Archiv für Juli 2007

18
Jul
07

Neonazistisches NPD-„Sommerfest“ in Sachsen-Anhalt

Am 04. August 2007 veranstaltet die NPD Sachsen-Anhalt „in Zusammenarbeit mit freien Kräften“ unter dem Motto „Zukunft statt Globalisierung“ ein „Sommerfest der nationalen Bewegung“, wobei keine genaue Ortsangabe erfolgt, lediglich der Hinweis „Zwischen Sangerhausen und Oberröblingen“ wird gegeben. Die Gestaltung der „Zukunft“ sieht bei der NPD so aus, dass rechtsextremen bzw. neonazistischen Musikgruppen und Personen, die eine intolerante, reaktionäre und braune Politik vertreten, eine Bühne geboten wird – ganz nach der bekannten Manier: Eine politische Demonstration/ Kundgebung wird angemeldet und unter den toleranten Augen der Polizei/ Behörden können die besagten Personen und Gruppen ohne Probleme auftreten. Mittlerweile veranstaltet die NPD jedoch bereits so viele Neonazikonzerte und -veranstaltungen, dass diese – wie in diesem Fall – gleichzeitig stattfinden und somit zueinander in Konkurrenz treten. Am selben Tag wie das „Sommerfest“ findet der sogenannte „Sachsentag“ der NPD in Dresden statt. Diese Gleichzeitigkeit kann für die Neonazis natürlich auch positiv sein, wenn etwa ein einschlägiges Konzert in einem Bundesland verboten wird und dann ganz einfach an eine NPD-Veranstaltung in einem anderen Bundesland angehängt werden kann (siehe: Neonazikonzert von Stuttgart/Ulm nach Saarbrücken verlegt).

Neben einer Hüpfburg, Blechdosenwerfen und Kinderschminke, mit denen auch Familien zum neonazistischen Nachmittagsevent gelockt werden sollen, soll es beim „Sommerfest“ Auftritte bzw. Vorträge folgender Musikgruppen und Personen geben:

 

Die Band „Civil Disorder“ aus Sachsen-Anhalt soll neben einer Reihe von neonazistischen Bands auf einem Tonträger-Sampler vertreten sein, der im Herbst 2007 bei dem einschlägigen Label „Barbarossa Records“ erscheinen soll. Der Betreiber des Labels ist der Neonazi Enrico Marx, der die NPD-Veranstaltung auch auf seiner Onlineseite bewirbt und offensichtlich zu den genannten „freien Kräften“ als Mitorganisator zählt. Auch die beiden Bands „Hate Soldiers“ und „Vae Victis“ haben Tonträger bei Marx produziert.

 

Bereits der erste Tonträger der 2000 gegründeten „Vae Victis“, der beim dem US-amerikanischen Label „Thule Publications/Imperium Records“ im Jahr 2001 produziert wurde, wurde in Deutschland indiziert (Quelle: http://www.petrapau.de/16_bundestag/dok/down/1600052.pdf). Auf der CD finden sich Lieder mit Titeln wie „Rassenkrieg“, „Adolf“ und „Krieg des Blutes“. Die Rückseite des Tonträgers ist mit einem Zitat des französischen Psychologen Gustave de Bon (der sich ob diesem Mißbrauch seiner Worte wohl im Grab umdrehen würde) sowie mit einem Bild, auf dem die Rückseite Adolf Hitlers mit vor ihm angetretenen nationalsozialistischen Truppen zu sehen ist, versehen.

 

Die Gruppe „Hate Soldiers“ veröffentlichte im Jahr 2006 gemeinsam mit der ebenfalls einschlägigen Band „Race ’n‘ Nation“ einen Tonträger bei „Barbarossa Records“.

 

Auch die bekannte Neonaziband „Kraftschlag“ soll im Rahmen der NPD-Veranstaltung auftreten. „Torstein“, ein „nationaler Liedermacher“ aus Thüringen, widmet auf seinem ersten Tonträger dem SS-Hauptsturmführer Michael Wittmann sowie dem verstorbenen Neonazi-Idol Ian Stuart jeweils ein Lied.

 

Neben den Bands sollen auch diverse RechtsextremistInnen und Neonazis Vorträge halten: Udo Pastörs (NPD-Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern) meinte etwa über Adolf Hitler: „Er ist ja ein Phänomen gewesen dieser Mann, militärisch, sozial, ökonomisch – er hat ja wahnsinnige Pflöcke eingerammt auf fast allen Gebieten. … Ich bewerte das jetzt nicht, ich stelle das nur fest.“ (zitiert auf http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Past%C3%B6rs)

 

Andreas Thierry, ein Österreichischer Neonazi, trat bereits beim „Europatag“ der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ am 05. Mai 2007 in Bayern als Vertreter „für die Ostmark“ auf. Ende der 1980er Jahre war er der Führungskader der neonazistischen „Volkstreuen Jugend Offensive (VjO), der Österreichischen Unterorganisation der Deutschen „Nationalistischen Front“ (NF) . Thierry galt auch als einer der österreichischen Verbindungsleute zu der im Jahr 1992 in Deutschland verbotenen Organisation. (Quelle: http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2007_01/strache.html, http://www.apabiz.de/archiv/material/OrganisationsAbkuerzung.htm).

