02
Dez
08

Immer wieder Ellrich, immer wieder der Lindenhof

Der folgende Text wurde fightfascism freundlicherweise von der Gruppe AANDH zur Verfügung gestellt

Immer wieder Ellrich, immer wieder der Lindenhof. Wieder einmal soll der Lindenhof in Ellrich Veranstaltungsort eines Black-Metal-Konzertes, aus der Reihe „Calling-for-Battle“(CfB), sein. Wieder einmal wird klar, dass es sich nicht nur um unpolitische Bands handelt, die am 06.Dezember 2008 spielen werden. Wieder einmal gibt es von Seiten der Stadt, Vertreten durch den Bürgermeister und das zuständige Ordnungsamt, keinerlei Bedenken oder Bestrebungen das Konzert zu untersagen. Im Jahr 2007 fanden am 20.Oktober und am 03.November jeweils „CfB“-Konzerte in Ellrich und am 28.April in der Festhalle/Sundhausen statt. Damals wurde versucht zu intervenieren, den Verantwortlichen begreiflich zu machen in welchem Kontext die Konzerte – deren Veranstalter – ein Teil der Bands und ein Teil der Besucher stehen. Vergeblich! Wir versuchen es erneut! Wir hoffen, anhand der Skizzierung von bereits durchgeführten „CfB“-Konzerten deutlich machen zu können, das die Veranstalter Carsten K./Magdeburg, Spitzname „Cyankali Carsten“ und Mitglied bei der rechtsextremen Band „Suicide Solution“, Andreas G./Seesen, Betreiber des Labels „Wotanstahl Klang-schmiede (Germania)“ und Michael S./Seesen, Betreiber des Labels „Obscure Abhorrrence Production“ der rechtsextremen Musikszene zu zuordnen sind. G. und S. produzieren und vertreiben rechtsextreme Tonträger über ihre Labels oder wie am Beispiel von G., der auch bei dem Internet-Shop „Ebay“ neben unpolitischen Tonträgern rechtsextreme und neonazistische Veröffentlichungen zum Kauf anbietet. Die Band von K., „Suicide Solution“, spielte zum Beispiel bei einem Konzert in Wurzen, im Mai 2006, gemeinsam mit anderen extrem rechten Musikgruppen. Dort punkteten sie mit einer Cover-Version des Liedes “Schwarze Sonne” der neonazistischen Band “Genocide”. Die Anmelderin Rebekka T./Herzberg ist ebenfalls keine Unbekannte in der Szene, veranstaltete sie doch unter dem Namen „Hellstorm over Harz“ -ebenfalls im Lindenhof- unter anderem ein Konzert mit der rechten Black-Metal-Band „Horna“/Finnland. Was ist mit den bereits stattgefunden „CfB“-Konzerten? Anhand der Auflistung der Bands und den Vorkommnissen sollte eigentlich klar werden, das immer wieder rechtsextreme und vom Verfassungsschutz beobachtete Bands spielen. Da erscheint die Darstellung auf der „CfB“-Internet-Seite: „Calling For Battle“ does neither stand for national socialistic nor any other political attitude.“ mehr als unglaubwürdig. Immer wieder spielen Bands wie „Nachtfalke“, „Permafrost“ oder „Suicide Solution“ auf den „CfB“-Konzerten. Bands, die mehr als eindeutig dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet werden können, Beweise findet Mensch genug im Internet, in einschlägigen Foren oder in Interviews von Szene-Fanzines. -> Bei dem ersten derartigen Konzert im März 2006 konnten unter anderem rechtsextreme/ neonazistische Bands wie “Nachtfalke”, “Kriegsmaschine” und „Holmgang” ungestört auftreten. Das zweite Konzert, Mai 2006, wurde von den ebenfalls einschlägigen Bands “Moontower”, “Inferno” und “Suicide Solution” unterstützt. Das Konzert fand im Lokal des bekannten Labels “Front Records” in Wurzen/Sachsen statt. Bereits am Bahnhof eintreffende Black-Metal-Fans grüßten sich mit dem “Hitlergruss”, weitere eindeutige Gesten konnten von einem anwesenden Fernsehteam der ARD dann auf dem Konzert selbst beobachtet werden. Auch beim dritten Konzert, im Oktober 2006 mangelte es nicht an neonazistischer und extrem rechter Prominenz. So spielte die polnische NSBM-Band “Thunderbolt“. Mit