Archiv für Mai 2009

30
Mai
09

Indizierungen Mai 2009

Tonträger

Reichspogrom – In den Krieg B
Vybz Kartel (homophober Dancehall, Anm. fightfascism) – J.M.T. A
Vybz Kartel – Up 2 Die Time B
Vybz Kartel – More up 2 die Time B
Sampler – SS Schwarze Korps A
Race Riot – Terror against Tyranny B
Legion 88 – The best of A
Extressiv – Weiße Brüder für Europa A
Strafmass Wir rechnen ab… A

DVD

Lions Pride + Brigade M – Rock voor Dietsland B

Gedrucktes

Kurt Eggers – Vom Freikorps zur Waffen SS A
Morgenröte oder Abenddämmerung – Nationalbuch der Deutschen Jugend B

29
Mai
09

Kein Versteckspiel für Neonazis in Zeitz?

„Porcus“, der Frontmann der Zeitzer Neonazi-Band „Permafrost“ gibt nicht auf. Nachdem ein Konzert mit mehreren Neonazi-Bands, das Ende April in der Zeitzer Gaststätte „Alte Skatklause“ stattfinden sollte, von der Stadt verboten wurde und damit eine Serie von einschlägigen Konzerten an diesem Ort beendet wurde, wagt er einen neuen Versuch: Anfang Juni sollen die Gruppen „Nordglanz“, „Blutrache“ und Isolfur wieder in der gewohnten Gaststätte, die von Gaston Keidel betrieben wird, auftreten. Die Gruppen „Nordglanz“ und „Blutrache“ sind seit längerer Zeit einschlägig bekannt: „Nordglanz“ treten etwa regelmäßig bei braunen Veranstaltungen auf, dasselbe trifft auf „Blutrache“ zu, bei denen auch „Porcus“ aktiv ist. Im Neonazi-Forum „Thiazi“, in dem er Stammschreiber ist, nimmt er zu Kritik daran, dass er das Konzert öffentlich angekündigt und so die Absage riskiert habe, Stellung: „Wir werden uns definitiv nicht Verstecken oder unseren Konzert Besuchern ein Versteckspiel wie bei RAC Konzerten antun!!! Die Sache wurde mit einem Anwalt geklärt und ich denke nicht das die Stadt soviel Geld hat die Entschädigung zu Zaheln für eine Verbot das so lächerlich ist wie das letzte! Das letzte mal war es unser Fehler aber daraus haben wir gelernt! Das heißt nicht das jetzt nicht dazwischen kommen kann aber es ist doch recht unwahrscheinlich! Einfach hier im Forum Informieren 1-2Tage vor der Veranstaltung und gut!“ (Fehler im Original).

29
Mai
09

Neonazi-Konzert in Annaberg-Buchholz

Update 29. Juni 2009: Als „würdiger Ersatz“ sollte die NS-Blackmetal-Band „Totenburg“ auftreten – dies hätte ein Live-„Comeback“ der seit Jahren nicht mehr aktiven Gruppe bedeutet. Sie schaffte es jedoch nicht mehr rechtzeitig, einen entsprechenden Auftritt vorzubereiten. Im „Christhunt Productions“-Forum hatte auch „Totenburg“-Schlagzeuger Dennis Schoner unter seinem Pseudonym „Pflichterfüllung“ zum „zahlreichen Erscheinen“ bei dem Konzert aufgerufen.

Update 26. Juni 2009: Nachdem die Neonazi-Band „Kroda“ aufgrund von Auseinandersetzungen mit AntifaschistInnen nicht bei dem Konzert auftreten kann, wurde kurzfristig ein „würdiger Ersatz“ angekündigt. Doch auch dieser wurde nun gecancelt. Die Band „Absurd“ wurde offenbar schon vor längerer Zeit ausgeladen. Bei dem Konzert sollen nun lediglich die Bands „Sekhmet“ und „Isolfur“ auftreten.

Update 18. Juni 2009: Im Internetforum des Neonazi-Labels „Christhunt Productions“ wird nun auch der Auftritt der  tschechischen NS-Blackmetal-Band „Sekhmet“ angekündigt, das Konzert finde laut einem geposteten Flyer „zu 100 % sicher statt“, weiters sei „reichliches Erscheinen erwünscht“.

