Archiv für November 2009

23
Nov
09

Sturmkaiser (Italien) – Bandbeschreibung

Die italienische Band „Sturmkaiser“ wurde 2003 gegründet, in einem aktuellen Statement bezeichnet sie sich als „War Black Metal“ und leugnet jede politische Orientierung. Dies entspricht jedoch offenbar keineswegs den Tatsachen, man hat zumindest keinerlei Berührungsängste zu offen neonazistischen Musikgruppen und entsprechenden Plattenfirmen:

So wurden mehrere Tonträger der Band bei dem deutschen NS-Blackmetal-Label „Nebelfee Klangwerke“ (in Besitz des Sängers der deutschen Neonazi-Band „Absurd“, Ronald Möbus) veröffentlicht. Auf dem 2004 Jahr erschienenen Tonträger „Mors Tua, Vita Mea“ findet sich ein Lied mit dem eindeutigen Titel „Hail Victory“. Drei Mitglieder der Band „Sturmkaiser“ sind bei der Gruppe „Draugr“ musikalisch aktiv, auch diese Gruppe steht bei einem einschlägigen Label – „Christhunt Productions“ aus Leopoldshöhe/ Nordrhein-Westfalen – unter Vertrag.

Mitte Mai 2009 spielten „Sturmkaiser“ bei einem Konzert in Mailand zusammen mit der französischen NS-Blackmetal-Band „Ad Hominem“, schon im Dezember 2005 trat die Band zusammen mit der deutschen NS-Blackmetal-Gruppe „Absurd“ ebenfalls bei einem Konzert in Mailand auf. Der Kontakt zu dieser Gruppe dürfte weiterhin bestehen, erst am 06. und 07. November 2009 spielten „Sturmkaiser“ bei zwei Konzerten in Thüringen und Tschechien, die von Hendrik Möbus, dem ehemaligen Schlagzeuger von „Absurd“ und Bruder des aktuellen Sängers Ronald Möbus organisiert wurden. Hendrik ist genauso wie sein älterer Bruder Ronald  als Produzent und Händler von rechtsextremen Blackmetal-Veröffentlichungen und darüber hinaus unter dem Namen „Totentanz Konzerte“ auch als Veranstalter von rechtsextremen Blackmetal-Konzerten aktiv. Mitte Oktober wurden etwa im Zuge einer polizeilichen Hausdurchsuchung 12.000 Tonträger aus seinem Internetversand-Sortiment beschlagnahmt.

Bei den Konzerten in Deutschland und Tschechien spielte auch die finnische Neonazi-Band „Goatmoon“, der Auftritt im tschechischen Zatec wurde zusätzlich von der einschlägigen Band „Sekhmet“ unterstützt. Abgesehen von der Anwesenheit eines Fernsehteams des Mitteldeutschen Rundfunks und polizeilichen Identitäts- bzw. Fahrzeugkontrollen bei dem Konzert im thüringischen Kirchheim konnten beide Veranstaltungen ungestört über die Bühne gehen (siehe auch: Blick nach rechts).

Sänger der Band „Sturmkaiser“ – das Band-T-Shirt trägt SS-Runen, 07.11.2009, „Erlebnisscheune“ Kirchheim

21
Nov
09

Wieder Neonazi-Konzert im „Gleis 3“ in Annaberg-Buchholz

„Willkommen im Reich von Gleis 3“ heißt es auf der „Myspace“-Seite des „Eventclubs Gleis 3“ in Annaberg-Buchholz. Die Begrüssung dürfte durchaus programmatisch sein, so bietet der Veranstaltungsort immer wieder Konzerte von Musikgruppen, die die Herzen von AnhängerInnen längst vergangener Regierungen höher schlagen lassen. Im letzten halben Jahr konnten so mehrere neonazistische Bands im „Gleis 3“ auftreten.

Am 23. Mai dürfte die bekannte deutsche Neonazi-Band „Absurd“ in Annaberg gespielt haben, die Verantwortlichen des „Gleis 3“ leugnen dies bis heute. Rund ein Monat später, am 26. Juni, wurde ein Auftritt der ukranischen Band „Kroda“ offen im Internet angekündigt. Der Auftritt wurde verhindert, nachdem die Band von antifaschistisch gesinnten Menschen bei einem vorhergehenden Konzert in Polen angegriffen wurde. Bei dem Konzert in Annaberg spielten schließlich nur die Gruppen „Sekhmet“ und „Isolfur“. Am 21. August 2009 traten im „Gleis 3“ die Gruppen „Magog“ und „Leichenzug“ auf.

