30
Sep
08

Zahlreiche Neonazi-Konzerte zu Ehren des B&H-Gründers Ian Stuart Donaldson

Wie jedes Jahr fanden bzw. finden auch in diesem Herbst in diversen europäischen und außereuropäischen Ländern Neonazi-Konzerte zum „Gedenken“ an den verstorbenen Gründer des braunen Netzwerkes „Blood and Honour“, Ian Stuart Donaldson, statt. Die Zahl und Größe der Konzerte beweist, dass die internationale Neonazibewegung auch im Musikbereich nach wie vor sehr aktiv und vernetzt ist, im Folgenden werden die bekannten Beispiele beschrieben.

Ungarn

Am 13. September konnten in der ungarischen Stadt Nogradsap vor angeblich 600 bis 650 BesucherInnen insgesamt sieben braune Bands auftreten und neben dem „Gedenken“ an Donaldson „10 Jahre Deutsch-Ungarische Freundschaft“ zelebrieren. Vier der aufgetretenen Bands stammen aus dem deutschsprachigen Raum: „Service Crew Vienna“ aus Österreich, „Radikahl/Volkstroi“, „White Rebel Boys“ und „Lunikoff und die Verschwörung“ aus Deutschland. Frontmann der letztgenannten Gruppe ist der erst vor einigen Monaten aus der langjährigen Haft entlassene Michael Regener alias „Luni“, der Sänger der mittlerweile aufgelösten Neonazi-Band „Landser“, die als erste Band in Deutschland zu einer kriminellen Vereinigung erklärt wurde. Regener hat – wie man sieht – offenbar keinerlei Absicht, die (vermutlich sehr lukrativen) Aktivitäten in der internationalen Neonazi-Szene aufzugeben, außerdem habe er „ja eh offiziell seine Ausreise und den Auftritt in Ungarn beim LKA (Landeskriminalamt) über seinen Anwalt angemeldet gehabt“, heißt es im Neonazi-Forum „Thiazi“.

Abgesehen von den deutschsprachigen Bands traten auch „Ver Kötelez“, „Verszerzödes“ und „Honor“ aus Ungarn auf. Im genannten Forum freut man sich über das gelungene Konzert: „War richtig geil (…) Hatte auch richtigen Muskelkater im rechten Arm“, schreibt ein Forenmitglied. Auch „Sisi“ von der österreichischen Band „Service Crew Vienna“ ist zufrieden: „Freut mich, dass unser Auftritt gut gefallen hat. Die Resonanz ist enorm und wir freuen uns wirklich, dass wir nun endlich unseren ersten Auftritt hinter uns haben und es folgen noch viele.“ Im selben Beitrag macht sie Werbung für die Bandhomepage, die von Martin Lugmayr aus dem 20. Wiener Bezirk betrieben wird. Auch das nächste Konzert Anfang Oktober im slowenischen Domžale wird gleich angekündigt. Im Bandlogo findet sich die „White Power“-Faust, ein häufig verwendetes Symbol der internationalen Neonazi-Szene.

Italien

Auch in Italien fand am 27. September das dortige „Ian Stuart Memorial“ mit der Band „Faustrecht“ unter Beteiligung einer deutschen Neonazigruppe statt. Zusätzlich traten bei dem von den einschlägig bekannten „Veneto Fronte Skinheads“ organisierten Konzert die Gruppen „Garrota“, „Ultima Frontiera“, „Nativi“ und „Legittima Offesa“ auf. Auch bei diesem Konzert dürfte sich mancher Besucher einen „Muskelkater“ vom Hitler-Grüssen zugezogen haben, wie ein im Internet veröffentlichtes Foto beweist.

Großbritannien

Im englischen Redhill, Summerset (Bristol), konnte vom 19. bis 20. September ein als Mopedfahrer-Treffen getarntes, zweitägiges Konzert, das vom „Blood&Honour“-Neonazi-Label „ISD-Records“ organisiert wurde, stattfinden. Rund 800 Personen besuchten die Veranstaltung, bestiefelte Neonazis zogen laut der britischen Zeitung „The Sun“ „Sieg Heil“ grölend durch die Straßen. Angekündigt für das ungestört über die Bühne gegangene Konzert waren die Gruppen „Last Chance“, „Unit 28“, „Brutal Attack“, Whitelaw“, „Bulldog Breed“, „Blackout“, „Legion of St. George“, „Avalon“, „Woden“ sowie zwei „Europäische Gastbands“ („Sleipnir“ und „Kill Baby Kill“) und der Sänger der Gruppe „Nemesis“ als „Balladensänger“.

Australien

Eine Woche zuvor, am 13. September, spielten im Australischen Beaconsfield die Bands „Blood Red Eagle“, „Ravenous“ sowie die Band „Kill Baby Kill“ aus Belgien.

Belgien

Am 06. September waren für ein Konzert die Gruppen „Razors Edge“ (GB), „Sturm 18“ (D), „Empire Falls“ (USA), „Ehre und Stolz“ („E & S“, Deutschland), „No Remorse“ (GB), „Oidoxie“ (D), „Better Dead Than Red“ (USA) und eine „Überraschungsband“ aus der Schweiz angekündigt.

Ebenfalls in Belgien (Flandern) soll am 18. Oktober ein weiteres „Memorial“ mit den Gruppen „Blackout“ (GB), „White Resistance“ (D), „Mistreat“ (FIN), „Thrima“ (D), „Strongside“ (D, Sänger der Band ist Frontmann der Gruppe „Kampfzone“), „Last Chance“ (GB), „Strijdgeest“ (NL) sowie drei „Überraschungsbands“ stattfinden.


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