Archiv für März 2009

25
Mrz
09

Neonazikonzert in Sachsen: Dead?, Freitod, Menegroth

Update 07. Mai 2009: Eine zusätzliche NS-Black Metal-Band wird für das Konzert angekündigt. Die tschechische Band „Sekhmet“, die am 22. Mai bereits mit „Ad Hominem“ und anderen Neonazi-Bands in Zatec (Tschechien) auftritt, soll auch in Sachsen dabei sein.

Update 18. Mai 2009: Der Veranstalter „Totentanz Konzerte“ kündigt nun auch den Auftritt des Schweizer NS-Blackmetal-Projektes „Eisenwinter“ an. Lieder mit Titeln wie „Auschwitzer Grimmigkeit“, „Vernichtungskrieg“ und „Des Reiches Marsch in Blutrichtung“ gehören zum Repertoire der Band. Im Jahr 2000 wurde ein Tonträger veröffentlicht, der mit Hakenkreuz und Reichskriegsadlern versehen ist.

Cover des „Eisenwinter“-Tonträgers „Helvetische Primitive Black Metal – Tonkunst“ (2000)

Ein Neonazi-Konzert mit – in der rechten Szene bekannten – Vertretern der NS-Blackmetal-Szene soll am 23. Mai 2009 – offenbar in Sachsen – stattfinden. Der Veranstalter „Totentanz Konzerte“ kündigt den Auftritt der Gruppen „Dead?“, „Menegroth“ und „Freitod“ in „Mitteldeutschland“ an.

Hinter dem Pseudonym „Dead?“ verbirgt sich ein Seitenprojekt von „Kaiser Wodhanaz“, dem alleinigen Mitglied des NS-Blackmetal-Projektes „Ad Hominem„. 2002 veröffentlichte er den Tonträger „Planet ZOG – The End„. Das Kürzel „ZOG“ steht für „Zionist Occupied (bzw. Occupation) Government“ und meint die aus der Sichtweise des rechten politischen Lagers „verjudifizierten“ westlichen Demokratien. Der Tonträger wurde im Jahr 2008 in Deutschland indiziert. Seit 2008 steht das Projekt „Ad Hominem“ bei dem Deutschen Neonazi-Label „Darker Than Black“ von Ronald Möbus, Sänger der NS-Blackmetalband „Absurd“, unter Vertrag.

Ein Lied von „Ad Hominem“ heißt „Auschwitz rules“, im Februar 2004 traten „Ad Hominem“ bereits einmal bei einem Konzert in Deutschland – gemeinsam mit den einschlägigen Gruppen „Totenburg“ und „Absurd“ – auf. Ende November 2008 sollte „Kaiser Wodhanaz“ mit einem seiner weiteren Projekte, „Frangar“, in Prenzlau auftreten. Das Konzert, das ebenfalls von „Totentanz Konzerte“ organisiert wurde und von zahlreichen Vertretern der Neonazi-Szene beworben wurde, konnte jedoch nicht stattfinden. Einige Monate zuvor – im Mai 2008 – konnten „Frangar“ noch beim „Storm of Destruction„-Festival in Ingolstadt weitestgehend ungestört auftreten.

Einen Tag vor dem Konzert, das nun im Mai in Sachsen stattfinden soll, in ein Auftritt von „Ad Hominem“ mit anderen Neonazi-Bands in Prag geplant. Auch Konzerte in Belgien und Portugal sind im April vorgesehen (Quelle). Ebenfalls bei „Darker than Black“ steht die auch in Sachsen auftretende Schweizer Gruppe „Menegroth“ unter Vertrag. Auf dem Cover eines 2007 veröffentlichten Tonträgers ist etwa ein SS-Mann bzw. Wehrmachtssoldat mit Maschinengewehr abgebildet.

Cover eines 2007 veröffentlichten „Menegroth“-Tonträgers

Auch der Titel eines Liedes – Leibstandarte Luzifer – ist offenbar eine Anlehnung an den Nationalsozialismus. Auch eine Coverversion eines Liedes der rechten Band „Von Thronstahl“ findet sich auf der CD, auf anderen Tonträgern werden Neonazi-Bands wie „Absurd“ gecovert oder wird die „Schwarze Sonne“ (Symbol der Nationalsozialisten) besungen.