Auch heute Abend sollen wieder einschlägige Bands in Annaberg auftreten. Diesmal sind es laut der Autonomen Antifa Westerzgebirge die Gruppen „Permafrost“, „Assfist“, „Eugenik“ und „Ahnenzorn“, die das braune Publikum begeistern sollen. Die Gruppen „Permafrost“ und „Eugenik“ haben sich bereits in der Vergangenheit als eindeutig mit dem Nationalsozialismus sympathisierend positioniert. Sie treten im „Gleis 3“ unter den Pseudonymen „Throne of Satan“ („Permafrost“) und „Rabenflug“ („Eugenik“) auf. Auch die Band „Ahnenzorn“, die sich selbst als „heidnischer Schwarzmetall“ kategorisiert, dürfte in diese Richtung tendieren. Der erste Tonträger wurde etwa – wie bei vielen einschlägigen Bands üblich – in einer Auflage von 88 Stück veröffentlicht.

Am 26. September versuchte der Sänger der Band laut der Gruppe „Emanzipatorischer Progress Mittleres Erzgebirge“, ein Konzert mit den Gruppen „Blutrache“ und „Isolfur“ in Marienberg zu veranstalten. Die Veranstaltung wurde jedoch verhindert. Im Bandlogo von „Ahnenzorn“ findet sich die „Schwarze Sonne“ – ein Symbol, das schon die Nationalsozialisten verwendeten. Den Bezug auf die Rassenideologie der Nationalsozialisten findet mensch auch in den Liedtexten der Band:

„Zweitausend Jahre der Unterdrückung, der Heuchler und der Sklaverei! Das nordische Reich vom Kreuz überflutet, von Lüge und Tyrannei! (…) Tod über Euch, unsere Rache wird grausam sein! Das Blut mit uns, unsere Rache wird grausam sein! Lange genug haben wir sie erfahren, die Knechtschaft im Zeichen der artfremden Macht! (…) Die Ahnen mit uns! Streckt die Waffen dem Feind entgegen! “ heißt es etwa im Lied „Unsere Rache wird grausam sein“ auf dem gleichnamigen Tonträger.

Im Nationalsozialismus wurde der Begriff „artfremd“ für die angeblich mit der eigenen „Rasse“ physisch und psychisch unverträgliche fremde „Rasse“ und die ihr zugeschriebenen Einflussmächte, die allein deshalb weil sie fremd sind vernichtet werden müssen, verwendet (Quelle: Cornelias Schmitz-Berning 1998, Vokabular des Nationalsozialismus, Seite 68). Das Lied von „Ahnenzorn“ ist zwar vorgeblich religionskritischer Natur, de facto enthält es jedoch Elemente rassistischer und völkischer Ideologie.

Logo der Band „Ahnenzorn“

Der Club „Gleis 3“ wird von Stev Lippold und Björn Eichhorn betrieben, letzterer veranstaltet seit Jahren auch in Lichtenstein Black-Metal-Konzerte, bei denen immer wieder einschlägige Bands auftreten können, so z. B. „Satanic Warmaster“, „Silva Nigra“, „Annihilation 666“ und „Leichenzug“.

10
Nov
09

Auftritte der rechten Band „Kategorie C“

Die Band „Kategorie C“ weiß, was ihre Fans wollen: „300 Liter Freibier und 1 Schwein“ soll es bei einer „Record Release Party“ geben, die Anfang Dezember in Saalfeld stattfinden soll. Vorgestellt wird das neue Album „Hungrig – Bissig – Wild“. Die seit den 1990ern existierende Band „Kategorie“ fungiert als „Schnittstelle zwischen Fussballfans und Neonazis“ (Turnitdown.de). Zahlreiche Verbindungen der Gruppe zur organisierten Neonazi-Szene sind feststellbar (siehe zB hier: Turnitdown), erst am 07. November sollte die Band im Rahmen eines Konzertes in Berlin auftreten, das von der bei Rechtsextremen beliebten Kleidermarke „Eric and Sons“ organisiert wurde. Das Konzert konnte jedoch verhindert werden. Schon im Mai hatte die Polizei in Rostock einem „Kategorie C“-Auftritt einen Riegel vorgeschoben (Quelle: Endstation rechts), aus diesen Gründen ist man auch bei dem aktuell angekündigten Konzert auf Probleme vorbereitet und gibt den genauen Veranstaltungsort gar nicht erst bekannt. Dasselbe gilt für ein weiteres Konzert, das einige Tage später im „Großraum Chemnitz/Zwickau“ stattfinden soll. Auf einem Ankündigungsflyer werden zwar Vorverkaufskarten angeboten – den genauen Veranstaltungsort werden die KäuferInnen – wie bei Neonazi-Konzerten üblich – vermutlich erst am Tag der Veranstaltung erfahren.

