08
Mrz
10

Extrem rechte BM-Bands „Horna“ und „Angantyr“ auf Europa-Tour

Die finnische Band „Horna“ befindet sich im März 2010 auf Europa-Tour. Auch in Deutschland und Österreich sind mehrere Auftritte geplant. Obwohl bereits hinlänglich bekannt sein dürfte, dass die Band sich im rechtsextremen/ neonazistischen Flügel der Black Metal-Szene bewegt, stellt dies für die Verantwortlichen der veranstaltenden Clubs offenbar kein Problem dar. Ville Pystynen, Frontmann der Band, ist bekennender „Nationalsozialist“ und vertreibt und produziert mit seinem Label „Grievantee Productions“ neonazistische Tonträger. Dazu kommen zahlreiche Plattenproduktionen von „Horna“ bei einschlägigen Labels oder gemeinsam mit neonazistischen Musikgruppen, z. B. mit „Legion of Doom“ und „Sacrificia Mortuorum“.

T-Shirt der Band „Legion of Doom“ – Spielgefährten von „Horna“

Auftritte von „Horna“ sind am 18. März in der „Markthalle“/“Marx“ in Hamburg, am 19. März im „Helvete“ in Oberhausen, am 24. März im „N8“ in Osnabrück, am 25. März im „Metropolis“ in München, am 26. März im „Club Wind“ in Zwönitz und am 29. März im Club „Szene“ in Wien geplant.

In der Vergangenheit wurden Konzerte mit „Horna“ bereits abgesagt, nachdem die VeranstalterInnen über die Hintergründe der Band informiert wurden, so z. B. bei einer „Horna“-Tour im Jahr 2006 zwei Konzerte in Littau (Schweiz) und Bremen.

Unterstützt bei der aktuellen Tour werden „Horna“ von der dänischen Band „Angantyr“. Auch der Frontmann dieser Band fiel in der Vergangenheit durch seine menschenverachtende und antisemitische Ideologie auf: In einem Interview auf seine Zukunftvisionen angesprochen, gab er zur Antwort, dass jeder sehen könne, wohin sich die Welt entwickle, “mit all den Juden-kontrollierten multirassischen multinationalen Firmen, die den letzten Tropfen reinen Blutes aus der Welt saugen”. Man habe jetzt dagegen aufzustehen. Auch der Frontmann der Band „Taake“, Ørjan Stedjeberg, die ebenfalls bei den Konzerten auftreten soll, scheint dubiose Ansichten zu haben. Nachdem er 2007 bei einem Konzert in Essen mit einem auf die Brust aufgemalten Hakenkreuz aufgetreten war, was zu einem entsprechenden Aufschrei in der Metal-Szene führte, distanzierte er sich wortreich vom Neonazismus. Nun geht seine Band gemeinsam mit extrem rechtslastigen Bands auf Europatour.


11 Responses to “Extrem rechte BM-Bands „Horna“ und „Angantyr“ auf Europa-Tour”


  1. März 11, 2010 um 1:54 pm

    Should you not be fighting the real political bands who, as I can see, are free to play any concerts they want, or you attack black metal bands now because most black metal people are just sheep among other sheep and will submit to any terror submitted unto them?

    Show me ONE piece of evidence from any HORNA released demo, EP, CD or LP which has political lyric, message or picture and say then HORNA is an NS band. Wait, you can’t because such thing does not exist! Try get it already, HORNA is a satanist black metal band, devil-worship and occultism at a deeper level than most bands out there. No politics – never was!!!

    We personally invite any people who think against us to come see the gigs, you will not be able to see anything even remotely politic – just pure black energy channelled through our congregation!

  2. 2 fightfascism
    März 11, 2010 um 4:11 pm

    YOU YOURSELF, Shatraug, have released several Neo-Nazi-records – with YOUR label GRIEVANTEE PRODUCTIONS, for example:

    Kristallnacht – Blooddrenched Memorial DLP
    Hammer – „Shoax“ LP

    YOU are also making money with distributing Neo-Nazi-records from „Der Stürmer“ and „Stormfront 88“ and so on…

    • 3 Shatraug
      März 12, 2010 um 10:06 pm

      …and this has something to do with HORNA? About as much as helping your grandma. I pick bands for release based on musical merit and all bands have to support satanism to be among the Grievantee ranks.

      And another thing, don’t you think a naziband would have been killed playing in Mexico??? Weird, huh, we’re still alive! Luckily the fans and organizers there see what HORNA really stands for!