dabei waren auch wieder die Bands “Kriegsmaschine” und “Inferno”. -> Das vierte Konzert wurde am 28.April 2007 in der Festhalle/Sundhausen abgehalten, wobei hier nach eigenen Angaben der Veranstalter darauf verzichtet wurde, das Konzert unter dem Namen “Calling for Battle” zu bewerben, um Probleme zu vermeiden. Auf dem Programm standen die Bands “Eternity”, “Paria” und “Lugubrum”, als “Special guest” trat die Gruppe “Permafrost” auf. Im Juni 2007 fand das fünfte so genannte “Calling for Battle”-Konzert im Kleingartenverein „Am Hanberg“ in Salzgitter-Bad statt. Neben einigen “unpolitischen” Gruppen konnte auch die NS-Black-Metal Band “Cultus” aus den Niederlanden auftreten. Die extrem rechte Band “Suicide Solution” machte einen Spontanauftritt. Das Konzert war Teil einer Europa-Tour, die je einen Auftritt in Frankreich und Belgien und zwei in Deutschland umfasste. Der Organisator der Tour, Arjan Peeks, ist Frontmann der Band “Cultus” und Betreiber des Labels “Heidens Hart”, das neonazistische Tonträger produziert und vertreibt. In einem Interview im Jahr 2002 grüßte er etwa mit “Sieg Heil”. Und was ist mit dem 06.Dezember 2008? Wieder einmal ist es eine Kombination von rechten und nicht-rechten Black-Metal-Bands. So werden neben „No Empathy“/Sachsen und „Proclamation“/Spanien die Kriegsverherrlichende Band „Truppensturm“ (früher „Strumtruppen“) und die rechtsoffene Band „Paria“ spielen. „Truppensturm“ glorifizieren anhand ihrer Titel und CD-Cover den Krieg und die Wehrmacht,das Ganze nennt sich „War-Metal“. „Paria“ veröffentlichten 2002 eine Kassette mit dem Titel „Black Magic Holocaust Tunes“ und 2008 auf dem bereits genannten rechten Label „Obscure Abhorrence“, das Album „VerminRace“. Die Band spielt des öfteren bei „CfB“ Konzerten, unter anderem am 28.April 2007 mit der Band „Permafrost“/Sachsen-Anhalt, welche vom Verfassungsschutz-Sachsen-Anhalt als rechtsextreme Band eingestuft wird. Erst am vergangenen Samstag, 29.11.2008, traten beide Bands zusammen in Zeitz auf. Darüber hinaus findet sich „Paria“ unter anderem auf dem Sampler „11 Years of Blood, Cum & Satan“ wieder, welcher im Juni 2007, bei dem rechten Label „Blutvergießen Productions“, veröffentlich wurde. Auf dem Cover ist ein „Reichsadler“ zu sehen. Was nun? … etwas tun! Sicher ist, das nicht alle Bands und Besucher als rechtsextrem einzustufen sind. Sicher ist aber auch, das Veranstalter, einige Bands und Besucher sich in der rechtsextremen Szene bewegen und rechtsextremer Gesinnung sind. Somit können sie anhand der Musik und den „CfB“-Konzerten ihre menschenverachtende und vor allem antisemitische Gesinnung zur Schau stellen. Sie schaffen für diese Zeit einen für sich „Juden- und Rechts- freien“ Raum, in dem der Nationalsozialismus, die Wehrmacht und der Krieg glorifiziert werden können. Anhand der hier kurz beschrieben Infos (und den vielen anderen, die sich finden lassen) sollte klar geworden sein, das es sich bei „Callnig for Battle“-Konzerten nicht um „normale“ Konzerte handelt. Es sollte klar sein das hier immer wieder nicht-rechte mit rechten Bands zusammen spielen und somit eine Grauzone geschaffen wird, wo es immer schwerer wird zu reagieren -zu handeln- je länger es keinen Widerspruch gibt und die Konzerte nicht untersagt bzw. unterbunden werden. Dem Konzert am 06.12.2008 wird am 24.01.2009 ein weiteres folgen. Auch dort werden wir intervenieren und aufklären. Am 24.01.2009 werden die hier genannten Veranstalter wieder tätig sein, nur mit anderen Bands. Anmerkung: Alle hier gemachten Aussagen zu Veranstaltern, Bands und deren Hintergrund sind im Internet und in diversen Publikationen beweisfähig und nach-recherchier-bar. AANDH // PuR AANDH, Dezember 2008