Schon Ende der 1990er Jahr wurde Andreas Biere im Zuge von polizeilichen Ermittlungen gegen die neonazistische Band „Landser“ festgenommen. (Quelle: http://www.turnitdown.de/58.html). Biere war bis vor kurzem ein Führungskader der inzwischen aufgelösten Kameradschaft „Nationale Sozialisten Magdeburg“, nun ist er stellvertretender Kreisvorsitzender der NPD in Magdeburg. (http://www.idafar.info/archiv/tageszusammenstellungen/2007/tzs@vom=2007-01-10.html, http://de.indymedia.org/2007/07/187613.shtml). Auch Carola Holz (NPD-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt), Matthias Heyder (Kreisvorsitzender in Harz) und Matthias Fiedler, (Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Eichsfeld (Thüringen)) sollen ihre rechtsextremen Parolen „zum Besten“ geben.

 

 

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17
Jul
07

NPD plant Neonaziveranstaltung in Sachsen („Sachsentag“)

Am 4. August 2007 veranstaltet die NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) in Dresden-Pappritz den sogenannten „Sachsentag“, bei dem – ähnlich wie bei anderen NPD-Veranstaltungen („Fest der Völker“, „Rock für Deutschland“ usw.) – unter dem Vorwand einer politischen Demonstration diverse neonazistische Musikgruppen auftreten sollen – die Demonstration wird von Andreas Storr angemeldet. Neben Reden von Udo Voigt, Thomas Gerlach, Stefan Rochow, Holger Apfel und Sebastian Richter wird folgenden braunen Musikgruppen eine Bühne geboten:

„Asynja“

Die Band Asynja aus Schweden trat erst am 30. Juni 2007 bei einem braunen Konzert der NPD in Saarbrücken auf. Sie stammt aus dem Umfeld der Neonaziorganisation “Blood and Honour” und veröffentlichte etwa mit der einschlägigen Band “SKD” unter dem Titel “Europa Nation Revolution” einen gemeinsamen Tonträger.

„Sachsonia“

In einem Lied der Band „Sachsonia“ kommt es zu einer offen rassistischen Ansage: “ (…)Skinheads – aus dem Sachsenland, Skinheads – kommt reicht uns die Hand, Skinheads – treu zum Vaterland, Deutsche Skinheads – White Power (…“ (aus dem Lied „Skinhead“ auf dem Tonträger „Willkommen“).

In einer Reihe anderer Lieder wird der Deutschen Wehrmacht gehuldigt: „(…) Sie haben gekämpft für ihre Kinder. Sie haben gelitten für ihre Frau’n. Sie sind gefallen für ihr Vaterland: Soldaten der Wehrmacht. Soldaten der Wehrmacht. Bei 50 Grad im Schatten unter Afrikas Sonne kämpften sie um El Alamein. Unter Rommels Führung ging es voran, immer weiter Mann für Mann (…) (aus dem Lied „Soldaten der Wehrmacht auf dem Tonträger „Willkommen“).

„(…) Ich werd es einst meinen Kindern lehren, sie sollen von mir die Wahrheit erfahr’n. Ich werd den Verrat an Deutschland erklären und welche Soldaten die Besten war’n. Millionen deutsche Männer mit dem Adler auf der Brust, erfüllten ihre Pflicht mit der Waffe in der Hand. Sie stürmten tief in ihnen fremdes Gebiet und verteidigten Ihr Heimatland. Vom Rest der Welt verkauft und verraten, die feindliche Übermacht war zu groß. Nach Sibirien verbannt für ihre Heldentaten und die Heimat war’n sie an die Polen los (…) (aus dem Lied Einst werd ich’s erklären“ auf dem Tonträger „Unvergessen“).

Im Lied „Unvergessen“ erfolgt eine offene Glorifizierung der Nationalsozialisten: „1907 wurdest Du gebor’n , als Kämpfer Deutschlands auserkor’n. Du warst ein guter Schüler und ein Militarist, ein stolzer, deutscher, nationaler Sozialist. Die Misstände im Lande waren nicht zu überseh’n, doch im Dezember ‘26 sollte was gescheh’n. Von nun an warst Du Sturmabteilungsmann und harte Zeiten für Kommis brachen an Unvergessener Streiter für Deutschland, unvergessen Deine Taten. Unvergessener Kämpfer für’s Reich, wurdest feige an den Roten verraten. Die Fahne voran und die Straße frei, an vorderster Front warst Du stets dabei. Für Dich gab es kein Weichen, für Dich gab es kein Zurück und Deutschlands Freiheit war Dein größtes Glück. Du hast junge, deutsche Männer zum Kämpfen animiert und fest vereint seit ihr durch Berlin marschiert. In allen deutschen Gauen standen Jungs wie Eichenholz und die braune Uniform hieß Ehre, Treue und Stolz. Unvergessener Streiter für Deutschland, unvergessen Deine Taten. Unvergessener Kämpfer für’s Reich, wurdest feige an den Roten verraten. Mit der Sturmnummer 5 an Euren Kragen hieß es vorwärts für Deutschland und nie verzagen. Nationale Sozialisten werdet Ihr genannt, als 5. Sturmabteilung bekannt. Den Kommunisten warst Du der Dorn in ihren Augen, so beschlossen sie Dein Leben zu rauben. Aus 15 Mann bestand die Mördermeute, 15 gegen Einen, so kennt man das noch heute. Unvergessener Streiter für Deutschland, unvergessen Deine Taten. Unvergessener Kämpfer für’s Reich, wurdest feige an den Roten verraten (…) (aus dem Lied „Unvergessen“ auf dem gleichnamigen Tonträger). Die beiden erwähnten Tonträger wurden bei dem einschlägigen Label „PC Records“ (mehr dazu siehe hier) hergestellt, das so wie der Neonazi-Laden „Crime Store“ als Unterstützer der Veranstaltung auftritt.

