21
Okt
08

Annihilation 666 (D) – Bandbeschreibung

Ein Lied der 2006 gegründeten sächsischen Band „Annihilation 666“ trägt den Titel „Kristallnacht“ – wohl nicht ganz zufällig verwendet man hier einen Namen, unter mit dem auch die antisemitische Pogromnacht der Nationalsozialisten am 09. November 1938 bekannt ist. Die Band entgegnet, der Text des Liedes habe nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun. Das Lied befindet sich auf einem Tonträger, der mit „Smash the stones“ betitelt ist. Welche Steine zerschlagen werden sollen, sieht man auf dem Cover des Tonträgers. Es ist ein Grabstein mit hebräischer Inschrift, bei dem Verstorbenen handelt es sich somit offenbar um einen Angehörigen der jüdischen Religion.

Vergangene Konzerte werden auf der „Myspace“-Seite der Band als „Past Pogroms“ („Vergangene Pogrome“) bezeichnet. Ins Bild passt, dass der Sänger der Band („Corruptor“) – glaubt man einem Beitrag in einem Metalforum – bei einem Konzert in Trier im März 2008 mit einer auf den Bauch gemalten SS-Rune auftrat. Gemeinsam mit dem Gitarristen der Band, der auch bei der deutschen NS-Band „Amalek“ Mitglied ist, betrieb er die Band „Schwertzeit“, die etwa auf einem Sampler zu Ehren der NS-Band „Absurd“ („Absurd – Tribut to the tyrants of german black metal“) gemeinsam mit anderen einschlägigen Gruppen vertreten ist. In einem „Myspace“-Gästebuch grüßt „Corruptor“ mit den folgenden Worten: „(…) entsende ich Dir die besten Grüße in die alte Ostmark! Krieg Heil Luzifer!“. Auch auf seiner eigenen „Myspace“-Seite gibt es Bezüge zum Nationalsozialismus: „Fuck off and die, I don’t need 6 Million friends“ meint „Corruptor“ und spielt damit offensichtlich auf die Zahl der im Nationalsozialismus ermordeten Juden an. Der aktuellste Tonträger von „Annihilation 666“, eine Split-Veröffentlichung mit der Band „Bliss of Flesh“, erschien bei dem einschlägigen Label „World Terror Committee Productions“, das vom Schlagzeuger der Neonazi-Band „Absurd“, Sven Zimper, betrieben wird. Ein Konzert der Band gemeinsam mit der rechtsextremen Gruppe „Permafrost“, das am 03. Mai 2008 in Suhl (Thüringen) stattfinden sollte, wurde von den Behörden bzw. den Betreibern des Clubs abgesagt. Erst kürzlich konnte die Band beim „Fireblade Force Festival“ im Club „Uni“ in Lichtenstein (Sachsen) ungestört mit zahlreichen rechtsextremen und neonazistischen Bands wie „Satanic Warmaster“, „Silva Nigra“, „Nachtfalke“ und „Vargsang“ auftreten.


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