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Mai
09

Oberösterreich: Konzert der umstrittenen Band „Nargaroth“

„Zur höheren Ehre des deutschen Soldaten der Wehrmacht 1933 [sic] – 1945. Die Negierung ihrer Leistungen sowie das Augenverschließen vor ihrer Opferbereitschaft, gerade im letzten Kriegsjahr, ist die Schande unserer Nation!“ meint Rene Wagner, Frontmann der deutschen „Black Metal“-Musikgruppe „Nargaroth“ im Booklet seines Tonträgers „Herbstleyd“, den er 1999 veröffentlicht hat. Die Gruppe soll gemeinsam mit anderen, vorwiegend „unpolitischen“ Bands desselben Genres, Ende Juni im Schloss Waldenfels in Reichenthal (Oberösterreich) auftreten. Bei dem genannten Zitat handelt es sich nicht um die einzige Aussage, die die Band in einem Graubereich zum rechtsextremen Flügel der „Black Metal“-Szene erscheinen läßt: Im selben Booklet findet sich etwa auch eine Selbstbeschreibung der Band: „German hateful and misanthropic Black Metal, made from White man for White man.“ Die Bandkollegen von Frontmann Wagner fallen zumindest teilweise auch durch ihre rechtsextreme Einstellung auf: Einer von ihnen – Timo Mothes – bezeichnete etwa in einem Interview die Deutschen als „Herrenrasse“. Wagner selbst outete sich bei Live-Auftritten durch Hitler- und Kühnengrüsse (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nargaroth).

Seit zehn Jahren stehen „Nargaroth“ bei dem neonazistischen Musiklabel „No Colours Records“ unter Vertrag, das zahlreiche einschlägige Tonträger veröffentlicht hat und diese vertreibt. Im Jahr 2007 erschien ein Tonträger von „Nargaroth“ bei dem griechischen Neonazi-Label „Zyklon-B-Productions“. Das Label veranstaltete im Mai des Jahres ein Konzert, bei dem „Nargaroth“ zusammen mit der griechischen Neonazi-Band „Stutthof“ (benannt nach dem in Polen gelegenen Konzentrationslager der Nationalsozialisten), die sich kurz zuvor in „Acherontas“ umbenannt hatte, auftraten.


8 Responses to “Oberösterreich: Konzert der umstrittenen Band „Nargaroth“”


  1. 1 Ash
    Mai 18, 2009 um 5:05 pm

    hey ihr trottel!

    anstatt 10 jahre alte geschichten aufzuwärmen und den müllbeutel wikipedia zu zitieren, einfach mal http://www.nargaroth.de aufsuchen. und die hier zitierte veröffentlichung auf Zyklon B rec ist dort als nicht genehmigtes bootleg ausgewiesen. aber anyway – viel spaß in eurem kleinen kosmos!

  2. 2 fightfascism
    Mai 19, 2009 um 9:42 am

    hey du trottel!

    achso, die veröffentlichung bei „zyklon b“ records ist also ein „nicht genehmigtes bootleg“. war das bei dem auftritt in griechenland zusammen mit „stutthof“ auch eine nicht genehmigte „nargaroth“-coverband die dort aufgetreten ist? das konzert wurde von „zyklon b“-records organisiert. wie siehts des weiteren mit dem label „no colours“ aus, bei dem ihr seit jahren unter vertrag steht? oder wollt ihr abstreiten, dass es sich um ein neonazi-label handelt?

  3. 3 Jay
    Mai 19, 2009 um 2:26 pm

    Hi!

    Ich möchte erstmal alle betroffen Bands die hier bald posten werden dazu auffordern sachlich und ruhig zu bleiben. Ich bin selbst Musiker der dort auftreten wird und wenn wir hier zu Kraftausdrücken (siehe oben) greifen zerstören wir uns selbst die Chance auf ein gemütliches Festival. Hier sollte es darum gehen unseren Standpunkt klar zu machen ohne gleich militant zu werden.

