Archiv für Mai 2008

12
Mai
08

Deutsche und griechische Neonazi-Blackmetal-Band bei Konzert in Belgien

Anfang Juni soll in Belgien ein vom flämischen Arm der Neonaziorganisation „Blood & Honour“ organisiertes Konzert mit diversen neonazistischen Musikgruppen stattfinden. Mit dabei – wie bei vielen anderen Neonazikonzerten in Belgien auch – eine deutsche Band – „Absurd“. Ebenfalls auftreten soll die griechische Band „Der Stürmer“. Im folgenden ein Bericht zu diesem Konzert in englischer Sprache:

On 7th of June a Neo Nazi concert which is organized by the Belgium arm of the Neo Nazi movement “Blood & Honour”, is scheduled in Belgium.

The Greek band „Der Stürmer“ was found in 1998 amongst others by Nick Giohalas alias “Jarl von Hagall” under the name “Herrenblut”, a bit later it was renamed as “Der Stürmer”. The target of the band is to promote the “Heathen/National Socialist Values and beliefs”. The ideology of the band is based on the denial of the “modern world” and the arguing for the “Ancestral Laws of Blood”. The “New Aryan Order” shall rise “from the ruins of the modern world”. The band sees itself as part of a “Pan-European” racist movement, which includes people from several European countries while it excludes the Jews. The goal of promoting National Socialist ideology is strived with appropriate recordings, statements in interviews and concerts. On the other hand the band members are/were not only active in numerous other Neo Nazi bands like “Stutthof”, “Ravenbanner”, “Stosstrupp” and so on, but also in the Greek Neo Nazi movement.
The vocalist of the band, Giohalas, appeared as a member of the Greek Neo Nazi Party “Chrysi Avyi“ („Golden Dawn“, it stopped its political activities in 2005 and became part of the “Patriotic Alliance”) on several Neo Nazi events in German speaking countries, for example on the NPD-event “Fest der Völker” in Jena (Thuringia, Germany) in 2005 and 2007.
In an interview with the „Black Terror Metal E-zine“ of 2006 band member „Commando Wolf“ speaks about the origin of the band name “Der Stürmer”: “(…)we took it from the infamous anti-jewish newspaper that existed in Germany, edited by Julius Streicher, an example of a True National Socialist Fighter. His life ended on the Judaic ropes of the joke known today as the ‘Nuremberg trial’. About the National Socialist “Third Reich” he told: “A bright moment in European history, an example of courage, heroism and iron will that we all must Hail and follow. The struggle and sacrifice of these people must not be forgotten!!!”

Cover of

(Cover of „Der Stürmer“-release „A banner greater than death“, 2006)


The German Band „Absurd“ was found in 1992 in the Thuringian city Sondershausen and became popular mostly because three band members killed a young man. The drummer of the band, Hendrik Möbus, after his discharge from jail incurred a penalty by showing the Hitler salute, furthermore recordings with Neo Nazi contents were made. Hendrik Möbus because of that came back to jail. His brother Ronald, who is – like Hendrik – still part of the Neo Nazi scene, became the new vocalist of the band.Although in recent years the band made recordings with less explicit lyrics, it still plays on appropriate concerts, for example on 09th of June 2007 in the inn Göb in Gremsdorf (Bavaria) amongst others with the French NSBM-bands “Blessed in Sin” and “Finis Gloria Dei”. On 25th of August the band played on a NSBM-Festival in Sibiu, Romania, in common with the bands “Temnozor” and “Orthanc”. In 2008 a record in common with the Neo Nazi bands “Sigrblot” and “Grand Belial’s Key” shall be released.

(Ronald Moebus, Vocalist of „Absurd“)

(Sven Zimper, Drummer of „Absurd“, owner of the Neonazi Label and Online shop „World Terror Committee Productions“)

Furthermore the Belgium Band “Huldrefolk” and the Czech Band “Ecce Mors” shall play at the concert.

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08
Mai
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Zahlreiche Neonaziveranstaltungen in Deutschland geplant!

(aktualisiert am 25.05.2008 )

In nächster Zeit sind in diversen deutschen Bundesländern neonazistische Veranstaltungen geplant, die immer nach dem gleichen, bereits hinlänglich bekannten Muster ablaufen sollen. Politische Hetztiraden von Vertretern des braunen Lagers werden mit dem Auftritt von neonazistischen Musikgruppen verbunden, wobei die Behörden voraussichtlich wieder weitestgehende Toleranz walten lassen werden, da die Veranstaltungen durch die Tarnung als „Parteiveranstaltung“ in einen „legalen“ Rahmen gepresst werden.

Die NPD Bayern veranstaltet am 07. Juni im „Forum am Hofgarten“ in Günzburg (laut NPD-Homepage) ein Konzert mit der mittlerweile zum Standardrepertoire bei diesen Partei-Veranstaltungen gehörenden Neonaziband „Frontalkraft“ (die letztes Jahr beim sogenannten „Sachsentag“ in Dresden-Pappritz und beim „Rock für Deutschland“ in Gera auftrat) und dem braunen „Barden“ und NPD-Mitglied Frank Rennicke, die Veranstaltung läuft – wie bereits 2006 – unter dem Motto „Bayerntag“. Holger Apfel, Sascha Rossmüller, Ralf Ollert und Karl Richter sollen ihren Mundstuhl ablassen.

Besonders pikant hinsichtlich des Veranstaltungsortes ist – abgesehen davon dass es sich um keine einschlägige Einrichtung handelt – dass dort noch vor wenigen Monaten eine Ausstellung zum Thema „Rechtsradikalismus in Bayern“ gezeigt wurde. (Quelle: http://guenzburg.locally.de/bayern/schwaben/3938.html)

Ganz im Sinne der Köderung von neuen, jungen Mitgliedern sind die Eintrittspreise gestaltet: Kinder, die jünger als 14 sind, müssen keinen Eintritt zahlen, 14- und 15jährige erhalten eine Ermäßigung.

