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Mai
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Neonazi-Konzert in Annaberg-Buchholz

Update 29. Juni 2009: Als „würdiger Ersatz“ sollte die NS-Blackmetal-Band „Totenburg“ auftreten – dies hätte ein Live-„Comeback“ der seit Jahren nicht mehr aktiven Gruppe bedeutet. Sie schaffte es jedoch nicht mehr rechtzeitig, einen entsprechenden Auftritt vorzubereiten. Im „Christhunt Productions“-Forum hatte auch „Totenburg“-Schlagzeuger Dennis Schoner unter seinem Pseudonym „Pflichterfüllung“ zum „zahlreichen Erscheinen“ bei dem Konzert aufgerufen.

Update 26. Juni 2009: Nachdem die Neonazi-Band „Kroda“ aufgrund von Auseinandersetzungen mit AntifaschistInnen nicht bei dem Konzert auftreten kann, wurde kurzfristig ein „würdiger Ersatz“ angekündigt. Doch auch dieser wurde nun gecancelt. Die Band „Absurd“ wurde offenbar schon vor längerer Zeit ausgeladen. Bei dem Konzert sollen nun lediglich die Bands „Sekhmet“ und „Isolfur“ auftreten.

Update 18. Juni 2009: Im Internetforum des Neonazi-Labels „Christhunt Productions“ wird nun auch der Auftritt der  tschechischen NS-Blackmetal-Band „Sekhmet“ angekündigt, das Konzert finde laut einem geposteten Flyer „zu 100 % sicher statt“, weiters sei „reichliches Erscheinen erwünscht“.

Am 23. Mai fand in „Mitteldeutschland“ (de facto offenbar in Sachsen) ein NS-Blackmetal-Konzert mit zahlreichen einschlägigen Gruppen – darunter die bekannte deutsche Band „Absurd“ – statt. Im Vorfeld wurde vermutet, dass das Konzert im Club „Gleis 3“ (Inhaber: Björn Eichhorn/ Stev Lippold) in Annaberg-Buchholz durchgeführt werden soll. Ob das Konzert tatsächlich an diesem Ort stattfand, ist bis dato ungeklärt,  interessanterweise postet  aber etwa  Hendrik Möbus, Betreiber des Neonazi-Labels „Darker than Black“, im „Myspace“-Gästebuch des „Gleis 3“ einen Konzertflyer für die Veranstaltung. Auch in der „Friends“-Liste des „Gleis 3“ ist Möbus mit seinem Label zu finden.  Die Besitzer des Clubs beschwerten sich  hingegen darüber, dass sie verdächtigt wurden, das Konzert werde bei ihnen stattfinden. Sie hätten nichts mit diesem Konzert zu tun.

Rund einen Monat nach dem Neonazikonzert soll nun laut einem in Neonazi-Kreisen kursierenden Konzertflyer – eben genau in jenem Club – ein Konzert mit der ukrainischen NS-Blackmetal-Gruppe „Kroda“ stattfinden. Trotz des Konzertaufrufes im Internet streiten die Betreiber des Clubs aber auch in diesem Fall jede Beteiligung ab. Laut Informationen aus Szenekreisen findet das Konzert aber sehr wohl im „Gleis 3“ statt.

Konzertflyer für das „Kroda“-Konzert im „Gleis 3“

Die Band „Kroda“ beschreibt ihre Musik als „Ertönen schrecklicher Schlachtrufe von arischen Kriegern Allfadr (Odin, Anm. fightfascism) und das wütende Gebrüll von arischer archetypischer wölfischer Natur“. In einem Interview meint „Kroda“-Frontmann „Eisenslav“ über die angebliche „jüdische Weltverschwörung“: „Es scheint dass nur die die zuviel TV sehen, es nicht sehen können. Es ist selbst für einen Blinden offensichtlich!“. Zum Ende des Interviews grüßt er mit „Arische Grüße! Wotan über alles!“

„Kroda“ treten regelmäßig bei Neonazikonzerten auf. Im April 2008 sollte die Band gemeinsam mit den NS-Gruppen „Absurd“, „Temnozor“ und „Sekhmet“ in Brno (Tschechien) auftreten, das Konzert wurde jedoch abgesagt. Im September 2008 trat die Band gemeinsam mit „Sunwheel“, „Kataxu“ und anderen in Prag auf. Zwei Monte später nahm man am NS-Festival „Kolovorot“ in der Ukraine teil. Im Frühjahr 2009 waren „Kroda“ gemeinsam mit der NS-Band „Temnozor“ in Finnland auf Konzert-Tour.

Neben „Kroda“ werden „Tyrant guests“ angekündigt, hinter diesem Begriff verbirgt sich offensichtlich die NS-Band „Absurd“, die auch als „Tyrants of German Black Metal“ bezeichnet wird.

Einer der Betreiber des „Gleis 3“, Björn Eichhorn, betreibt auch die Konzertagentur „Mephistopheles Concerts“, die jährlich das sogenannte „Fireblade Force Festival“ in Lichtenstein veranstaltet. Auch bei diesen Konzerten treten regelmäßig Vertreter des rechtsextremen Flügels der Black Metal-Szene auf, so etwa im Jahr 2008 die Neonazi-Bands „Satanic Warmaster“ aus Finnland und „Silva Nigra“ aus Tschechien.

 


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