt sofort nen Platzverweis mit den Hinweis die Veranstaltung findet nicht statt…..“[Fehler im Original].


6 Responses to “Misserfolgs-Serie für Hendrik Möbus”


  1. 1 Interessierter Leser
    März 15, 2010 um 6:05 pm

    Gibt es von der Polizei eine Begründung für die Aktion? So ohne Weiteres lässt sich doch so eine Veranstaltung nicht verbieten und ich kann bei kurzer Recherche bei den drei Bands keinen Verbotsgrund erkennen. Dass Infernal War einmal Infernal SS hießen und Bandmitglieder rechte Äußerungen machten, dürfte doch kaum als Grund ausreichen?

  2. 2 fightfascism
    März 15, 2010 um 8:27 pm

    Vielleicht liegt es ja daran, dass es ein Konzert eines Neonazis (Hendrik Möbus, seit Jahrzehnten aktiv, abgesehen von den Zeiten, zu denen er im Knast war) für Neonazis mit Neonazi-Bands an einem Veranstaltungsort („Erlebnisscheune“ Kirchheim, dort finden regelmässig braune Veranstaltungen statt), der von Neonazis betrieben wird, gewesen wäre? Das ist natürlich nur eine Vermutung eines Unwissenden.

  3. 3 Interessierter Leser
    März 15, 2010 um 9:49 pm

    Danke für die Antwort, aus der ich jedoch nicht ganz schlau werde. Von deinen genannten Punkten wäre der einzige relevante die Sache mit den Nazi-Bands. Dass ein Neonazi für Neonazis ein Konzert an einem einschlägig bekannten Ort veranstaltet ist wohl leider(?) in Deutschland nicht verboten. Auch wenn Neonazis gegen die demokratischen Verhältnisse sind, können sie denoch die demokratischen Grundrechte für sich in Anspruch nehmen. Wäre also zu klären, ob die Bands strafrechtlich relevante Botschaften in ihren Liedtexten verbreiten. Und dafür habe ich bisher noch keine gesicherten Quellen finden können.

  4. 4 fightfascism
    März 16, 2010 um 9:00 am

    Die Handhabe, was Neonazi-Konzerte betrifft, ist in Deutschland höchst unterschiedlich. Mal wird ein Konzert mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aufgelöst, ein anderes Mal schaut man zu, wenn sich hunderte Braune an bekannten Bands erfreuen. Was genau da dahinter steht, da blick ich auch noch nicht ganz durch.

    Neonazi-Konzerte sind in Deutschland wohl im Prinzip schon verboten, weil ja klar ist, dass gegen diverse Paragraphen wie z. B. Verhetzung, Tragen von verbotenen Kennzeichen usw. verstossen werden wird. Viele dieser Bands haben ausser Saufliedern ja kaum Liedern, in denen nicht verhetzt wird. Daher sind von der NPD veranstaltete Konzerte auch immer mit zahlreichen Auflagen versehen, dass sie überhaupt stattfinden dürfen, ist natürlich trotzdem ein Wahnsinn.

    Auch bei den Konzerten von Möbus sieht man, wie unterschiedlich die Polizei agiert. Im letzten Jahr machte man gar nichts, heuer wurden bereits zwei Konzerte aufgelöst. Wie genau die Polizei dies argumentiert, wissen wir nicht. Unserer Meinung nach müsste jedes Neonazi-Konzert aufgelöst werden, solchen Bands darf keine Bühne geboten werden. Und wie gesagt – es ist im vorhinein klar, dass gegen bestehende Gesetze verstossen wird und da können sich die Nazis auch auf ihre Grundrechte nicht mehr berufen, wenn sie selbst gegen Gesetze verstossen.


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