22
Dez
09

„Hammer Skin Nation White X-Mas“ am 19.12.2009

Am vergangenen Wochenende fand an einem bis dato unbekannten Ort – vermutlich in Sachsen-Anhalt – ein von der Neonazi-Organisation „Hammer Skin Nation“ durchgeführtes Konzert mit mehreren szeneintern überregional bekannten Musikgruppen statt. „Sleipnir“, „Faustrecht“, „Skalinger“, „Kurzschluss“ und „Blue eyed devils“ standen – wie bei so vielen anderen braunen Treffen auch – auf dem Programm. Wieder einmal konnten die Neonazis ungestört von den zuständigen Behörden feiern. Die Polizei beschränkte sich offenbar darauf, den Bands per Auflage das Spielen bestimmter Lieder zu verbieten und das Ende der Veranstaltung vorzuschreiben. Nicht das Verhindern von braunen Events ist das Ziel, sondern lediglich das Verhindern von zu offensichtlichen Straftaten. Damit beschreitet man offenbar den selben Weg wie bei den in mehreren Bundesländern stattfindenden NPD-Parteiveranstaltungen, bei denen – seit Jahren – regelmässig einschlägige Bands unter dem Vorwand von politischen Kundgebungen auftreten können.

Zwischen 600 und 700 (!) Personen liessen sich laut Angaben in einem einschlägigen Forum den Auftritt der Bands nicht entgehen. Die Vorgaben der Polizei, was das Spielen von Liedern betrifft, wurden offenbar – zumindest teilweise – nicht eingehalten: „Die Lieder die gespielt wurden waren der absolute Hammer, allen voran natürlich das Lied über eine gewisse Sondereinheit!“, jubelt ein Mitglied des Neonazi-Forums „Thiazi“ und meint damit offenbar das Lied „Murder squad“ von „Blue eyed devils“, in dem die nationalsozialistischen „Einsatzgruppen“, die sich maßgeblich am Holocaust beteiligten, verehrt werden und zum Mord an Juden aufgerufen wird. In dem Lied heißt es:

„But to kill for the Reich is my job
A soldier in my nation’s murder squad (…)

Traitors are hung and others shot dead
Kill the jew and cut of his head
Destroy the enemy and his lies (…)

Blut und ehre, daran glaube ich
Einsatzgruppen, Tod fur dich
Zu meinen Fuhrer habe ich gegeben
Gegeben mein ganzes leben – Sieg Heil! (…)“

Skandalös ist, dass die zuständige Polizei offenbar wie so oft keinerlei Schritte gegen eine Veranstaltung, bei der rassistischer Mord und Totschlag propagiert werden, gesetzt hat. Die Neonazi-Veranstaltungen, die jedes Wochenende stattfinden, werden still und heimlich geduldet, während polizeiliche Auflagen, die die Veranstalter derartiger Konzerte in keinster Weise an einer erfolgreichen Durchführung ebendieser Events hindern, lediglich ein Lippenbekenntnis darstellen.


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