04
Jan
10

Roermond (Niederlande): Auftritt der NS-Black Metal-Band „Temnozor“ verhindert!

Ein Auftritt der russischen NS-Black Metal-Band „Temnozor“, der für den 16. Jänner im Kulturzentrum „Azijnfabriek“ in Roermond geplant war, ist heute  von den BetreiberInnen des Zentrums abgesagt worden, nachdem  der Bürgermeister der Gemeinde eine Prüfung der Gruppe „Temnozor“ durch den niederländischen Staatsschutz AIVD angeordnet hatte.  Somit ist man einem möglichen Verbot des Konzertes durch den Bürgermeister zuvor gekommen. Erst vor wenigen Tagen waren die BetreiberInnen des Veranstaltungsortes und die Verantwortlichen der Gemeinde darauf aufmerksam gemacht worden, dass es sich bei der Gruppe „Temnozor“ um eine neonazistisch orientierte Band handelt. Sie ist etwa Mitglied der Neonazi-Organisation „Pagan Front“ und machte in der Vergangenheit einschlägige Aussagen, z.B. bezeichnete die Band ihre Musik selbst als „arischen Schlachtenlärm“. Vehement geleugnet wird – u.a. von den Veranstaltern des Konzertes und der Band selbst – dass die Band politische Liedtexte habe. Dies, obwohl etwa im Lied „Watch the falcon fly“ die „Ritter einer höheren Rasse“ und der Holocaust besungen werden.

Äußerst interessant liest sich eine Stellungnahme von „Temnozor“, die angesichts der breiten Medienberichterstattung über ihre Aktivitäten veröffentlicht wurde – jeder Bezug zum Rechtsextremismus oder Neonazismus wird – wie zu erwarten war – geleugnet: „(…) Nazi bedeutet „Nationalsozialist“ oder sogar – um noch genauer zu sein – Mitglied der Deutschen NSDAP in den 1930ern-1940ern. Keiner der (aktuellen) Temnozor-Mitglieder ist ein „Sozialist“, keiner der aktuellen Temnozor-Mitglieder ist Mitglied der NSDAP oder überhaupt einer anderen politischen Partei. Es gibt sicher eine „nationale“ Komponenten in dem, was Temnozor macht, weil wir russischen Pagan Folk Metal spielen, in russischer Sprache über das russische Land singen, über unsere (vorwiegend mittelalterliche) Geschichte, über den Stolz Russe zu sein und andere persönliche Gefühle (…)“.

Zu befürchten ist nun, dass sich die Veranstalter des Konzertes in Roermond nicht mit einer Absage zufrieden geben werden und versuchen werden, das Konzert an einem anderen Ort durchzuführen. Ebenfalls zu befürchten ist, dass die weiteren Konzerte, die „Temnozor“ im Rahmen einer Europa-Tour in anderen Staaten (Tschechien, Deutschland usw.) – teilweise mit Unterstützung anderer Neonazi-Bands – absolvieren will, ungestört stattfinden können.


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Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren.

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