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Mrz
09

Neonazikonzert in Sachsen: Dead?, Freitod, Menegroth

Update 07. Mai 2009: Eine zusätzliche NS-Black Metal-Band wird für das Konzert angekündigt. Die tschechische Band „Sekhmet“, die am 22. Mai bereits mit „Ad Hominem“ und anderen Neonazi-Bands in Zatec (Tschechien) auftritt, soll auch in Sachsen dabei sein.

Update 18. Mai 2009: Der Veranstalter „Totentanz Konzerte“ kündigt nun auch den Auftritt des Schweizer NS-Blackmetal-Projektes „Eisenwinter“ an. Lieder mit Titeln wie „Auschwitzer Grimmigkeit“, „Vernichtungskrieg“ und „Des Reiches Marsch in Blutrichtung“ gehören zum Repertoire der Band. Im Jahr 2000 wurde ein Tonträger veröffentlicht, der mit Hakenkreuz und Reichskriegsadlern versehen ist.

Cover des „Eisenwinter“-Tonträgers „Helvetische Primitive Black Metal – Tonkunst“ (2000)

Ein Neonazi-Konzert mit – in der rechten Szene bekannten – Vertretern der NS-Blackmetal-Szene soll am 23. Mai 2009 – offenbar in Sachsen – stattfinden. Der Veranstalter „Totentanz Konzerte“ kündigt den Auftritt der Gruppen „Dead?“, „Menegroth“ und „Freitod“ in „Mitteldeutschland“ an.

Hinter dem Pseudonym „Dead?“ verbirgt sich ein Seitenprojekt von „Kaiser Wodhanaz“, dem alleinigen Mitglied des NS-Blackmetal-Projektes „Ad Hominem„. 2002 veröffentlichte er den Tonträger „Planet ZOG – The End„. Das Kürzel „ZOG“ steht für „Zionist Occupied (bzw. Occupation) Government“ und meint die aus der Sichtweise des rechten politischen Lagers „verjudifizierten“ westlichen Demokratien. Der Tonträger wurde im Jahr 2008 in Deutschland indiziert. Seit 2008 steht das Projekt „Ad Hominem“ bei dem Deutschen Neonazi-Label „Darker Than Black“ von Ronald Möbus, Sänger der NS-Blackmetalband „Absurd“, unter Vertrag.

Ein Lied von „Ad Hominem“ heißt „Auschwitz rules“, im Februar 2004 traten „Ad Hominem“ bereits einmal bei einem Konzert in Deutschland – gemeinsam mit den einschlägigen Gruppen „Totenburg“ und „Absurd“ – auf. Ende November 2008 sollte „Kaiser Wodhanaz“ mit einem seiner weiteren Projekte, „Frangar“, in Prenzlau auftreten. Das Konzert, das ebenfalls von „Totentanz Konzerte“ organisiert wurde und von zahlreichen Vertretern der Neonazi-Szene beworben wurde, konnte jedoch nicht stattfinden. Einige Monate zuvor – im Mai 2008 – konnten „Frangar“ noch beim „Storm of Destruction„-Festival in Ingolstadt weitestgehend ungestört auftreten.

Einen Tag vor dem Konzert, das nun im Mai in Sachsen stattfinden soll, in ein Auftritt von „Ad Hominem“ mit anderen Neonazi-Bands in Prag geplant. Auch Konzerte in Belgien und Portugal sind im April vorgesehen (Quelle). Ebenfalls bei „Darker than Black“ steht die auch in Sachsen auftretende Schweizer Gruppe „Menegroth“ unter Vertrag. Auf dem Cover eines 2007 veröffentlichten Tonträgers ist etwa ein SS-Mann bzw. Wehrmachtssoldat mit Maschinengewehr abgebildet.

Cover eines 2007 veröffentlichten „Menegroth“-Tonträgers

Auch der Titel eines Liedes – Leibstandarte Luzifer – ist offenbar eine Anlehnung an den Nationalsozialismus. Auch eine Coverversion eines Liedes der rechten Band „Von Thronstahl“ findet sich auf der CD, auf anderen Tonträgern werden Neonazi-Bands wie „Absurd“ gecovert oder wird die „Schwarze Sonne“ (Symbol der Nationalsozialisten) besungen.

Die ebenfalls aus der Schweiz stammende Gruppe „Freitod“ bezeichnet sich auf dem Cover ihres neuestens Tonträgers als „N.S. Occult Metal“. Das Cover zeigt eine Satansfigur mit dem Kopf Adolf Hitlers und enthält eine Coverversion eines Liedes der NS-Band „Spear of Longinus“. Veröffentlicht wurde der Tonträger von dem Schweizer Label „Bergstolz“.

Cover eines 2008 veröffentlichten „Freitod“-Tonträgers

Die aktuelle Veröffentlichung ist ein weiteres Beispiel aus einer langen Reihe an einschlägigen, neonazistischen Produktionen dieser Band: 2004 wurde eine Kassette mit dem Titel „Support the Holocaust against Humanity“ in einer Auflage von 88 Stück veröffentlicht, 2005 ein weiterer in derselben symbolträchtigen Auflage. 2006 folgte eine Veröffentlichung mit dem Titel „Black Metal Holocaust“ – darauf befindet sich ein Lied mit dem Titel „Die Vernichtung der Pest niederer Rassen“. 2007 erschien der Tonträger „Freitod macht frei“ (Anspielung auf „Arbeit macht frei„) – auf dem Cover steht geschrieben: „Fuck the jewish bastard son!“ (gemeint ist Jesus). Weiters steht geschrieben: „Ab ins Gas: (…) Dornbusch (…)“. Christian Dornbusch ist einer der Autoren des Buches „Unheilige Allianzen – Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus„. Auf den Covers der meisten der genannten Tonträger sind Leichenberge (aus Konzentrationslagern) abgebildet. Bei den Veranstaltern des Konzertes handelt es sich offenbar um Personen aus dem Umfeld des Neonazi-Labels „Darker Than Black“.


4 Responses to “Neonazikonzert in Sachsen: Dead?, Freitod, Menegroth”


  1. 1 Tino
    März 26, 2009 um 6:49 pm

    Und Mitteldeutschland ist Sachsen? Ist das Sicher?

    Das Bild, und da muss ich als Schweizer natürlich protestieren, ist weder Wehrmacht noch SS sondern ein einfacher schweizer Soldat. Und ganz so schlimm wie die Nazis waren wir also dann doch nicht, auch wenn dieses Bild hier wohl für schäbige kriegsverherrlichende Propaganda missbraucht wurde.


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