13
Jul
09

Gera: Größte Nazi-Veranstaltung in Thüringen seit 1945

Am Samstag konnten in Gera (Thüringen) wieder tausende Neonazis unbehelligt marschieren. Die NPD hatte zum „Rock für Deutschland“ – einem als „Parteiveranstaltung“ getarnten Neonazi-Festival – aufgerufen. Wie bereits in den letzten Jahren (seit 2003) konnten „Musik“-Gruppen auftreten, die ansonsten lediglich die Bühne besteigen können, wenn die Behörden auf dem rechten Auge blind sind. Mit dabei waren die Neonazi-Bands „Brainwash“, „Die Lunikoff Verschwörung“ (Michael Regener, ehemaliges Mitglied der zur kriminellen Vereinigung erklärten Gruppe „Landser“), „Sleipnir“ und „Blitzkrieg“. Auch braune Demagogen wie Frank Schwerdt, Patrick Schröder und Udo Voigt gaben ihre menschenverachtende Hetze zum „Besten“.

Michael Regener, Neonazi-Ikone und Ex-Mitglied der kriminellen Vereinigung „Landser“


Die Sehnsucht nach einfachen Antworten und einem „Führer“ ist groß… wenn mensch selbst nicht zum Denken in der Lage ist…

Der braunen Veranstaltung konnten – geschützt von einem Großaufgebot der Polizei – rund 4000 (!) Neonazis frönen, während sich die gegnerische Seite schon vor der Veranstaltung in mehrere Lager geteilt hatte. Die Geraer Wählervereinigung „AFG“ hatte antifaschistische DemonstrantInnen im Vorfeld des Nazi-Treffens in undemokratischer Manier als „Gesocks“ und „Viehzeug“ bezeichnet, auch die SPD sprach von „Chaoten „(Frankfurter Rundschau Online, 12.07.2009/ mehr dazu siehe hier). Schon im Jahr 2007 hatte die „AFG“ gemeint, „nicht nur Rechtsextremismus“ solle bekämpft werden. Dies kommt einer Gleichstellung von Antifaschismus mit dem Neonazismus gleich. Ein CDU-Abgeordneter bezeichnete damals – in völliger Verkennung der tatsächlichen, gesellschaftlichen Ursachen für das Erstarken des Rechtsextremismus – autonome AntifaschistInnen als „Teil des Problems“ (Linkezeitung.de, 06.07.2007). Diese völlige Entsolidarisierung und Feigheit des bürgerlichen Lagers zeigte sich dann auch am Samstag bei der antifaschistischen Demonstration gegen das Nazi-Treffen.  Solange die bürgerlichen Parteien eher mit der Bekämpfung von konsequentem Antifaschismus als mit der Bekämpfung des Neonazismus beschäftigt sind, werden die Nazis in Gera wohl weiterhin ungestört ihre verbrecherische Vernichtungsideologie verbreiten können. Die Einschätzung des Rechtsrock-Experten Christian Dornbusch, der diese Veranstaltung als „Armutszeugnis für die Stadt“ Gera bezeichnet hatte, kann nur doppelt unterstrichen werden!


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