Die ebenfalls aus der Schweiz stammende Gruppe „Freitod“ bezeichnet sich auf dem Cover ihres neuestens Tonträgers als „N.S. Occult Metal“. Das Cover zeigt eine Satansfigur mit dem Kopf Adolf Hitlers und enthält eine Coverversion eines Liedes der NS-Band „Spear of Longinus“. Veröffentlicht wurde der Tonträger von dem Schweizer Label „Bergstolz“.

Cover eines 2008 veröffentlichten „Freitod“-Tonträgers

Die aktuelle Veröffentlichung ist ein weiteres Beispiel aus einer langen Reihe an einschlägigen, neonazistischen Produktionen dieser Band: 2004 wurde eine Kassette mit dem Titel „Support the Holocaust against Humanity“ in einer Auflage von 88 Stück veröffentlicht, 2005 ein weiterer in derselben symbolträchtigen Auflage. 2006 folgte eine Veröffentlichung mit dem Titel „Black Metal Holocaust“ – darauf befindet sich ein Lied mit dem Titel „Die Vernichtung der Pest niederer Rassen“. 2007 erschien der Tonträger „Freitod macht frei“ (Anspielung auf „Arbeit macht frei„) – auf dem Cover steht geschrieben: „Fuck the jewish bastard son!“ (gemeint ist Jesus). Weiters steht geschrieben: „Ab ins Gas: (…) Dornbusch (…)“. Christian Dornbusch ist einer der Autoren des Buches „Unheilige Allianzen – Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus„. Auf den Covers der meisten der genannten Tonträger sind Leichenberge (aus Konzentrationslagern) abgebildet. Bei den Veranstaltern des Konzertes handelt es sich offenbar um Personen aus dem Umfeld des Neonazi-Labels „Darker Than Black“.

24
Mrz
09

NPD-Neonazikonzert in Sachsen konnte ungehindert stattfinden

Nahezu ungehindert von Polizei und Behörden konnte am 21. März im sächsischen Geheege (Rothenburg) ein von der NDP veranstaltetes Neonazikonzert mit rund 1000 BesucherInnen stattfinden. Steffen Hentschel, Betreiber der örtlichen Gaststätte „Deutsche Eiche“ und NPD-Kandidat für den Stadtrat von Rothenburg, hatte den Faschisten sein Lokal zur Verfügung gestellt. Seine fadenscheinige Ausrede, dass er „schließlich auch irgendwie sein Geld verdienen muss“ (Sächsische Zeitung, 19.03.09), kann angesichts der politischen Tragweite derartiger Veranstaltungen keineswegs akzeptiert werden. Er erhielt laut NPD darüber hinaus von einer örtlichen Bank 20.000 Euro dafür geboten, das Konzert nicht stattfinden zu lassen. Im neonazistischen „Thiazi“-Forum ist man angesichts von so viel „Heldenmut“ voll des Lobes für die Loyalität des Wirtes: „Der Wirt scheint ja nicht abgeneigt zu sein“.

Während die Polizei vor dem Konzert ankündigte, in „angemessener Präsenz vor Ort“ zu sein, freuten sich die Faschisten nach dem Konzert im „Thiazi“-Forum über deren Zurückhaltung:

„Die Bullen haben zum Glück ihre Knüppel still gehalten. Es wurden die Autos allerdings durchsucht und Ausweise durchgesehen. Dasselbe Spiel wie immer. Ansonsten waren da nur zwei Streifenwägen mit einer Speckbullenbesatzung hin und wieder mal da. War also recht human.“

„Kontrollen gab es bei uns auch keine.“

„Dank einem kurzhaarigen Mitfahrer mussten wir in ne kurze Kontrolle, wurden aber nur oberflächlich behandelt, gab da überhaupt keine Probleme.“