  3. 5 Igor
    März 11, 2010 um 9:43 pm

    Ich bin der Promoter eines der Konzerte von Horna und Angantyr auf ihrer Tour und das macht mich noch lange nicht zu einem Nazi! Ich habe bereits viele linksgerichtete Bands gehabt und fühle mich auch nicht als Kommunist.
    Die Realität ist viel komplizierter und nicht einfach schwarz-weiß.

    warum bitte schön schaltet ihr nicht meinen letzten Kommentar frei?

  4. 6 alleiniger Demokrat
    März 13, 2010 um 9:14 am

    Wenn noch eines der Konzerte der Taake Tour abgesagt wird beginne ich mal wieder an meiner politischen Ausrichtung zu zweifeln. Selbst eigentlich links, Die Linke wählend, Crust Fan etc. Aber in dem Sinne wie die Antifa und selbsternannte linke Vereinigungen Kunstzensur betreibt (mehr findet effektiv nicht statt, diese Hexenjagd ist entsetzlich) lässt mich langsam an meiner eigenen Ausrichtung zweifeln. Ich habe keine lust mehr mir unpolitische Konzerte von Leuten verbieten zu lassen, die keine Ahnung haben! So entstehen ernsthaft eine neue Konservative….

  5. 7 fightfascism
    März 13, 2010 um 10:18 am

    achso, „kunstzensur“ also? du verlierst interessanterweise KEIN EINZIGES wort über die aussagen von „shatraug“, in denen er sich zum nationalsozialismus bekannte. du verlierst kein wort über seine aktivitäten als plattenlabelbetreiber. horna und auch der bandleader von angantyr liebäugeln massivst mit einer menschenverachtenden ideologie, insofern ist das grund genug, ihnen keine bühne zu bieten. die konzerte von horna werden aus den genannten gründen auch vom braunen flügel der black metal szene frequentiert, um ein „unpolitisches konzert“ handelt es sich hier bestimmt nicht. du wirfst uns vor, „konservativ“ zu sein und besuchst selbst ein konzert mit bands, die dem nationalsozialismus und dem antisemitismus anhängen? wenn das nicht so traurig wäre, wäre es echt zum lachen. und nein, hier gehts nicht nur um musik/kunst. jeder kann privat sein, was er will, wenn er drüber schweigt. horna stehen öffentlich (in interviews usw.) zu ihrer braunen ideologie, insofern geben sie ein politische statement ab und müssen halt auch mit den konsequenzen leben. der ewige faschismus-vorwurf gegenüber antifaschistischen argumenten ist ein ziemlich abgedroschenes totschlagargument.

    • 8 Astreiner Demokrat
      März 13, 2010 um 2:17 pm

      – Darf ich deinen Satz „jeder kann privat sein, was er will, wenn er drüber schweigt“ als: „Menschen dürfen privat Nazis sein, wenn sie darüber schweigen“ auffassen? – Eine nette Utopie.
      Als realistischere Variante dieses Themas würde ich sehen: Künstler dürfen im privaten ihre eigene politische Meinung haben, und solange ihre Kunst davon befreit bleibt, hat auch niemand das Recht, selbige zu verbieten. Müsste so oder so ähnlich doch auch im Grundgesetz stehen…
      Jedenfalls ist genau das hier der Fall: Horna und das gesamte Konzept dieser Band sind unpolitisch. Demnach können ihre Konzerte nicht (offiziell) als politisches Sprachrohr gesehen werden.

      – „die konzerte von horna werden aus den genannten gründen auch vom braunen flügel der black metal szene frequentiert, um ein “unpolitisches konzert” handelt es sich hier bestimmt nicht“

      Was wäre denn im Umkehrschluss für dich (euch?) ein echtes unpolitisches Konzert? Eines bei dem sichergestellt werden kann, dass sämtliche Bandmitglieder eine reine Weste haben und dadurch weniger Nazis angelockt werden? – Meinetwegen, nur was würde das an der Darbietung selbst (in dem Fall ausschließlich Live-Musik) ändern?

      – „du wirfst uns vor, “konservativ” zu sein und besuchst selbst ein konzert mit bands, die dem nationalsozialismus und dem antisemitismus anhängen“

      Ich dachte es geht hier um Einzelpersonen? Und ja, ich bezeichne mich in der Hinsicht als weniger konservativ und radikal, da ich niemanden den Besuch einer kontroversen Veranstaltung (das ist mein Höchstmaß an Wertung) verbiete.

      – „der ewige faschismus-vorwurf gegenüber antifaschistischen argumenten ist ein ziemlich abgedroschenes totschlagargument“

      Da der Vorwurf schon „ewig“ besteht, scheint er ja zumindest nicht völlig aus der Luft gegriffen zu sein, was?