Am 23. Mai fand in „Mitteldeutschland“ (de facto offenbar in Sachsen) ein NS-Blackmetal-Konzert mit zahlreichen einschlägigen Gruppen – darunter die bekannte deutsche Band „Absurd“ – statt. Im Vorfeld wurde vermutet, dass das Konzert im Club „Gleis 3“ (Inhaber: Björn Eichhorn/ Stev Lippold) in Annaberg-Buchholz durchgeführt werden soll. Ob das Konzert tatsächlich an diesem Ort stattfand, ist bis dato ungeklärt,  interessanterweise postet  aber etwa  Hendrik Möbus, Betreiber des Neonazi-Labels „Darker than Black“, im „Myspace“-Gästebuch des „Gleis 3“ einen Konzertflyer für die Veranstaltung. Auch in der „Friends“-Liste des „Gleis 3“ ist Möbus mit seinem Label zu finden.  Die Besitzer des Clubs beschwerten sich  hingegen darüber, dass sie verdächtigt wurden, das Konzert werde bei ihnen stattfinden. Sie hätten nichts mit diesem Konzert zu tun.

Rund einen Monat nach dem Neonazikonzert soll nun laut einem in Neonazi-Kreisen kursierenden Konzertflyer – eben genau in jenem Club – ein Konzert mit der ukrainischen NS-Blackmetal-Gruppe „Kroda“ stattfinden. Trotz des Konzertaufrufes im Internet streiten die Betreiber des Clubs aber auch in diesem Fall jede Beteiligung ab. Laut Informationen aus Szenekreisen findet das Konzert aber sehr wohl im „Gleis 3“ statt.

Konzertflyer für das „Kroda“-Konzert im „Gleis 3“

Die Band „Kroda“ beschreibt ihre Musik als „Ertönen schrecklicher Schlachtrufe von arischen Kriegern Allfadr (Odin, Anm. fightfascism) und das wütende Gebrüll von arischer archetypischer wölfischer Natur“. In einem Interview meint „Kroda“-Frontmann „Eisenslav“ über die angebliche „jüdische Weltverschwörung“: „Es scheint dass nur die die zuviel TV sehen, es nicht sehen können. Es ist selbst für einen Blinden offensichtlich!“. Zum Ende des Interviews grüßt er mit „Arische Grüße! Wotan über alles!“

„Kroda“ treten regelmäßig bei Neonazikonzerten auf. Im April 2008 sollte die Band gemeinsam mit den NS-Gruppen „Absurd“, „Temnozor“ und „Sekhmet“ in Brno (Tschechien) auftreten, das Konzert wurde jedoch abgesagt. Im September 2008 trat die Band gemeinsam mit „Sunwheel“, „Kataxu“ und anderen in Prag auf. Zwei Monte später nahm man am NS-Festival „Kolovorot“ in der Ukraine teil. Im Frühjahr 2009 waren „Kroda“ gemeinsam mit der NS-Band „Temnozor“ in Finnland auf Konzert-Tour.

Neben „Kroda“ werden „Tyrant guests“ angekündigt, hinter diesem Begriff verbirgt sich offensichtlich die NS-Band „Absurd“, die auch als „Tyrants of German Black Metal“ bezeichnet wird.

Einer der Betreiber des „Gleis 3“, Björn Eichhorn, betreibt auch die Konzertagentur „Mephistopheles Concerts“, die jährlich das sogenannte „Fireblade Force Festival“ in Lichtenstein veranstaltet. Auch bei diesen Konzerten treten regelmäßig Vertreter des rechtsextremen Flügels der Black Metal-Szene auf, so etwa im Jahr 2008 die Neonazi-Bands „Satanic Warmaster“ aus Finnland und „Silva Nigra“ aus Tschechien.