„Frontalkraft“

Die Band „Frontalkraft“ trat erst am 30. Juni bei einem anderen Neonazikonzert der NPD in Gera (mehr zur Band und zum Konzert siehe „Rock für Deutschland 2007„) auf.

Francesca Ortolani („Viking“)

Die 1982 in Rom geborene Francesca Ortolani (alias „Viking“) lieferte im Jahr 2001 einen Liedbeitrag zu einem Tonträger des Neonazinetzwerkes „Blood & Honour“ (Vol.4).

Im Jahr 2005 produzierte sie gemeinsam mit der kanadischen „National-Socialist-Black-Metal“-Band „Geimhre“ einen Tonträger unter dem Titel „Mollachd“. In ihren Liedern bekennt sich Ortolani ganz offen zum Nationalsozialismus und Antisemitismus: Unter dem Titel „#1488“ auf dem 2002 produzierten Tonträger „Askungen“ heisst es etwa (übersetzt): „Ich war ein Nazi, nun bin ich #1488. Ich lebe in der Sklaverei, die Juden haben mein Land genommen. Ich werde den Preis dafür bezahlen den Krieg verloren zu haben, bis sie mich in einem Ofen verbrennen. Ihr habt diesmal gewonnen, ihr habt diesmal gewonnen, Heil dem neuen Führer, Eisen auf meinem Rücken ist eine Bürde für meine Rasse. Wie sie mich schmelzen, werden sie alle Fabeln schmelzen, die Mythen, die Legenden die ich gelernt habe als ich jung war. Die Juden habe alle meine Träume abgedreht. Nun bin ich nur #1488. Ihr habt gewonnen…“

In dem Lied „Don’t go round with the Jews“ singt Ortolani (übersetzt): „Gib dich nicht mit den Juden ab. Du weisst nicht welche Gefahr du vorfinden wirst. Auf der Schiene des Lebens. Es ist schwer deine Richtung zu ändern wenn du einmal läufst. Mann, vertrau nicht den Juden. Ihre Identität ist nicht das Gesicht das du siehst. Und dann bist du gezwungen zu glauben, du magst nicht einverstanden sein. Aber du wirst niemals die Wahrheit kennen. Gib dich nicht mit den Juden ab, du solltest dich vor ihrer netten Gesinnung fürchten. Wenn du zu einem Fest eingeladen wirst, erwarte nicht Spass zu haben, ein respektierter und begrüsster Gast zu sein. Wenn du Glück hast musst du nur dienen. Anderenfalls bist du ein Instrument um ihren Hass ruhig zu halten. Du musst den Frieden in ihrer Welt bewahren und alle ihre Spannungen und Befürchtungen empfangen. Es ist ihnen egal wenn sie dich demütigen. Gib dich nicht mit den Juden ab. Sie benützen und entlassen dich and benützen dich und töten dich langseim in deinem Gehirn. Nein, es wird kein Bündnis geben. Ich werde niemals meine Gewebsflüssigkeit mit dem Blut der Juden vermischen. Teil ihres Systems sein? Nein, ich bevorzuge einen traurigen Tod. Nein, nein, gib dich nicht mit den Juden ab. Fordere deine Unabhängigkeit zurück, fordere deine Reinheit zurück. Entschlüssle ihr System. Sie werden dein Blut saugen, sie werden deine Energie benützen. Und die Angst wird dich dazu führen, zuzustimmen. Sie werden dich zerstören…“

In dem Lied „Faded“ auf dem 2001 produzierten Tonträger „Welcome to Scandinavia“ heisst es (übersetzt): „(…) du repräsentierst die Arische Rasse mit deinem netten weißen Gesicht. Du bist dafür gemacht durch die Straßen von Stockholm zu gehen (…)“

„Prussian Blue“

Weiters soll die neonazistische Kinder-Band „Prussian Blue“ (siehe dazu auch: Link, Link 2) auftreten. Die beiden mittlerweile 15-jährigen Mädchen verherrlichen in ihren Liedern Adolf Hitler und Rudolf Hess.

