12
Jul
07

NPD plant zum dritten Mal „Fest der Völker“-Neonazi-Konzert in Jena

Am 08. September 2007 plant Ralf Wohlleben, stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Thüringen und Vorsitzender der NPD Jena, zum dritten Mal unter dem Titel „Fest der Völker“ (Link zum „Fest der Völker“ 2005 und 2006) die Durchführung einer Neonazi-Veranstaltung im thüringischen Jena. Die Veranstaltung findet wie immer unter maßgeblicher Beteiligung des in Deutschland (seit September 2000) verbotenen Neonazinetzwerkes „Blood and Honour“ statt. Sowohl die auftretenden einschlägigen Musikgruppen als auch die Vortragenden gehören „Blood and Honour“ oder anderen Neonazigruppierungen an. Abgesehen vom „Fest der Völker“ gibt es ähnliche Veranstaltungen der NPD in Thüringen auch in Gera (unter dem Titel „Rock für Deutschland“, siehe Link zu „Rock für Deutschland“ 2007), bei denen unter dem Vorwand einer politischen Demonstration – ungestört von Polizei und Behörden – neonazistische Musikgruppen auftreten können. Auch in Sachsen verfolgt man mit dem „Sachsentag“ ein ähnliches Konzept. Die braunen Strategen der NPD haben längst erkannt, dass über Musik viele SympathisantInnen für ihre rassistische und neonazistische Politik zu gewinnen sind. Trotz der offen neonazistischen Ausrichtung geniesst die NPD mit ihren Veranstaltungen weitestgehende Toleranz bei den verantwortlichen Behörden. Diese müssen sich fragen lassen, wie es möglich ist, dass sich unter Ausnützung des Demonstrationsrechtes Mitglieder von verbotenen, neonazistischen Organisationen in Deutschland treffen können, um ihre rassistische, antisemitische und menschenverachtende Hetze zu verbreiten.

 

 

Redner

Wie in den Jahren 2005 und 2006 soll auch heuer Bojan Rassate, der Anführer der bulgarischen Neonazi-Vereinigung „Gvardija“, als Redner teilnehmen. Illés Zsolt („Elek“) (führender Vertreter der ungarischen „Blood and Honour“-Sektion) war so wie Stephen Swinfen (führendes Mitglied der englischen Mutterorganisation von „Blood and Honour“) und Nick Giohalas (Vertreter der nationalistischen „Golden Dawn“-Bewegung in Griechenland) schon im Jahr 2005 dabei. Alessandro Mereu, Leiter der italienischen Neonazi-Organisation „Vertice Primo“ sowie Sänger der einschlägigen Band „Hate for breakfast“, soll auch heuer – wie schon im Jahr 2006 – die Gelegenheit gegeben werden, seinen Mundstuhl zu verbreiten.

 

Bands

Die italienische Band „Ultima Frontiera“ trat bereits mehrmals bei Neonazikonzerten in ganz Europa in Erscheinung. Am 17. September 2005 trat die Gruppe etwa anlässlich einer Veranstaltung der Schweizer Division der Neonaziorganisation „Blood and Honour“ in Brig zusammen mit anderen braunen Bands wie „Tear Down“ (USA), „Amok“ (CH), „Helvetica“ (CH), „Feldherren“ (D) und „Sleipnir“ (D) auf. (Links: http://www.news.ch/400+Neonazis+treffen+sich+im+Wallis+zu+Nazi+Konzert/222046/detail.htm

http://www.searchlightmagazine.com/index.php?link=template&story=150

http://ch.indymedia.org/frmix/2005/10/35439.shtml).

Die letztgenannte Band „Sleipnir„, eine bekannte deutsche Rechtsrockgruppe, soll ebenfalls in Jena auftreten. Am 16. Oktober 2004 konnte die Band „Ultima Frontiera“ – wieder ungehindert von Polizei und Behörden – zusammen mit anderen Nazibands bei einem „Blood and Honour“-Konzert in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern) auftreten (Link: http://www.antifainfo.de/Boizenburg_BH.htm). In ihrem Lied „Berlin bleibt deutsch“ (Originaltitel) auf dem 2003 produzierten Tonträger „Non ci sono piu eroi“ heisst es (übersetzt): „Ich verteidige Berlin und ganz Europa, die Heimat, die Ehre und Treue. Das eiserne Kreuz weht hoch im Wind, vorwärts ich gebe nicht auf. Berlin bleibt deutsch, so steht es an der Wand. Berlin bleibt deutsch, im Herzen eingebrannt. Berlin bleibt deutsch, heißt jetzt meine Ehre“. Der Titel des Liedes bezieht sich offensichtlich auf den Befehl „Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch und Europa niemals russisch“, den Adolf Hitler im April 1945 gab, als die Befreiung Berlins von der nationalsozialistischen Diktatur durch die russische Armee bevorstand. (Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0416/politik/0091/index.html)

Flyer der NPD-Veranstaltung

Cover des „Conflict 88“-Tonträgers „Hra Nekonci“

Die tschechische Band „Conflict 88“, die in der Veranstaltungswerbung der NPD nur als „Conflict“ bezeichnet wird, um deren ideologische Orientierung zu vertuschen, trat zusammen mit der ebenfalls für Jena geplanten Band „Before the War“ etwa bei einem „Blood and Honour“-Konzert am 26. März 2005 im tschechischen Jablonne v Podjested auf (Link: http://afa13.antifa.net/PrintArticle59.html). Die Zahl „88“ im Bandnamen steht für zwei mal den achten Buchstaben des Alphabets, wobei damit „Heil Hitler“ gemeint ist. Am 17. September 2005 trat die Band anlässlich eines Konzertes von „Blood and Honour“ und ihrer militanten Terrororganisation „Combat 18“ im tschechischen Krtetice auf (Quelle: Tschechische Nachrichtenagentur „ČTK“) wobei anwesende Journalisten „Sieg Heil“-Rufe und andere einschlägige Parolen wahrnehmen konnten. Link: http://www.tschechien-online.org/news/1131-neonazi-skinhead-konzert-polizei-schaut-untatig/. Laut „ČTK“ wurde der Sänger von „Conflict 88“, Petr Ouda, in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen „Blood and Honour“ strafrechtlich verfolgt.

 

Die britische Band „Brutal Attack“, die bereits 1980 gegründet wurde, gehört zum „Urgestein“ der britischen Neonaziszene. Die Gruppe hat rund 30 einschlägige rassistische und neonazistische Tonträger veröffentlicht und war an einer Reihe von Split-Tonträgern und Samplern beteiligt, z. B. findet sich ein Lied auf dem „Blood and Honour“-Tonträger „Blood & Honour Vol.1“:

In ihrem Lied „Aryan Child“ auf dem Tonträger „White Pride – White passion“ heisst es etwa (übersetzt): „Arisches Kind hör zu was gesagt wird. Erheb deine Hand und lerne dein Land zu lieben. Für die weiße Revolution braucht es deine reine Hand (…)“. In ihrem Bandlogo verwendet die Gruppe die in Deutschland verbotene „Sigrune“.

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Infos zu antifaschistischen Gegenveranstaltungen (Antifa Jena)

siehe auch: http://asj.jena.antifa.net/ 

 


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