„Anreise verlief ohne Probleme außer eine 5 Minuten Pause durch die Polizei.“

„Die Polizei zog im Laufe der Nacht ihre Einsatzkräfte ab mit den Worten: ‚Es hat alles gut geklappt sie sind zufrieden’.“

Derartige – als politische Veranstaltung getarnte – Neonazi-Konzerte, die der NPD und anderen Neonazi-Organisationen als lukrative Geldquelle dienen, sind in Sachsen und anderen deutschen Bundesländern längst keine Ausnahme mehr: Veranstaltungen wie der „Sachsentag“, das „Fest der Völker“ und andere dienen vor allem dazu, Jugendliche für das ewiggestrige, menschenverachtende Gedankengut zu begeistern. Umso wichtiger ist es, alles menschenmögliche zu tun, um diese Hass-Events zu verhindern!

19
Mrz
09

Rechtes Blackmetal-Magazin aus Österreich

Auf der Homepage des laut eigenen Angaben 2005 gegründeten „Blackmetal“-Online-Magazines „Enemy of God“ wird man mit dem Spruch „Suum cuique – Jedem das Seine!“ begrüßt. In der deutschen Form fand dieser Spruch etwa am Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald seine Anwendung.

Das Magazin beruft sich in bekannter rechter Diktion auf die „freedom of speech“ (Meinungsfreiheit), die es gegen linke, antifaschistische Organisationen zu verteidigen gelte. Im Folgenden soll erläutert werden, was von Seiten des Magazins darunter verstanden wird: Unter der Rubrik „Interviews“ finden sich auf der Homepage zahlreiche Gespräche mit neonazistischen Musikgruppen wie „Permafrost“, „Pestschwadron“ und „Odal“. Ebenso werden zahlreiche einschlägige Tonträger besprochen, etwa von „Hakenkreuz Nocturna“, „Armaggedon“ und „Spear of Longinus“. Die Beschreibung eines Tonträgers der NS-Band „Birkenau“, dessen Cover den Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zeigt, beginnt mit den Worten „Birkenau ist ein Solo-Projekt aus den USA und wird meiner Meinung nach zu wenig gewürdigt“.

Screenshot von der Homepage des „Enemy of God“ -Magazins

Der Betreiber des Magazins nennt sich „Commander Morgor“ und präsentiert sich auf der Seite seiner Band „Antichristian Kommando“ mit dem Totenkopf der SS. Angeblich, um den „Andrang nordamerikanischer Bands/Labels/etc (zu) erleichtern“, hat man in Quebec (Kanada) eine eigene „Redaktion“ des „Enemy of God“-Magazines eingerichtet. Auf der Homepage dieser kanadischen Ausgabe findet sich etwa ein Interview mit der kanadischen Neonazi-Gruppierung „Vinland Front“, die ein Zusammenschluss von Neonazi-Bands und Einzelpersonen ist.

15
Mrz
09

Neo Nazi Project „Ad Hominem“ – Concerts in Europe

Update (30.04.2009): The concert on 22nd of May at the „Exit Chmelnice“ in Prague was cancelled, instead the Neo Nazi concert is now scheduled to take place at the restaurant „Lidový Dům“ in Zatec but without the bands „Legacy of Blood“ and „Slunovrat“.

The French Neo Nazi One-Man Project “Ad Hominem“ is announced to play several concerts in Europe in April and May. The band was founded in 1998. In 2002 it produced a record with the title “Planet ZOG – The End”. “ZOG” means “Zionist Occupied Government”, so it means an anti-Semitic conspiracy theory which holds that Jews secretly control a given country, while the formal government is a puppet regime. On the record one can find a song with the title “Auschwitz rules”, which is a glorification of the National Socialist Holocaust and mass murder. In interviews, the band member “Kaiser Wodhanaz” spoke about his political opinion: About National Socialism: ““However I admire the 39-45 era, and I feel close to its visual. I`m also against mongrelism, white European people should have stayed pure.” About “Aryanism”: „Aryanism is more a way of live than a state. You can be born blond and blue-eyed, and anyway support mongrelism and love niggers. […] I rather think that Aryanism is like elitism.“ On 4th of April „Ad Hominem“ are announced to play at the club „162“ in Hekelgem, Belgium. First the concert should take place at the club “The Frontline” in Gent but it was cancelled because of antifascist protests. On 30th of April “Ad Hominem” shall play at the “SWR Metalfest” in Barroselas. On 22nd of May they are announced to play at the “Exit Chmelnice” in Prague. This concert is organized by Marian Prochazka who did several concerts with Neo Nazi Black Metal Bands in the Czech Republic in the past. At the concert further Neo Nazi bands shall play: “Infernal War” (Poland), “Inferno” (Czech Republic), “Sekhmet” (Czech Republik). Also the bands „Legacy of blood“ and “Slunovrat” are announced. Obviously on 23rd a concert with “Ad Hominem” is scheduled to take place in Saxony.