„Ferox“

Viktor Sjölund, der Sänger von „Ferox“, ist Aktivist der schwedischen Neonazi-Online-Seite „Info 14“, die dem braunen Netzwerk „Blood and Honour“ sehr nahe steht.

Weiterführende Informationen zum „Sachsentag“: Redok

12
Jul
07

NPD plant zum dritten Mal „Fest der Völker“-Neonazi-Konzert in Jena

Am 08. September 2007 plant Ralf Wohlleben, stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Thüringen und Vorsitzender der NPD Jena, zum dritten Mal unter dem Titel „Fest der Völker“ (Link zum „Fest der Völker“ 2005 und 2006) die Durchführung einer Neonazi-Veranstaltung im thüringischen Jena. Die Veranstaltung findet wie immer unter maßgeblicher Beteiligung des in Deutschland (seit September 2000) verbotenen Neonazinetzwerkes „Blood and Honour“ statt. Sowohl die auftretenden einschlägigen Musikgruppen als auch die Vortragenden gehören „Blood and Honour“ oder anderen Neonazigruppierungen an. Abgesehen vom „Fest der Völker“ gibt es ähnliche Veranstaltungen der NPD in Thüringen auch in Gera (unter dem Titel „Rock für Deutschland“, siehe Link zu „Rock für Deutschland“ 2007), bei denen unter dem Vorwand einer politischen Demonstration – ungestört von Polizei und Behörden – neonazistische Musikgruppen auftreten können. Auch in Sachsen verfolgt man mit dem „Sachsentag“ ein ähnliches Konzept. Die braunen Strategen der NPD haben längst erkannt, dass über Musik viele SympathisantInnen für ihre rassistische und neonazistische Politik zu gewinnen sind. Trotz der offen neonazistischen Ausrichtung geniesst die NPD mit ihren Veranstaltungen weitestgehende Toleranz bei den verantwortlichen Behörden. Diese müssen sich fragen lassen, wie es möglich ist, dass sich unter Ausnützung des Demonstrationsrechtes Mitglieder von verbotenen, neonazistischen Organisationen in Deutschland treffen können, um ihre rassistische, antisemitische und menschenverachtende Hetze zu verbreiten.

 

 

Redner

Wie in den Jahren 2005 und 2006 soll auch heuer Bojan Rassate, der Anführer der bulgarischen Neonazi-Vereinigung „Gvardija“, als Redner teilnehmen. Illés Zsolt („Elek“) (führender Vertreter der ungarischen „Blood and Honour“-Sektion) war so wie Stephen Swinfen (führendes Mitglied der englischen Mutterorganisation von „Blood and Honour“) und Nick Giohalas (Vertreter der nationalistischen „Golden Dawn“-Bewegung in Griechenland) schon im Jahr 2005 dabei. Alessandro Mereu, Leiter der italienischen Neonazi-Organisation „Vertice Primo“ sowie Sänger der einschlägigen Band „Hate for breakfast“, soll auch heuer – wie schon im Jahr 2006 – die Gelegenheit gegeben werden, seinen Mundstuhl zu verbreiten.

 

Bands

Die italienische Band „Ultima Frontiera“ trat bereits mehrmals bei Neonazikonzerten in ganz Europa in Erscheinung. Am 17. September 2005 trat die Gruppe etwa anlässlich einer Veranstaltung der Schweizer Division der Neonaziorganisation „Blood and Honour“ in Brig zusammen mit anderen braunen Bands wie „Tear Down“ (USA), „Amok“ (CH), „Helvetica“ (CH), „Feldherren“ (D) und „Sleipnir“ (D) auf. (Links: http://www.news.ch/400+Neonazis+treffen+sich+im+Wallis+zu+Nazi+Konzert/222046/detail.htm

http://www.searchlightmagazine.com/index.php?link=template&story=150

http://ch.indymedia.org/frmix/2005/10/35439.shtml).

Die letztgenannte Band „Sleipnir„, eine bekannte deutsche Rechtsrockgruppe, soll ebenfalls in Jena auftreten. Am 16. Oktober 2004 konnte die Band „Ultima Frontiera“ – wieder ungehindert von Polizei und Behörden – zusammen mit anderen Nazibands bei einem „Blood and Honour“-Konzert in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern) auftreten (Link: http://www.antifainfo.de/Boizenburg_BH.htm). In ihrem Lied „Berlin bleibt deutsch“ (Originaltitel) auf dem 2003 produzierten Tonträger „Non ci sono piu eroi“ heisst es (übersetzt): „Ich verteidige Berlin und ganz Europa, die Heimat, die Ehre und Treue. Das eiserne Kreuz weht hoch im Wind, vorwärts ich gebe nicht auf. Berlin bleibt deutsch, so steht es an der Wand. Berlin bleibt deutsch, im Herzen eingebrannt. Berlin bleibt deutsch, heißt jetzt meine Ehre“. Der Titel des Liedes bezieht sich offensichtlich auf den Befehl „Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch und Europa niemals russisch“, den Adolf Hitler im April 1945 gab, als die Befreiung Berlins von der nationalsozialistischen Diktatur durch die russische Armee bevorstand. (Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0416/politik/0091/index.html)

Flyer der NPD-Veranstaltung

Cover des „Conflict 88“-Tonträgers „Hra Nekonci“

Die tschechische Band „Conflict 88“, die in der Veranstaltungswerbung der NPD nur als „Conflict“ bezeichnet wird, um deren ideologische Orientierung zu vertuschen, trat zusammen mit der ebenfalls für Jena geplanten Band „Before the War“ etwa bei einem „Blood and Honour“-Konzert am 26. März 2005 im tschechischen Jablonne v Podjested auf (Link: http://afa13.antifa.net/PrintArticle59.html). Die Zahl „88“ im Bandnamen steht für zwei mal den achten Buchstaben des Alphabets, wobei damit „Heil Hitler“ gemeint ist. Am 17. September 2005 trat die Band anlässlich eines Konzertes von „Blood and Honour“ und ihrer militanten Terrororganisation „Combat 18“ im tschechischen Krtetice auf (Quelle: Tschechische Nachrichtenagentur „ČTK“) wobei anwesende Journalisten „Sieg Heil“-Rufe und andere einschlägige Parolen wahrnehmen konnten. Link: http://www.tschechien-online.org/news/1131-neonazi-skinhead-konzert-polizei-schaut-untatig/. Laut „ČTK“ wurde der Sänger von „Conflict 88“, Petr Ouda, in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen „Blood and Honour“ strafrechtlich verfolgt.

 

Die britische Band „Brutal Attack“, die bereits 1980 gegründet wurde, gehört zum „Urgestein“ der britischen Neonaziszene. Die Gruppe hat rund 30 einschlägige rassistische und neonazistische Tonträger veröffentlicht und war an einer Reihe von Split-Tonträgern und Samplern beteiligt, z. B. findet sich ein Lied auf dem „Blood and Honour“-Tonträger „Blood & Honour Vol.1“:

In ihrem Lied „Aryan Child“ auf dem Tonträger „White Pride – White passion“ heisst es etwa (übersetzt): „Arisches Kind hör zu was gesagt wird. Erheb deine Hand und lerne dein Land zu lieben. Für die weiße Revolution braucht es deine reine Hand (…)“. In ihrem Bandlogo verwendet die Gruppe die in Deutschland verbotene „Sigrune“.

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Infos zu antifaschistischen Gegenveranstaltungen (Antifa Jena)

siehe auch: http://asj.jena.antifa.net/ 

 

11
Jul
07

Aryan Blood (D) – Bandbeschreibung/Diskographie // Wotanstahl Klangschmiede (D) – Label

Ein 1998 in Eigenproduktion hergestellter Demo-Tonträger der Band „Aryan Blood“ enthält auf Seite A zwei Lieder mit den Titeln „Swastika“ (Hakenkreuz) und „Triumph of the Will“. Mit zweiterem Liedtitel wird offensichtlich auf den Namen des nationalsozialistischen Propagandafilmes „Triumph des Willens“ Bezug genommen. Ein zweiter im Jahr 1998 bei „Flammentod Productions“ (D) hergestellter Demo-Tonträger mit dem Titel „Eternal Strife“ enthält ebenfalls die beiden genannten Lieder sowie eine Coverversion des Liedes „Der Sieg ist unser“ der deutschen „National-Socialist-Black-Metal“-Band „Absurd“. Auf dem Cover des Tonträgers heisst es: „Dieses Tonband darf nicht bei Ebay oder ähnlichen Institutionen verkauft werden. Wer mit diesem oder einem ideologisch (sic!) Produkt Wucher betreibt, muß sich darauf einstellen, gemäß seiner fehlenden Vorhaut behandelt zu werden“. Mit dieser Bezugnahme auf die „Brit Mila“, das jüdische Brauchtum der Beschneidung des männlichen Geschlechtsorganes, in Verbindung mit der Kritik am „Wucher wird ein antisemitischer Stereotyp bedient und ausserdem eine Drohung gegen Juden ausgestossen.

1999 wurde ein Tonträger gemeinsam mit der polnischen NSBM-Band „Capricornus“ bei dem ebenfalls polnischen NS-Label „Wolftower Records“ hergestellt. Der Text zu dem „Capricornus“-Lied „Brennendes Jerusalem“ wurde von Hendrik Möbus, damaligem Schlagzeuger der NSBM-Band „Absurd“ verfasst. „Aryan Blood“ nehmen mit ihrem Lied „To Build An Empire Of Thousand Years“ offensichtlich Bezug auf die nationalsozialistischen Pläne eines Tausendjährigen „Dritten Reiches“. Auch das Lied „Aryan Supremacy“ („Arische Übermacht“) ist auf dem Tonträger zu finden. Auf dem Cover sind zwei männliche Personen in NS-Uniformen abgebildet. Im selben Jahr erschien bei dem Label „IG Farben“ (mit diesem Namen wird auf das gleichnamige Unternehmen Bezug genommen, das in der Zeit des Nationalsozialismus u. a. das „Zyklon B“-Gas für die Vernichtung von Menschen in Gaskammern produzierte und weiters tausende von ZwangsarbeiterInnen einsetzte) ein Tonträger, der etwa ein Lied mit dem Titel „Arisches Blut“ enthält. Der gleiche Tonträger erschien zwei Jahre später als Split mit der Schweizer NSBM-Band „Eisenwinter“ bei dem polnischen Label „Der Sieg Records“. Im Jahr 2002 produzierte das Label „Desastrious Records“ einen „Gemeinschaftstonträger“, auf dem die Band „Aryan Blood“ zusammen mit drei weiteren neonazistischen Gruppen („Nordreich“, „Flammentod“, „The True Frost“) vertreten ist. 2004 wurde der Tonträger neu aufgelegt und auf der Vorder- und Rückseite des Covers mit den Worten „Reichsdeutsche Ausgabe“ versehen. Auf die CD selbst ist eine „Schwarze Sonne“ gedruckt.

Im Jahr 2005 erschien bei dem Label „Einsatzkommando Productions“ ein Split-Tonträger mit der brasilianischen NSBM-Band „Evil“. Im Jahr 2007 ist eine Split-Veröffentlichung der NSBM-Bands „Satanic Warmaster“ (Finnland) und „Aryan Blood“ erschienen. Das darauf befindliche Lied „The Chant of the Barbarian Wolves“ der Band „Satanic Warmaster“ handelt vom Mord an Juden: „Schlag hart, ohne Vergebung, wenn Rüstung und Fleisch auseinander gerissen werden, wird unser Morgen dämmern um kein Licht zu zeigen, für die Juden die ohne Reue verwüstet werden“, heisst es übersetzt. Das neonazistische Soloprojekt „Holocaustus“ (alias „Flammentod“) steuert dem Tonträger das Lied „Einklang“ bei.

Der Tonträger mit dem Titel „The Chant of the Barbarian Wolves“ wurde bei dem Deutschen Label „Wotanstahl Klangschmiede (Germania)“ produziert, das in Seesen (Niedersachsen) beheimatet ist. Betreiber des Labels ist Andreas Gruna, der über die gleiche Postadresse operiert wie Michael Schulz (ebenfalls aus Seesen), der unter dem Label-Namen „Obscure Abhorrence Productions“ – so wie Gruna – rechtsextreme und neonazistische Tonträger produziert (z. B. der Band „Odelegger“) bzw. vertreibt. Schulz hat darüber hinaus im Gasthaus „Lindenhof“ in Ellrich bereits mehrere Konzerte mit einschlägigen Bands wie „Horna“ und „Nachtfalke“ veranstaltet. Gruna vertreibt auch bei dem Internet-Shop „Ebay“ neben unpolitischen Tonträgern rechtsextreme und neonazistische Veröffentlichungen. Wohl um eine Beschlagnahme des Splittonträgers von „Satanic Warmaster“ und „Aryan Blood“ zu verhindern, wird der Name der zweiteren Band in einigen Internetshops mit „A. Blood“ abgekürzt.


Tonträger-Cover von „Satanic Warmaster“ (oberes Bild) und „Aryan Blood“

10
Jul
07

Pestschwadron (AUT) – Bandbeschreibung

Die im Jahr 2007 gegründete Band aus Bad Ischl, Oberösterreich, bezeichnet ihren Stil als „völkischen Black Metal zur Zerstörung des Christentums“. Auf einer Grusskarte in einem „Myspace“-Gästebuch, die mit Runen und einer „Schwarzen Sonne“ versehen ist, steht geschrieben: „Grüsse aus der Ostmark wünschen Pestschwadron“.

Demnächst soll ein Demo-Tonträger mit dem Titel „Im Auftrag gegen den Herrn“ bei dem britischen Label „Eradication Process Productions“ erscheinen. Der Betreiber des Labels, der unter dem Pseudonym „Wulfblood“ aktiv ist, produziert auch unter dem Labelnamen „Of Heathen Blood Records“. Auf dem auf 88 (womit hier zweimal der 8. Buchstabe des ABC gemeint ist, „HH“ steht wiederum für „Heil Hitler“) Stück limitierten Tonträger „Im Auftrag gegen den Herrn“ soll eine Coverversion des Liedes „Werwolf“ der deutschen NSBM-Band „Absurd“ erscheinen. Im Juni 2007 kündigten „Pestschwadron“ auch einen Split-Tonträger mit der Band „Knochenpanzer“ unter dem Titel „Ein Meer von Toten“ an, der bei „Of Heathen Blood Records“ erscheinen soll. Das Label wird von „Wulfblood“ als „radical NS label“ bzw. als „underground NSBM tape label“ bezeichnet. Die Band „Knochenpanzer“ soll auf der Veröffentlichung etwa mit dem Lied „Ostmark erwache“ vertreten sein. Das Bandlogo von „Knochenpanzer“ ist mit dem Totenkopf-Symbol der SS-Totenkopfverbände versehen, im Logo von „Pestschwadron“ findet sich ein Keltenkreuz.

Im Forum der nationalsozialistischen „Pagan Front“ verwendet der Schlagzeuger und Sänger der Band, „Sturmherr Leichenadler“ als Signatur einen Auszug aus einer Rede von „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler am 4. Oktober 1943 zur Judenausrottung in Polen: „(…) Von Euch werden die meisten wissen, was es heisst, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte (…)“

09
Jul
07

Polizei duldet erneut neonazistisches „Rock für Deutschland“-Konzert in Gera

Bereits im fünften Jahr in Folge (Infos zu den letzten Jahren) fand am 30. Juni 2007 in Gera (Thüringen) ein von der NPD Gera veranstaltetes Konzert mit diversen neonazistischen Musikgruppen statt. Die Konzerte, die als Demonstration getarnt werden, fanden in den letzten Jahren jeweils mit Duldung der Polizei statt.

In diesem Artikel soll es vor allem um die Musikgruppen gehen, die heuer ungestört auftreten konnten.

Statt der Band „Brainwash“, die ursprünglich geplant war, spielte in diesem Jahr die Band „Racial Purity“, auch „Frontalkraft“, „Spreegeschwader“ und „Woden“ waren mit dabei.

Schon in ihrem Namen macht die Band „Racial Purity“ (übersetzt: „Rassische Reinheit“) deutlich, dass sie eine klar rassistische Einstellung hat, selbiges wird auch deutlich, wenn die Band den Grund für ihren englischen Namen in einem Interview erläutert: „Der Name drückt die Liebe zu unserer Artgemeinschaft aus. Da dieses weltweit gelten sollte, haben wir einen englischen Namen gewählt. Was andere Bands machen ist ihnen überlassen. Aber du hast recht, es wird sehr viel gemacht und wir sollten unsere Sprache vor fremden Einflüssen schützen, nicht nur unsere Sprache! (sic!)“. Mit dem Lied „Open your Eyes“ zeigt die Band ihre klar antisemitische Haltung: „Öffnet eure Augen und seht wie unsere Welt, Stück für Stück durch gewisse Bünde und das Kapital unterjocht wird. ZOG ist allgegenwärtig!“, beschreibt die Band den Inhalt des Liedes. Robert Jay Mathews, dem verstorbenen Führer der US-amerikanischen Neonaziorganisation „The Order“, haben „Racial Purity“ laut dem Interview ein eigenes Lied gewidmet.

Die britische Band „Woden“ besteht aus Mitgliedern der aufgelösten Band „Eye of Odin“. Die Bandmitglieder gehören zum „Urgestein“ des neonazistischen Untergrunds in Großbritannien. Bassist Brad und Schlagzeuger Lemmy spiel(t)en etwa in der Neonaziband „Squadron“, der Sänger „Raven“ war in der in den frühen 1980ern gegründeten, einschlägigen Band „Ovaltinees“ aktiv. In einem Interview mit dem „Blood and Honour“-Magazin (Nr. 21, 2001) spricht die Band „Eye of Odin“ über den Umgang der Polizei mit „Blood and Honour“-Konzerten: „Einige unserer Gesetze mögen sich von jenen in anderen Ländern unterscheiden, aber das Endresultat ist das gleiche. ZOG wird jedes vorhandene Mittel verwenden, um unsere Aktivitäten zu unterdrücken, offen und verdeckt. Das führt unvermeidlich zu Problemen mit der Polizei, weil die Polizei bloß ein weiteres Werkzeug von ZOG ist. Mindestens 98 % der Konzert in Großbritannien können ohne irgendein Problem durchgeführt werden. Es scheint vom politischen Klima zum jeweiligen Zeitpunkt abzuhängen, d.h. hat die Polizei Druck von oben erhalten oder nicht – in Hinsicht auf das Beenden von mehr Konzerten, oder ob da kürzlich ein Vorfall war mit rassischen Zwischentönen, der die Polizei dazu führt, jeden der in Verbindung mit der rassischen Bewegung steht, zu verfolgen. Einem richtigen Revolutionär ist bewusst, dass jede Regierung in jedem Land Teil der Einen Weltordnung ist und uns deshalb völlig fremd ist, so erwarten wir, Problemen zu begegnen und wir haben gelernt uns verdeckt zu organisieren.“

Auf der Homepage der Band „Frontalkraft“ wird man mit dem Spruch „Heilsa Victoria an alle Unentwegten!“ begrüsst, womit offensichtlich auf den Spruch „Hail Victory“ („Sieg Heil“) angespielt wird. In einem Interview zeigt die Band, welche Geschichtsauffassung sie vertritt: „Was ist den (sic!) seit `45 passiert? Zwei ganze Generationen sind umerzogen worden. Und wir meinen das jetzt nicht nur politisch. Vor allem psychologisch. Stück für Stück wurde jedem einzelnen die Freiheit genommen.“ Auch auf die Ziele der Band wird eingegangen: „Die Aufgabe ist, eine Basis an jungen Menschen zu sich zu bekommen und dazu gehört die z.B. die Musik (…) Diese Jugend, die man dann für unsere Reihen durch Musik gewinnt, muss dann sensibilisiert werden für unser Ziel (…) ja wir formen sie mit unseren Willen mit, die als Masse auf der Straße des Volkes Stimme Gehör verschafft. Ob wir dieses jemals erleben werden ist eine andere Sache, aber wir können die Vorraussetzungen dafür schaffen, das sich Bilder wie vor 15 Jahren in Mitteldeutschland wiederholen“ (Hier wird offenbar auf die rassistischen Ausschreitungen in Hoyerswerda/Sachsen Anfang der 1990er angespielt, Anmerkung).

