17
Jul
07

NPD plant Neonaziveranstaltung in Sachsen („Sachsentag“)

Am 4. August 2007 veranstaltet die NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) in Dresden-Pappritz den sogenannten „Sachsentag“, bei dem – ähnlich wie bei anderen NPD-Veranstaltungen („Fest der Völker“, „Rock für Deutschland“ usw.) – unter dem Vorwand einer politischen Demonstration diverse neonazistische Musikgruppen auftreten sollen – die Demonstration wird von Andreas Storr angemeldet. Neben Reden von Udo Voigt, Thomas Gerlach, Stefan Rochow, Holger Apfel und Sebastian Richter wird folgenden braunen Musikgruppen eine Bühne geboten:

„Asynja“

Die Band Asynja aus Schweden trat erst am 30. Juni 2007 bei einem braunen Konzert der NPD in Saarbrücken auf. Sie stammt aus dem Umfeld der Neonaziorganisation “Blood and Honour” und veröffentlichte etwa mit der einschlägigen Band “SKD” unter dem Titel “Europa Nation Revolution” einen gemeinsamen Tonträger.

„Sachsonia“

In einem Lied der Band „Sachsonia“ kommt es zu einer offen rassistischen Ansage: “ (…)Skinheads – aus dem Sachsenland, Skinheads – kommt reicht uns die Hand, Skinheads – treu zum Vaterland, Deutsche Skinheads – White Power (…“ (aus dem Lied „Skinhead“ auf dem Tonträger „Willkommen“).

In einer Reihe anderer Lieder wird der Deutschen Wehrmacht gehuldigt: „(…) Sie haben gekämpft für ihre Kinder. Sie haben gelitten für ihre Frau’n. Sie sind gefallen für ihr Vaterland: Soldaten der Wehrmacht. Soldaten der Wehrmacht. Bei 50 Grad im Schatten unter Afrikas Sonne kämpften sie um El Alamein. Unter Rommels Führung ging es voran, immer weiter Mann für Mann (…) (aus dem Lied „Soldaten der Wehrmacht auf dem Tonträger „Willkommen“).

„(…) Ich werd es einst meinen Kindern lehren, sie sollen von mir die Wahrheit erfahr’n. Ich werd den Verrat an Deutschland erklären und welche Soldaten die Besten war’n. Millionen deutsche Männer mit dem Adler auf der Brust, erfüllten ihre Pflicht mit der Waffe in der Hand. Sie stürmten tief in ihnen fremdes Gebiet und verteidigten Ihr Heimatland. Vom Rest der Welt verkauft und verraten, die feindliche Übermacht war zu groß. Nach Sibirien verbannt für ihre Heldentaten und die Heimat war’n sie an die Polen los (…) (aus dem Lied Einst werd ich’s erklären“ auf dem Tonträger „Unvergessen“).

Im Lied „Unvergessen“ erfolgt eine offene Glorifizierung der Nationalsozialisten: „1907 wurdest Du gebor’n , als Kämpfer Deutschlands auserkor’n. Du warst ein guter Schüler und ein Militarist, ein stolzer, deutscher, nationaler Sozialist. Die Misstände im Lande waren nicht zu überseh’n, doch im Dezember ‘26 sollte was gescheh’n. Von nun an warst Du Sturmabteilungsmann und harte Zeiten für Kommis brachen an Unvergessener Streiter für Deutschland, unvergessen Deine Taten. Unvergessener Kämpfer für’s Reich, wurdest feige an den Roten verraten. Die Fahne voran und die Straße frei, an vorderster Front warst Du stets dabei. Für Dich gab es kein Weichen, für Dich gab es kein Zurück und Deutschlands Freiheit war Dein größtes Glück. Du hast junge, deutsche Männer zum Kämpfen animiert und fest vereint seit ihr durch Berlin marschiert. In allen deutschen Gauen standen Jungs wie Eichenholz und die braune Uniform hieß Ehre, Treue und Stolz. Unvergessener Streiter für Deutschland, unvergessen Deine Taten. Unvergessener Kämpfer für’s Reich, wurdest feige an den Roten verraten. Mit der Sturmnummer 5 an Euren Kragen hieß es vorwärts für Deutschland und nie verzagen. Nationale Sozialisten werdet Ihr genannt, als 5. Sturmabteilung bekannt. Den Kommunisten warst Du der Dorn in ihren Augen, so beschlossen sie Dein Leben zu rauben. Aus 15 Mann bestand die Mördermeute, 15 gegen Einen, so kennt man das noch heute. Unvergessener Streiter für Deutschland, unvergessen Deine Taten. Unvergessener Kämpfer für’s Reich, wurdest feige an den Roten verraten (…) (aus dem Lied „Unvergessen“ auf dem gleichnamigen Tonträger). Die beiden erwähnten Tonträger wurden bei dem einschlägigen Label „PC Records“ (mehr dazu siehe hier) hergestellt, das so wie der Neonazi-Laden „Crime Store“ als Unterstützer der Veranstaltung auftritt.