09
Mrz
09

Neonazi Concert in Belgium cancelled for the 2nd time

A concert with the extreme right Death Metal Band „Arghoslent“ (and also “Natrach” and “Gravewürm”) from USA was scheduled to take place on 10th of March at the club „The Frontline“ in Gent. Because of threats against his person the organizer of the concert first decided to cancel the concert. Nevertheless the concert now should take place at the Jeugdhuis Jakkedoe in Desselgem, but it was again cancelled. In the beginning of march „Arghoslent“ played some shows in Finland in common with the Neo Nazi bands „Satanic Warmaster“ and „Hammer“. „Arghoslent“ also released a split-record with the Greek Neo Nazi band “Der Stürmer”. On the record one can find a song with the title “The Ghosts of Flossenburg” which is glorifying the National Socialist concentration camps Flossenbürg and Sachsenhausen. Furthermore “Arghoslent” is announced to play at a “Hammerskins” Neonazi-Festival on 23rd of May in the USA.

Cover of split-record of the Neo Nazi bands „Mudoven“, „Der Stürmer“ and „Arghoslent“

On 4th of April a further Neo Nazi concert is scheduled to take place at “The Frontline” Club. The French Neonazi Band “Ad Hominem” and also the bands “Counthell”, “Koester”, “Natrach” and “Infinity” shall play.

02
Mrz
09

Indizierungen Februar 2009

Division Voran – Die Gefallenen A
Absurd – Facta Loquuntur B
Faktor Deutschland – Wie Brüder A
Stahlkoloss/ Zero Tolerance – Feuer und Blut A
Ornaments of Sin – Inhale Zyklon B – A
HKL – Live in Dortmund A
Angriff 88 – Sieg Heil Aryan Brothers B
Agitator – Die Straßen frei A
Razors Edge – These wheels roll for victory B
Burning hate – This is the end of your days A
Kingbock – Walther-Steinar-Königsee A
Dritte Halbzeit – Wilde Kerle A

02
Mrz
09

Neonazikonzert in Sachsen angekündigt

„Ein neues System muß (sic) her! Nationaler Sozialismus, jetzt!“, fordert eine Kooperation aus der Neonazipartei NPD und „Freien Kräften“ im Rahmen eines „Vortrags- und musikalischen Abends“, der am 21. März in Sachsen stattfinden soll. Es handelt sich dabei um eine Wahlkampfveranstaltung der NPD und nicht nur anhand des genannten Slogans, sondern auch anhand der Auswahl der Bands, die im Rahmen dieser Veranstaltung auftreten sollen, wird klar, worum es gehen soll: Um die Schaffung eines nationalsozialistischen Systems nach Machart Adolf Hitlers. Die NPD hat sich längst davon verabschiedet, die Rolle des Wolfes im demokratischen Schafspelz zu spielen. Völlig offen wird ein undemokratisches System gefordert und braunen Musikgruppen eine Bühne geboten. Als Verantwortlicher für die Veranstaltung tritt der Neonazi Andreas Storr auf, er und der Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger werden als Redner angekündigt. Weiters wird der Auftritt folgender Neonazi-Bands angekündigt: „Eugenik“, „Blue Max“, „Nordglanz“, „Sturmwehr“, „Before the War“, „DLK/Skalinger“, „Blitzkrieg“.