      • 9 fightfascism
        März 14, 2010 um 11:11 am

        nein, so war das nicht gemeint. niemand kann überprüfen, ob ein musiker/eine musikerin im stillen kämmerlein braunen theorien frönt. das heisst nicht, dass es in ordnung ist, wenn wer im geheimen solchem gedankengut anhängt. auch solche leute müssen damit rechnen, dass ihre einstellung offengelegt wird. so eine verbrecherische „meinung“ ist nicht zu akzeptieren. eine andere qualität ist es aber natürlich, in interviews und in der öffentlichkeit derartigen müll von sich zu geben. dann sollte man sich auch nicht wundern, wenn kritik daran laut wird. wer so eine ideologie vertritt, braucht nicht mit dem thema „meinungsfreiheit“ oder „kunstfreiheit“ oder „toleranz gegenüber andersdenkenden“ daherkommen. „horna“ sind insofern keineswegs unpolitisch, als einer ihrer mitglieder eindeutige politische aussagen getätigt hat (auch wenn er sich später, natürlich erst nachdem kritik daran laut wurde, davon distanziert hat). weiters haben horna gemeinsam mit eindeutig neonazistischen bands gemeinsame cds produziert, bei eindeutigen neonazi-labels tonträger hergestellt und sind gemeinsam mit nazibands aufgetreten. das alles sind auch in gewissem sinne politische akte, es wird ein zeichen damit gesetzt. wenn eine band politische aussagen macht oder wie etwa die band horna agiert, zieht sie bestimmtes publikum damit an. bei horna ist das der fall, davon kann man sich etwa im braunen christhuntproductions forum überzeugen. insofern ist das kein „unpolitisches konzert“ mehr. die band erwirbt sympathien über ihre ideologie und zieht damit auch „fans“ an. bei einem unpolitischen konzert gehts nur um die musik an sich. wie kann man übrigens gleichzeitig konservativ und radikal sein? genau das wirfst du uns vor, ist aber ein widerspruch in sich. auch wir verbieten niemandem den besuch einer kontroversen veranstaltung. wenn sich die veranstalter derartiger konzerte – nachdem sie über die hintergründe der band informiert wurden – dazu entscheiden, diese konzerte abzusagen, dannn ist das ihr gutes recht. und es ist auch unser demokratisches recht, über diese band zu informieren. viele regen sich auf, dass wir das tun, sie wollen uns also unsere kritische meinung verbieten. ich frage mich, wer hier nun anti-demokratisch und „faschistisch“ ist.

      • 10 Die Kunst isst Kot
        März 16, 2010 um 7:57 pm

        So, meine erste Möglichkeit eines Konzertbesuches ist dann ja auch Opfer eurer Informationen/Propaganda/Drohungen (es gibt da mehrere Varianten im Umlauf, ich enthalte mich natürlich einer Wertung) geworden. Dann wird es mich wohl ins Land der freien Kunst ziehen, wo es einem noch gestattet ist eine unpolitische Veranstaltung zusammen mit (meinetwegen) politischen Besuchern beizuwohnen.
        Irgendwie ist mir die Motivation zur Diskussion ein wenig genommen, da die Entscheidungen eh schon gefällt scheinen.
        Bleibt mir abschliessend nur noch anzumerken, dass ich selbst ein linkspolitischer Mitmensch bleibe (liegt wohl in der Erziehung), allerdings in Zukunft weiterhin einen Bogen um Aktivitäten und Veranstaltungen der Antifa machen werde. Die Gefahr unreflektierter Handlungen und Meinungen ist mir zu groß. Des weiteren wird Musik bei mir (wie wohl bei so vielen anderen auch) immer an erster Stelle stehen, da es ohne sie, im Gegensatz zur Politik, nicht leben lässt ..

        Ein erneutes Veröffentlichen würde für euch sprechen.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren.

Follow me on Twitter

Blog Stats

  • 852,722 hits

RSS dokumentationsarchiv

  • just a short break – nur eine kurze pause
    Just a short break – we’ll be back in ten days – nur eine kurze Pause, wir sind in zehrn Tagen zurückFiled under: like
  • Hitlergruß am Fenster – #schauhin
    Aus seiner Wohnung heraus soll ein Bautzener vorbeilaufenden Nazis seine Sympathie bekundet haben – auf sehr spezielle Weise. Jetzt droht eine Gefängnisstrafe. Dutzende Nazis hatten im Januar 2015 in Bautzen gegen die Asylpolitik demonstriert – für einen heute 31-Jährigen könnte das jetzt noch empfindliche Konsequenzen haben. Der Mann, der in Österreich gebo […]

%d Bloggern gefällt das: