28
Jan
10

Rechte Black Metaller rächen sich an Abtrünnigem

Selten gab es soviel Aufregung im Forum des rechten Black Metal-Versandes „Christhunt Productions“: Einer der ihren hat es gewagt, sich von ihnen abzuwenden. Es geht um Philipp S., Sänger der Pagan Metal Band „Varg“. S. trat in der Vergangenheit als Veranstalter des nicht unumstrittenen Black Metal/ Pagan Metal-Festivals „Wolfszeit“ auf. Für das diesjährige „Wolfszeit“-Festival hat S. Regeln ausgegeben, die ihn im braunen Flügel der Szene schwer in Verruf gebracht haben. So fordert er „keine Toleranz gegenüber Nazis“ und nennt auf der Homepage des Festivals eine ganze Liste von Neonazi-Bands, deren T-Shirts und Musik bei dem Festival nicht geduldet werden. Dies war Stein des Anstoßes für zahlreiche Forenmitglieder im CHP-Forum, zu einem groß angelegten Boykott der Band aufzurufen. Zahlreiche Metal-Foren wurden mit Einträgen versehen und sogar mehrere Blogs entsprechend gestaltet, um die Band „Varg“ in Verruf zu bringen. Auch gegen die verhasste kommerzielle Metal-Szene, die sich großteils von den Neonazis distanziert, wird heftigst gefeuert. Man bedient sich sogar den angeblichen Methoden der ebenfalls verhassten „Antifa“ und bezichtigt Philip S., ein Neonazi zu sein. Auch der Versuch, antifaschistische Initiativen vor den Karren der braunen Boykottaufrufer zu spannen, wurde unternommen. Ganz abgesehen davon, ob die Anschuldigungen tatsächlich den Tatsachen entsprechen, zeigt sich an diesem Beispiel sehr deutlich, wie die braune Szene mit Abtrünnigen umgeht: Wer es wagt, sich von der ewig gestrigen Ideologie zu verabschieden, wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Die rechten Recken sind entsetzt ob solcher Dreistigkeit und fordern Rache: „Tja jeder bekommt irgendwann das was er verdient! Und die haben mehr als nur nen lausigen Artikel verdient. (…) Ich kenn das Arschloch noch von angeblichen NSBM konzerten usw. ich bin gespannt evtl. sieht man sich ja mal wieder…dann kann er mal gegen Rechts kämpfen“, meint etwa „Porcus“, Frontmann der Neonazi-Band „Permafrost“ über Philipp S. Auch andere wollen sich gewaltsam rächen: „Auf jeden Fall sollten den Worten Taten folgen, wenn man die Bande mal zu fassen kriegt“, schreibt ein anderes Foren-Mitglied. Neonazi-Versandhausbetreiber Hendrik Möbus – bekannter unter dem Titel „Satansmörder von Sondershausen“ – trauert offenbar alten Zeiten nach: „Was waren das noch für Zeiten, als im Black Metal ein Disput mit einem Messerkampf im Treppenhaus entschieden wurde…“


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