„Frontalkraft“

Die Band „Frontalkraft“ trat erst am 30. Juni bei einem anderen Neonazikonzert der NPD in Gera (mehr zur Band und zum Konzert siehe „Rock für Deutschland 2007„) auf.

Francesca Ortolani („Viking“)

Die 1982 in Rom geborene Francesca Ortolani (alias „Viking“) lieferte im Jahr 2001 einen Liedbeitrag zu einem Tonträger des Neonazinetzwerkes „Blood & Honour“ (Vol.4).

Im Jahr 2005 produzierte sie gemeinsam mit der kanadischen „National-Socialist-Black-Metal“-Band „Geimhre“ einen Tonträger unter dem Titel „Mollachd“. In ihren Liedern bekennt sich Ortolani ganz offen zum Nationalsozialismus und Antisemitismus: Unter dem Titel „#1488“ auf dem 2002 produzierten Tonträger „Askungen“ heisst es etwa (übersetzt): „Ich war ein Nazi, nun bin ich #1488. Ich lebe in der Sklaverei, die Juden haben mein Land genommen. Ich werde den Preis dafür bezahlen den Krieg verloren zu haben, bis sie mich in einem Ofen verbrennen. Ihr habt diesmal gewonnen, ihr habt diesmal gewonnen, Heil dem neuen Führer, Eisen auf meinem Rücken ist eine Bürde für meine Rasse. Wie sie mich schmelzen, werden sie alle Fabeln schmelzen, die Mythen, die Legenden die ich gelernt habe als ich jung war. Die Juden habe alle meine Träume abgedreht. Nun bin ich nur #1488. Ihr habt gewonnen…“

In dem Lied „Don’t go round with the Jews“ singt Ortolani (übersetzt): „Gib dich nicht mit den Juden ab. Du weisst nicht welche Gefahr du vorfinden wirst. Auf der Schiene des Lebens. Es ist schwer deine Richtung zu ändern wenn du einmal läufst. Mann, vertrau nicht den Juden. Ihre Identität ist nicht das Gesicht das du siehst. Und dann bist du gezwungen zu glauben, du magst nicht einverstanden sein. Aber du wirst niemals die Wahrheit kennen. Gib dich nicht mit den Juden ab, du solltest dich vor ihrer netten Gesinnung fürchten. Wenn du zu einem Fest eingeladen wirst, erwarte nicht Spass zu haben, ein respektierter und begrüsster Gast zu sein. Wenn du Glück hast musst du nur dienen. Anderenfalls bist du ein Instrument um ihren Hass ruhig zu halten. Du musst den Frieden in ihrer Welt bewahren und alle ihre Spannungen und Befürchtungen empfangen. Es ist ihnen egal wenn sie dich demütigen. Gib dich nicht mit den Juden ab. Sie benützen und entlassen dich and benützen dich und töten dich langseim in deinem Gehirn. Nein, es wird kein Bündnis geben. Ich werde niemals meine Gewebsflüssigkeit mit dem Blut der Juden vermischen. Teil ihres Systems sein? Nein, ich bevorzuge einen traurigen Tod. Nein, nein, gib dich nicht mit den Juden ab. Fordere deine Unabhängigkeit zurück, fordere deine Reinheit zurück. Entschlüssle ihr System. Sie werden dein Blut saugen, sie werden deine Energie benützen. Und die Angst wird dich dazu führen, zuzustimmen. Sie werden dich zerstören…“

In dem Lied „Faded“ auf dem 2001 produzierten Tonträger „Welcome to Scandinavia“ heisst es (übersetzt): „(…) du repräsentierst die Arische Rasse mit deinem netten weißen Gesicht. Du bist dafür gemacht durch die Straßen von Stockholm zu gehen (…)“

„Prussian Blue“

Weiters soll die neonazistische Kinder-Band „Prussian Blue“ (siehe dazu auch: Link, Link 2) auftreten. Die beiden mittlerweile 15-jährigen Mädchen verherrlichen in ihren Liedern Adolf Hitler und Rudolf Hess.

„Ferox“

Viktor Sjölund, der Sänger von „Ferox“, ist Aktivist der schwedischen Neonazi-Online-Seite „Info 14“, die dem braunen Netzwerk „Blood and Honour“ sehr nahe steht.

Weiterführende Informationen zum „Sachsentag“: Redok


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