Ebenfalls am 07. Juni, also zeitgleich mit der Veranstaltung in Günzburg, findet an einem noch nicht näher bekannt gegebenen Ort in Oberfranken der „Nationale Frankentag 2008“ – organisiert von den „Jungen Nationaldemokraten“, der Jugendorganisation der NPD, in Kooperation mit den „Freien Kräften Franken“ und dem „Bund Frankenland“ – statt. Neben Reden von einschlägigen Personen wie Jürgen Rieger, Udo Pastörs, Thomas „Steiner“ Wulff und Sebastian Schmaus sollen die Neonazibands „Gegenschlag“aus Hessen, Before the War aus Slowakei, „Agitator“ aus Hessen und „Vinland Warriors“ aus Kanada auftreten.

Die letztgenannten Neonaziband agierte zumindest in der Vergangenheit als Kontaktadresse des kanadischen Ablegers des Neonazinetzwerkes „Blood and Honour“. (Quelle: http://www.anti-racist-action.org/pn/index.php?name=Sections&req=viewarticle&artid=26&page=1)

Am 14. Juni veranstalten diverse Neonazi-Gruppen rund um den „Kameradschaftsbund Hochfranken“ in Marktheidenfeld ein Neonazikonzert mit den Bands „White Rebel Boys“ und „Vargr I Veum“. Matthias Fischer, Tony Gentsch und Thomas Gerlach sollen zusätzlich ihren Mundstuhl verbreiten (Informationen zu antifaschistischen Gegenaktionen). Die Band „White Rebel Boys“ besteht aus Mitgliedern der Band „Braune Brüder“ und trat zuletzt etwa im Februar 2008 bei einem SS-„Gedenken“ in Ungarn auf. „Vargr I Veum“ spielten ebenfalls im Februar bei einem ebenso vom „Kameradschaftsbund Hochfranken“ organisierten Konzert mit diversen Neonazibands.

Die JN Sachsen, vertreten von Jens Steinbach aus Görlitz, veranstalten am 21. Juni den „Sachsentag 2008“, bei dem unter dem Motto „Jugend braucht Perspektiven – Aktivismus statt Gleichgültigkeit“ braunes Liedgut und politische Hetze bzw. Propaganda als Alternative zum „Überangebot an Zeitgeist“ geboten werden sollen. Neben Mundstuhl von Udo Pastörs, Michael Schäfer, Andreas Storr und Winfried Petzold sollen die Neonazibands Sleipnir„, „Carpe Diem“ und „Saga“ auftreten. „Saga“, eine neonazistische Liedermacherin aus Schweden, singt ausnahmslos Lieder des verstorbenen Gründers des in der BRD verbotenen internationalen Nazi-Skin-Netzwerkes „Blood & Honour“, Ian Stuart Donaldson. (Quelle: http://www.ulm.antifa.net/?p=14)
Mit ihrem Album „My Tribute To Skrewdriver“ huldigt „Saga“ dem erwähnten Ian Stuart Donaldson. „Ich respektiere Ian wirklich und all das was er für die Bewegung gemacht hat. Das schließt natürlich auch die Gründung von 28 (Kürzel für „BH“ – „Blood and Honour“, Anm.) ein“, bekundete 2005 die Sängerin im deutschen „Nordwind-Magazin“ ihre Sympathie für den Begründer des neonazistischen „Blood & Honour“-Netzwerkes. (Quelle: http://www.turnitdown.de/791.98.html)

Die NPD Thüringen veranstaltet bereits am 17. Mai in Sondershausen (in der Schachtstraße) zum siebten (!) Mal den sogenannten „Thüringentag“, diesmal unter dem Motto „Jugend braucht Zukunft“. Diese „Zukunft“ gestaltet sich – wie bei den anderen erwähnten Veranstaltungen – in Form von brauner Propaganda. Frank Schwerdt, Patrick Wieschke, Christian Kaiser, Thorsten Heise, Thomas Gerlach, Matthias Fiedler (Thüringer NPD-Kreisvorsitzender) und Patrick Weber (Vorsitzender NPD Nordhausen-Sondershausen, Betreiber des neonazistischen „Germaniaversandes“) sollen ihre Hetzreden halten. Zusätzlich sollen folgende Neonazibands auftreten:

„Torstein“, ein brauner Barde, der dem SS-Hauptsturmführer Michael Wittmann ein Lied widmete.

„Max“: hiermit ist vermutlich die deutsche Band „Blue Max“ gemeint.

„Fight Tonight“: Diese deutsche Band trat zuletzt am 19. April bei einem von „Blood & Honour Vlaanderen“ in Belgien organisierten Konzert zu Ehren Adolf Hitlers auf.

„Revolution“ aus Sachsen-Anhalt traten bereits bei mehreren einschlägigen Konzerten z. B. gemeinsam mit „White Law“ und „Blue Max“ auf.

Extressiv

„Glorial Honours“: Hierbei handelt es sich vermutlich um ein Pseudonym.

Am 19. Juli veranstaltet auch die NPD Gera ihr alljährliches – von den Behörden genehmigtes und toleriertes – braunes Fest. Auftreten sollen in diesem Jahr u. a. die Neonazibands „Jungsturm“, „Eugenik„, „Hauptkampflinie“ und „Breakdown“.

Antifaschistischer Widerstand gegen diese zahlreichen Neonaziveranstaltungen ist also angesagt!