    Das ist alles was ich dazu zu sagen habe. Allerdings hätte ich mir eine bessere Quellenangabe „gwünscht“ als Wikipedia die ja für ihre falsch-posts und unwissenschaftlichkeit weitgehend bekannt ist.

    mfg
    Jay

  4. 4 Ash
    Mai 26, 2009 um 3:28 pm

    Ablaze Interview vom Mai 2007

    Von Anfang an hast Du die Musik von NARGAROTH über das sächsische Label NO COLOURS RECORDS veröffentlicht. Gab es nicht irgendwann auch Angebote von größeren Plattenfirmen? Immerhin haben andere Bands – zum Beispiel DIMMU BORGIR und FALKENBACH – dieses Label nach den ersten Alben verlassen, um eine kommerziell erfolgreiche Karriere zu unternehmen. War das zu keinem Zeitpunkt eine Option für Dich, obwohl es doch ein typischer Traum der Boheme ist, ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf von Kunst bestreiten zu können?

    Ja, ich hatte nach dem „Black Metal ist Krieg“ Album Angebote von zwei sehr großen Plattenfirmen. Ich konnte das aber nicht tun. Kurz nachdem ich 1998 NO COLOURS kennen gelernt hatte, bekam ich im Rahmen eines Gerichtsurteils eine hohe Geldstrafe, die ich nie hätte aufbringen können. Entsprechend der Tagessatzreglung, hätte ich also eine Haftstrafe absitzen müssen, welche bei diesem Betrag nicht unerheblich gewesen wäre. Bei einem Gespräch bot mir mein Label an mir zu helfen. Obwohl wir uns zu dieser Zeit noch nicht lange kannten und NARGAROTH vollkommen unbekannt war, half er mir. Dadurch konnte ich die Inhaftierung umgehen. Ich war sehr dankbar und sagte ihm damals, dass ich zu jedweder Zeit nicht zu einem anderen Label gehen werde. Und so ist es geblieben. NARGAROTH ist und bleibt eine NO COLOURS Band.

  5. 5 AntiFlag-77-4
    Juni 25, 2009 um 10:30 am

    Laut

    http://www.northern-lights-festival.com/news.php

    haben Nargaroth sogar einen eigenen Merchandise Stand…

  6. 6 Metalhead
    Oktober 4, 2010 um 7:14 am

    Ich war auf dem Festival in diesem Jahr, und konnte nicht feststellen das es irgendwie politisch zu ging. Klar werden dort sich mehr Rechtsextreme als Linksextreme herumtreiben aber ist das über all im Metal so. So weit wie ich weiß. Selbst auf namhaften Metal-Festivals wie Wacken werden sich NSBM-Hörer herumtreiben, obwohl sich diese Konzerte gegen Rassismus aussprechen, können sie es nicht vermeiden das auch politisch interessierte Leute kommen. Das Northern Ligths hingegen spricht sich gegen Politik allgemein aus. (Finde ich persönlich gut, weil Metal soll saufen, headbangen, pogen, moshen sein, einfach nur die Musik genießen und diese Kultur leben. Politik soll im Partei oder Bundestag bleiben)

    Es ist eine Kultur, wo teilweise unklar ist, wie ist es nun gemeint. Zudem sind die meisten Anhänger Weiße und eher weniger Linke. Weshalb ein Durchschnitts-Mensch denken könnte, da seine viele Nazis bei. Man muss oft auch genau hinschauen und nicht nur suchen was man will! Denn so entsteht Hass.

    ————-

    Das sind meine Eindrücke die ich als Metaller habe, und eine Meinung welche ich aus Erfahrungen gemacht habe. Z.B. ist der Thorhammer wo rechts und links unten jeweils eine 8 ist, nicht als rechtsextremes Symbol zu sehen. Sondern er wurde in Östergotland gefunden und liegt in Kopenhagen oder Stockholm.

    Gruß


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