In einem anderen Interview freut man sich darüber, dass der Widerstand von Seiten der Antifa und polizeiliche Maßnahmen gegen die Band geringer geworden sind: „In dem Zeitraum zwischen 93´ und 98´ war die Antifa in Cottbus und Umgebung sehr aktiv und zahlenmäßig ziemlich stark. Gerade die Berliner Antifatzken waren hier damals recht häufig und massiv präsent. War schon `ne echt heiße Zeit damals. Heute haben die Zecken hier allerdings nichts mehr zu lachen. Unsere speziellen Freunde von der SoKo MEGA (Mobiles Einsatzkommando gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit) und vom Staatsschutz sind mittlerweile auch ruhiger getreten. Sie haben wohl endlich kapiert, dass sie gegen uns einfach nichts in der Hand haben.“

Im Jahr 2002 antwortete die Band in einem Interview auf die Frage, was sie gerne über sich in der Zeitung lesen würde, mit: „Ausverkauftes gigantisches Frontalkraft Konzert im tobenden Berliner Olympiastadion‘ als Schlagzeile in der Reichszeitung ‚Völkischer Beobachter'“ (Quelle: http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_10/skins.html).

Die Berliner Band „Spreegeschwader“ rund um Alexander Gast betreibt das neonazistische Label „Panzerbär Records“, das diverse einschlägige Tonträger veröffentlicht hat.

Links: Infos zu antifaschistischen Gegenaktionen

09
Jul
07

Fünftes „Calling for Battle“-Konzert mit neonazistischer Musikgruppe

Am 29. Juni fand im Rahmen des bereits fünften sogenannten „Calling for Battle“-Konzertes im Kleingartenverein am Hanberg in Salzgitter-Bad ein Auftritt verschiedener Black-Metal-Bands statt. Neben diversen „unpolitischen“ Gruppen wie „Nuit Noire“ und „Hypothermia“ und konnte auch die NS-Black-Metal Band „Cultus“ aus den Niederlanden auftreten. Die extrem rechte Band „Suicide Solution“ machte einen Spontanauftritt. Das Konzert war Teil einer Europa-Tour, die je einen Auftritt in Frankreich und Belgien und zwei in Deutschland umfasste. Der Organisator der Tour, Arjan Peeks, ist Frontmann der Band „Cultus“ und Betreiber des Labels „Heidens Hart“, das neonazistische Tonträger produziert und vertreibt. In einem Interview im Jahr 2002 grüßte er etwa mit „Sieg Heil“.

Der Kleingartenverein in Hanberg machte heuer bereits Schlagzeilen, nachdem zwei Konzerte mit neonazistischen Musikgruppen stattgefunden hatten. Der Verein hatte daraufhin den Pachtvertrag mit den Betreibern der Gaststätte, in der die Konzerte stattfanden, aufgekündigt. Der Vertrag lief Ende Juni aus (Quelle: Braunschweiger Zeitung, 12.06.2007), gerade noch rechtzeitig konnte noch einmal eine neonazistische Musikgruppe auftreten.

Das Konzert war bereits das fünfte der sogenannten „Calling for Battle“-Konzerte, die meist konspirativ beworben werden und rechten bis neonazistischen Musikgruppen eine Bühne bieten. Beim ersten und zweiten „Calling for Battle“-Konzert im März und Mai 2006 konnte etwa die deutsche NS-Black-Metal Band „Nachtfalke“ auftreten. Das zweite Konzert wurde auch von den ebenfalls einschlägigen Bands „Moontower“, „Inferno“ und „Suicide Solution“ unterstützt. Die beiden letztgenannten Gruppen standen dann auch beim dritten Konzert im Oktober 2006 zusammen mit der polnischen NSBM-Band „Thunderbolt“ auf der Bühne. Der Sänger von „Suicide Solution“, Carsten K., gehört zu den Organisatoren der Konzert-Reihe.

Das vierte Konzert in der Reihe wurde im April 2007 in der Festhalle Nordhausen-Sundhausen abgehalten, wobei hier nach eigenen Angaben darauf verzichtet wurde, das Konzert unter dem Namen „Calling for Battle“ zu bewerben, um Probleme zu vermeiden. Auf dem Programm standen die Bands „Eternity“, „Paria“ und „Lugubrum“, als „Special guest“ trat die Gruppe „Permafrost“ auf. Von Seiten der Behörden gab es keine Hindernisse.