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Zahlreiche Neonaziveranstaltungen in Deutschland geplant!

(aktualisiert am 25.05.2008 )

In nächster Zeit sind in diversen deutschen Bundesländern neonazistische Veranstaltungen geplant, die immer nach dem gleichen, bereits hinlänglich bekannten Muster ablaufen sollen. Politische Hetztiraden von Vertretern des braunen Lagers werden mit dem Auftritt von neonazistischen Musikgruppen verbunden, wobei die Behörden voraussichtlich wieder weitestgehende Toleranz walten lassen werden, da die Veranstaltungen durch die Tarnung als „Parteiveranstaltung“ in einen „legalen“ Rahmen gepresst werden.

Die NPD Bayern veranstaltet am 07. Juni im „Forum am Hofgarten“ in Günzburg (laut NPD-Homepage) ein Konzert mit der mittlerweile zum Standardrepertoire bei diesen Partei-Veranstaltungen gehörenden Neonaziband „Frontalkraft“ (die letztes Jahr beim sogenannten „Sachsentag“ in Dresden-Pappritz und beim „Rock für Deutschland“ in Gera auftrat) und dem braunen „Barden“ und NPD-Mitglied Frank Rennicke, die Veranstaltung läuft – wie bereits 2006 – unter dem Motto „Bayerntag“. Holger Apfel, Sascha Rossmüller, Ralf Ollert und Karl Richter sollen ihren Mundstuhl ablassen.

Besonders pikant hinsichtlich des Veranstaltungsortes ist – abgesehen davon dass es sich um keine einschlägige Einrichtung handelt – dass dort noch vor wenigen Monaten eine Ausstellung zum Thema „Rechtsradikalismus in Bayern“ gezeigt wurde. (Quelle: http://guenzburg.locally.de/bayern/schwaben/3938.html)

Ganz im Sinne der Köderung von neuen, jungen Mitgliedern sind die Eintrittspreise gestaltet: Kinder, die jünger als 14 sind, müssen keinen Eintritt zahlen, 14- und 15jährige erhalten eine Ermäßigung.

Ebenfalls am 07. Juni, also zeitgleich mit der Veranstaltung in Günzburg, findet an einem noch nicht näher bekannt gegebenen Ort in Oberfranken der „Nationale Frankentag 2008“ – organisiert von den „Jungen Nationaldemokraten“, der Jugendorganisation der NPD, in Kooperation mit den „Freien Kräften Franken“ und dem „Bund Frankenland“ – statt. Neben Reden von einschlägigen Personen wie Jürgen Rieger, Udo Pastörs, Thomas „Steiner“ Wulff und Sebastian Schmaus sollen die Neonazibands „Gegenschlag“aus Hessen, Before the War aus Slowakei, „Agitator“ aus Hessen und „Vinland Warriors“ aus Kanada auftreten.

Die letztgenannten Neonaziband agierte zumindest in der Vergangenheit als Kontaktadresse des kanadischen Ablegers des Neonazinetzwerkes „Blood and Honour“. (Quelle: http://www.anti-racist-action.org/pn/index.php?name=Sections&req=viewarticle&artid=26&page=1)

Am 14. Juni veranstalten diverse Neonazi-Gruppen rund um den „Kameradschaftsbund Hochfranken“ in Marktheidenfeld ein Neonazikonzert mit den Bands „White Rebel Boys“ und „Vargr I Veum“. Matthias Fischer, Tony Gentsch und Thomas Gerlach sollen zusätzlich ihren Mundstuhl verbreiten (Informationen zu antifaschistischen Gegenaktionen). Die Band „White Rebel Boys“ besteht aus Mitgliedern der Band „Braune Brüder“ und trat zuletzt etwa im Februar 2008 bei einem SS-„Gedenken“ in Ungarn auf. „Vargr I Veum“ spielten ebenfalls im Februar bei einem ebenso vom „Kameradschaftsbund Hochfranken“ organisierten Konzert mit diversen Neonazibands.

Die JN Sachsen, vertreten von Jens Steinbach aus Görlitz, veranstalten am 21. Juni den „Sachsentag 2008“, bei dem unter dem Motto „Jugend braucht Perspektiven – Aktivismus statt Gleichgültigkeit“ braunes Liedgut und politische Hetze bzw. Propaganda als Alternative zum „Überangebot an Zeitgeist“ geboten werden sollen. Neben Mundstuhl von Udo Pastörs, Michael Schäfer, Andreas Storr und Winfried Petzold sollen die Neonazibands Sleipnir„, „Carpe Diem“ und „Saga“ auftreten. „Saga“, eine neonazistische Liedermacherin aus Schweden, singt ausnahmslos Lieder des verstorbenen Gründers des in der BRD verbotenen internationalen Nazi-Skin-Netzwerkes „Blood & Honour“, Ian Stuart Donaldson. (Quelle: http://www.ulm.antifa.net/?p=14)
Mit ihrem Album „My Tribute To Skrewdriver“ huldigt „Saga“ dem erwähnten Ian Stuart Donaldson. „Ich respektiere Ian wirklich und all das was er für die Bewegung gemacht hat. Das schließt natürlich auch die Gründung von 28 (Kürzel für „BH“ – „Blood and Honour“, Anm.) ein“, bekundete 2005 die Sängerin im deutschen „Nordwind-Magazin“ ihre Sympathie für den Begründer des neonazistischen „Blood & Honour“-Netzwerkes. (Quelle: http://www.turnitdown.de/791.98.html)

Die NPD Thüringen veranstaltet bereits am 17. Mai in Sondershausen (in der Schachtstraße) zum siebten (!) Mal den sogenannten „Thüringentag“, diesmal unter dem Motto „Jugend braucht Zukunft“. Diese „Zukunft“ gestaltet sich – wie bei den anderen erwähnten Veranstaltungen – in Form von brauner Propaganda. Frank Schwerdt, Patrick Wieschke, Christian Kaiser, Thorsten Heise, Thomas Gerlach, Matthias Fiedler (Thüringer NPD-Kreisvorsitzender) und Patrick Weber (Vorsitzender NPD Nordhausen-Sondershausen, Betreiber des neonazistischen „Germaniaversandes“) sollen ihre Hetzreden halten. Zusätzlich sollen folgende Neonazibands auftreten:

„Torstein“, ein brauner Barde, der dem SS-Hauptsturmführer Michael Wittmann ein Lied widmete.

„Max“: hiermit ist vermutlich die deutsche Band „Blue Max“ gemeint.

„Fight Tonight“: Diese deutsche Band trat zuletzt am 19. April bei einem von „Blood & Honour Vlaanderen“ in Belgien organisierten Konzert zu Ehren Adolf Hitlers auf.

„Revolution“ aus Sachsen-Anhalt traten bereits bei mehreren einschlägigen Konzerten z. B. gemeinsam mit „White Law“ und „Blue Max“ auf.

Extressiv

„Glorial Honours“: Hierbei handelt es sich vermutlich um ein Pseudonym.

Am 19. Juli veranstaltet auch die NPD Gera ihr alljährliches – von den Behörden genehmigtes und toleriertes – braunes Fest. Auftreten sollen in diesem Jahr u. a. die Neonazibands „Jungsturm“, „Eugenik„, „Hauptkampflinie“ und „Breakdown“.

Antifaschistischer Widerstand gegen diese zahlreichen Neonaziveranstaltungen ist also angesagt!


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