 

24
Mai
09

Neonazikonzert in „Mitteldeutschland“ fand ungestört statt

Einen großen Erfolg kann die deutsche Neonazi-Blackmetal-Szene für sich verbuchen: Ein für den 23. Mai in „Mitteldeutschland“ angekündigtes Konzert konnte offenbar ungestört von Polizei und Behörden über die Bühne gehen. Obwohl das Konzert bereits Wochen vor der Veranstaltung mit Kontakttelefonnummer öffentlich in nationalen und internationalen Neonazi-Foren angekündigt wurde, wurde nicht dagegen eingeschritten. Neben bekannten Vertretern der NS-Blackmetal-Szene wie „Freitod“, „Menegroth“, „Sekhmet“, „Ad Hominem“ (in diesem Fall unter dem Pseudonym „Dead?“) traten „Eisenwinter“ und die deutsche Neonazi-Band „Absurd“ als „Special guests“ auf. Veranstaltet wurde das Konzert von Hendrik Möbus, dem ehemaligen Schlagzeuger von „Absurd“, der unter dem Pseudonym „Totentanz Konzerte“ für das Konzert warb. Möbus spielt mit seinem Label „Darker than Black“ und seinem Online-Versand „Merchant of Death“ eine wichtige Rolle im Vertrieb und der Produktion von Tonträgern neonazistischer Musikgruppen. So sind die neuesten Tonträger von „Menegroth“ und „Ad Hominem“ 2009 von Möbus veröffentlicht worden. Auf den Veröffentlichungen finden sich Lieder mit eindeutig nationalsozialistischem Bezug, so etwa „Total Völkermord“ und „Zogisdead“ auf der „Ad Hominem“-Veröffentlichung „Dictator“. Im Lied „Sternenflieger Sturmtruppen“ auf dem „Menegroth“-Release „Gazourmah“ heißt es etwa: „(…) Weltraum-Faschisten und Ordensritter Sternenflieger-Sturmtruppen Mit Reichsflugscheiben fliegen wir durch Nebel und Kometenstaub“.

12
Mai
09

Oberösterreich: Konzert der umstrittenen Band „Nargaroth“

„Zur höheren Ehre des deutschen Soldaten der Wehrmacht 1933 [sic] – 1945. Die Negierung ihrer Leistungen sowie das Augenverschließen vor ihrer Opferbereitschaft, gerade im letzten Kriegsjahr, ist die Schande unserer Nation!“ meint Rene Wagner, Frontmann der deutschen „Black Metal“-Musikgruppe „Nargaroth“ im Booklet seines Tonträgers „Herbstleyd“, den er 1999 veröffentlicht hat. Die Gruppe soll gemeinsam mit anderen, vorwiegend „unpolitischen“ Bands desselben Genres, Ende Juni im Schloss Waldenfels in Reichenthal (Oberösterreich) auftreten. Bei dem genannten Zitat handelt es sich nicht um die einzige Aussage, die die Band in einem Graubereich zum rechtsextremen Flügel der „Black Metal“-Szene erscheinen läßt: Im selben Booklet findet sich etwa auch eine Selbstbeschreibung der Band: „German hateful and misanthropic Black Metal, made from White man for White man.“ Die Bandkollegen von Frontmann Wagner fallen zumindest teilweise auch durch ihre rechtsextreme Einstellung auf: Einer von ihnen – Timo Mothes – bezeichnete etwa in einem Interview die Deutschen als „Herrenrasse“. Wagner selbst outete sich bei Live-Auftritten durch Hitler- und Kühnengrüsse (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nargaroth).

Seit zehn Jahren stehen „Nargaroth“ bei dem neonazistischen Musiklabel „No Colours Records“ unter Vertrag, das zahlreiche einschlägige Tonträger veröffentlicht hat und diese vertreibt. Im Jahr 2007 erschien ein Tonträger von „Nargaroth“ bei dem griechischen Neonazi-Label „Zyklon-B-Productions“. Das Label veranstaltete im Mai des Jahres ein Konzert, bei dem „Nargaroth“ zusammen mit der griechischen Neonazi-Band „Stutthof“ (benannt nach dem in Polen gelegenen Konzentrationslager der Nationalsozialisten), die sich kurz zuvor in „Acherontas“ umbenannt hatte, auftraten.