03
Jan
10

NS-Blackmetal-Konzert im „Gleis 3“ / Annaberg-Buchholz

Eine innige Freundschaft dürfte Björn Eichhorn und Stev Lippold mit der NS-Blackmetal-Band „Leichenzug“ verbinden: In einem kurzen Zeitraum von nur einem halben Jahr soll die Band am 09. Jänner bereits zum dritten Mal bei einer von ihnen durchgeführten Veranstaltung auftreten. Im August 2009 spielten „Leichenzug“ und die ebenfalls neonazistische Band „Magog“ im von Eichhorn und Lippold betriebenen Metal-Club „Gleis 3“ in Annaberg-Buchholz, im Oktober trat die Gruppe bei dem von Eichhorn organisierten „Fireblade Force Festival“ in Lichtenstein (Sachsen) auf. Am 09. Jänner soll nun wieder ein Auftritt im „Gleis 3“ erfolgen. „Leichenzug“ ist nicht die einzige Neonazi-Band, die von den beiden Veranstaltern gefördert wird: Neben „Magog“, die nun ebenfalls bereits zum zweiten Mal im „Gleis 3“ spielen sollen, traten in den letzten Monaten u.a. auch die Gruppen „Sekhmet“, „Permafrost“, „Ahnenzorn“ und „Eugenik“ für Lippold/ Eichhorn auf.

Abgesehen von „Leichenzug“ und „Permafrost“ steht diesmal auch die Gruppe „Heldgard“ auf dem Programm. Diese dürfte sich ebenfalls im braunen Flügel der Black Metal-Szene bewegen, im Mai 2008 trat sie etwa gemeinsam mit „Annihilation 666“ und „Permafrost“ in Erfurt auf. Auf dem Cover eines Tonträgers, auf dem Leichenberge und germanische Runen zu sehen sind, wird gefordert: „Tötet sie alle!“ Ebenfalls im „Gleis 3“ dürfte noch im Jänner (vermutlich am 17. d.M.) ein Konzert der russischen Neonazi-Band „Temnozor“ stattfinden, das in einschlägigen Kreisen für „Mitteldeutschland“ angekündigt wird. Die Gruppe, die im Jänner eine Europa-Tour durchführt, bezeichnet ihre Musik selbst als „arischen Schlachtenlärm“ und setzt sich für die Verbreitung der „rassischen Hassbotschaft“ ein, um die Jugend zu erreichen und den „Kulturkampf“ zu fördern. Trotz dieser eindeutigen Ansage und der Mitgliedschaft bei der „Pagan Front“ – einer internationalen Vereinigung nationalsozialistisch orientierter Black Metal-Bands – leugnen die Veranstalter von „Temnozor“-Konzerten in vielen Fällen vehement die einschlägige Orientierung der Band.

Eichhorn und Lippold agieren bei der Organisation ihrer Konzerte mittlerweile sehr konspirativ – obwohl die bisherigen Veranstaltungen ohne Probleme durchgeführt werden konnten. Bei der Bewerbung des aktuellen Konzertes am 09. Jänner weisen sie darauf hin, dass Informationen nur an „vertrauenswürdige Personen“ weitergegeben werden dürfen und diese nicht in Foren gepostet werden sollen.

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