siehe auch: http://apa.blogsport.de/2008/12/02/immer-wieder-ellrich-immer-wieder-der-lindenhof/


1 Response to “Immer wieder Ellrich, immer wieder der Lindenhof”


  1. 1 Thüringer Allgemeine
    Dezember 15, 2008 um 4:11 pm

    Konzertreihe sorgt für Unruhe in Ellrich

    ELLRICH (kk). Zum wiederholten Mal ist am Samstag im Ellricher Lindenhof ein „Calling for Battle“-Konzert. Diese Veranstaltungsreihe ist im Visier der Verfassungsschützer – gleichwohl gab es von der Behörde gestern grünes Licht für Samstag.

    „Wir hatten keine Möglichkeit, die Veranstaltung zu untersagen“, erklärte Ellrichs Ordnungsamtschef Jürgen Köthe mit Blick auf die gestern erteilte Genehmigung für das Black-Metal-Konzert, das Rebeka Taute aus Herzberg angemeldet hat. Es sei „nicht zu erkennen, dass eine rechtslastige Band auftritt“, sagte Köthe und verwies auf die Prüfung der Polizei. Laut deren Sprecherin Katja Romankewitz gebe es „keine Erkenntnisse zu Staatsschutzrelevantem“.

    Anders sieht das Thorsten Platow, in der Nordhäuser Antifa-Szene aktiv: Neben ganz normalen Bands treten auch rechte auf, meint er: „´Truppensturm´ glorifiziert anhand ihrer Titel und CD-Cover Krieg und Wehrmacht. ´Paria´ veröffentlichte 2002 eine Kassette mit dem Titel ´Black Magic Holocaust Tunes´.“ Außerdem finde sich „Paria“ auf einem Sampler, dessen Cover ein Reichsadler ziert. „Ich glaube Herrn Platow“, erklärte Katja Fiebiger von der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus (Mobit). Auch der Thüringer Verfassungsschutz mahnt indirekt zu Skepsis. „Es gibt Anhaltspunkte für rechtsextremistische Bezüge der Veranstaltungsreihe ´Calling for Battle´“, sagte dessen Sprecher. Allerdings gebe es noch keine abschließende Beurteilung, „wir schauen weiter aufmerksam hin“.

    Jürgen Köthe vom Ellricher Ordnungsamt weist den Vorwurf, auf dem rechten Auge blind zu sein, von sich: „Wir wären auch froh, wenn es diese Konzerte in Ellrich nicht gäbe, aber wir können sie nicht verbieten.“

    Auf das Urteil der Stadt, das Konzert sei genehmigungsfähig, verlässt sich Lindenhof-Inhaber Uwe Fischer: „Ich kümmere mich persönlich gar nicht darum, welche Bands das sind“, sagte er gestern. Angesichts der Genehmigung hält der Ellricher den Vorwurf, er biete Rechtsgesinnten einen Raum, für „unberechtigt“.

    03.12.2008


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