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Mrz
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Rechtes Blackmetal-Magazin aus Österreich

Auf der Homepage des laut eigenen Angaben 2005 gegründeten „Blackmetal“-Online-Magazines „Enemy of God“ wird man mit dem Spruch „Suum cuique – Jedem das Seine!“ begrüßt. In der deutschen Form fand dieser Spruch etwa am Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald seine Anwendung.

Das Magazin beruft sich in bekannter rechter Diktion auf die „freedom of speech“ (Meinungsfreiheit), die es gegen linke, antifaschistische Organisationen zu verteidigen gelte. Im Folgenden soll erläutert werden, was von Seiten des Magazins darunter verstanden wird: Unter der Rubrik „Interviews“ finden sich auf der Homepage zahlreiche Gespräche mit neonazistischen Musikgruppen wie „Permafrost“, „Pestschwadron“ und „Odal“. Ebenso werden zahlreiche einschlägige Tonträger besprochen, etwa von „Hakenkreuz Nocturna“, „Armaggedon“ und „Spear of Longinus“. Die Beschreibung eines Tonträgers der NS-Band „Birkenau“, dessen Cover den Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zeigt, beginnt mit den Worten „Birkenau ist ein Solo-Projekt aus den USA und wird meiner Meinung nach zu wenig gewürdigt“.

Screenshot von der Homepage des „Enemy of God“ -Magazins

Der Betreiber des Magazins nennt sich „Commander Morgor“ und präsentiert sich auf der Seite seiner Band „Antichristian Kommando“ mit dem Totenkopf der SS. Angeblich, um den „Andrang nordamerikanischer Bands/Labels/etc (zu) erleichtern“, hat man in Quebec (Kanada) eine eigene „Redaktion“ des „Enemy of God“-Magazines eingerichtet. Auf der Homepage dieser kanadischen Ausgabe findet sich etwa ein Interview mit der kanadischen Neonazi-Gruppierung „Vinland Front“, die ein Zusammenschluss von Neonazi-Bands und Einzelpersonen ist.


2 Responses to “Rechtes Blackmetal-Magazin aus Österreich”


  1. 1 Paul K.
    Juni 27, 2009 um 8:42 pm

    Ich bitte um Richtigstellung:
    Die Behauptung,“Birkenau“ sei eine NS-Black-Metal Band ist nicht zutreffend.
    Das Solo-Projekt,zuvor bekannt unter dem Namen I shalt become und später unter diesem Namen wiedergegründet hat sich mehrfach eindeutig von jeglichem Nationalsozialistischen Gedankengut distanziert.
    Sie sehen den Namen als Symbol für das schlechte im Menschen.
    Auch wenn die Band sicherlich über ihren Namen und das Coverartwork provoziert,so wird sich bei genauerer beschäftigung mit Musik,Texten und Hintergrund zeigen,dass sie keinerlei Bezug zum Nationalsozialismus hat.

  2. 2 fightfascism
    Juni 28, 2009 um 9:26 am

    Die Band steht/ stand bei den Neonazi-Labels „No Colours Records“ und „Darker than Black“ unter Vertrag. 1999 war die Gruppe bereits auf einem Sampler mit dem Titel „The Night and the Fog: A Tribute to the National Socialist Black Metal Underground“ neben zahlreichen anderen Neonazi-Bands vertreten. Also erspar uns bitte diese absolut lächerlichen und substanzlosen Relativierungsversuche.


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