06
Nov
09

NS-Blackmetal-Konzerte in Tschechien und Deutschland

Update, 08. November 2009: Beide Konzerte konnten ungestört stattfinden. Der MDR machte in einer TV-Sendung auf den Neonazitreffpunkt in Kirchheim, eine sogenannte „Erlebnisscheune“, aufmerksam. Eine BürgerInneninitiative will den Kampf gegen den Nazitreff aufnehmen…

Heute abend soll in der tschechischen Stadt Zatec ein NS-Blackmetal-Konzert mit den Bands „Sekhmet“ (Tschechien), „Goatmoon“ (Finnland), „Sturmkaiser“ (Italien) und vermutlich „Absurd“ (Deutschland) stattfinden (siehe auch hier). Veranstalter des Konzertes ist „Totentanz Konzerte“ von Hendrik Möbus, der ehemalige Schlagzeuger der Gruppe „Absurd“. Möbus wurde durch den Mord an einem Klassenkameraden bekannt, den er in den 1990er Jahren zusammen mit zwei anderen Bandmitgliedern begangen hatte. Nach dem Mord zeigte der Neonazi keinerlei Reue und bezeichnete sein Opfer auch noch als „Volksschädling“. Bis heute sind Hendrik Möbus und sein Bruder Ronald, der vor einigen Jahren die Rolle des „Absurd“-Sängers übernommen hat, aktive Mitglieder der deutschen Neonazi-Szene. So betreibt ersterer auch das Label „Darker than Black Records“ und den Versand „Merchant of Death“ zur Produktion und zum Vertrieb von Musiktonträgern mit neonazistischen Inhalten. Kürzlich fand bei ihm und einem seiner „Kameraden“ eine polizeiliche Hausdurchsuchung statt, 12.000 Tonträger wurden in der Folge beschlagnahmt. Das aktuelle Konzert in Zatec wird im Internet völlig offen beworben, offenbar rechnet Möbus in Tschechien mit keinerlei Widerstand oder Protesten.

neonazikonzert zatec

Flyer für NS-Blackmetal-Konzert in Tschechien

Möbus trat in der jüngsten Vergangenheit unter dem Namen „Totentanz Konzerte“ mehrfach in Erscheinung. So veranstaltete er am 23. Mai 2009 in „Mitteldeutschland“ ein Konzert mit den Gruppen „Dead?“ (bzw. „Ad Hominem“), „Menegroth“, „Eisenwinter“ und „Sekhmet“, einen Tag zuvor spielten „Ad Hominem“ und andere Bands in Zatec. Ein anderer Versuch, ein NS-Blackmetal-Konzert zu organisieren, scheiterte: Das Konzert, das Ende November 2008 in Prenzlau u. a. mit der Gruppe „Frangar“ über die Bühne gehen sollte, wurde von der Polizei unterbunden.

Morgen, 07. November, soll dem heute in  Tschechien angekündigten Konzert ein weiteres in Deutschland folgen. Auch dieses wurde von Möbus organisiert, jedoch im Gegensatz zu dem in Tschechien angekündigten Konzert konspirativ beworben. Als Veranstaltungsort ist ein einschlägiges Lokal in Kirchheim (Thüringen) vorgesehen. Die Gruppen „Sturmkaiser“, „Goatmoon“ und „Armatus“ sollen auftreten (Quelle: Blicknachrechts).

01
Nov
09

Odinseye-Versand – Werbung für Neonazi-Konzerte

Zu einem Konzert in „Mitteldeutschland“ mit den braunen Musikgruppen „Frontalkraft“, „Sachsonia“, „Kommando Skin“, „Priorität18“ und „White Resistance“ rief für gestern Abend der NPD-Funktionär und Neonazi-Versandhausbetreiber Steffen Bösener über den Emailverteiler seines Versandes „Odinseye“ auf, das Konzert wurde von der Polizei aufgelöst. Bösener wirbt regelmässig für einschlägige Veranstaltungen, so in den letzten Monaten für folgende Konzerte:

01.08.2009: „Brutal Attack“, „Kommando Skin“, „Cynic“, „Ortel“

22.08.2009: „Stahlgewitter“, „Radikahl“, „Kommando Skin“, „Rotte Charlotte“, „Libertin“

15.08.2009: „Strongside“, „Cynic“, „12 Golden Years“, „Klampferites“, „Störmanöver“

19.09.2009: „Liedermacher Bernhard“, „Preussenstolz“, „Feldherren“, „12 Golden Years“

03.10.2009: „Oidoxie“, „Extressiv“, „Endless pride“, „Preussenstolz“, „Bloodline“, „Damage Inc.“

17.10.2009: „Asatru“, „Frontalkraft“, „Aufbruch“ und zwei weitere Bands

In der aktuellen Aussendung wird auch ein „Winterfest der nationalen Bewegung Sachsen Anhalt“ angekündigt, das am 07. November mit den Gruppen „Radikahl“, „Hateful“, „Fight Tonight“ „Burning Hate“, „Painful Awakening“ und anderen stattfinden soll.