31
Mai
07

„Dunkelheit-Festival“ mit extrem rechten und neonazistischen Black-Metal-Bands (Deutsch/Englisch)

Ende August/Anfang September plant das Österreichische Black Metal Label „Silent Booking“ (Philipp Poyer, Robert Schupitta) in Kooperation mit den personell quasi identen Blackmetal-Initiativen „Blackmetal.at“ und „Ashen Productions“ zum zweiten Mal das sogenannte „Dunkelheit Festival“. Im Jahr 2005 hatte es österreichweites Aufsehen um das Festival gegeben, weil sich unter den auftretenden Bands Vertreter des extrem rechten bis neonazistischen Flügels der Blackmetal-Szene befanden. Mit dabei hätte etwa die deutsche Band „Nachtfalke“ sein sollen, die sich selbst als „NS Viking Metal“ bezeichnet und deren Frontmann die Deutschen als „Herrenrasse“ betitelte. Der Auftritt dieser Band musste nach Protesten abgesagt werden. Das Konzert, das ursprünglich in einem Steinbruch (im Besitz des Vaters von Robert Schupitta) in Niederösterreich stattfinden sollte, wurde nach Graz verlegt, wo sich ein Lokal fand, das kein Problem mit einschlägigen Bands hatte. So konnte z. B. die italienische Band „Gosforth“ auftreten. Der Sänger und Bassist der Band meinte etwa über den italienischen Faschistenführer Mussolini, dass er ein Mann sei, der für Italien viel getan hat.

 

 

Nachdem man das für 2006 in Wien geplante „Dunkelheit“-Konzert „aufgrund der hohen Desinteresse (sic!) und/oder total überteuerten Gagen diverser Bands und durch die in letzter Zeit sehr schlecht besuchten Konzerte“ rasch wieder abgesagt hatte, wurde nun das tschechische Brünn/Brno als neuer Veranstaltungsort für das nächste Festival gewählt. Auch diesmal bewegen sich einige der auftretenden Bands mehr oder weniger im rechtsextremen bis neonazistischen Spektrum der Blackmetal-Szene. Ein Satz, der auf der „Dunkelheit“-Homepage geschrieben steht, verkommt angesichts der auftretenden Gruppen zur Bedeutungslosigkeit: „Dunkelheit is a non-political Black Metal Festival and has nothing to do with national socialist stuff (NSBM)“.

Die polnische Band „Infernal War“ (auch bekannt unter dem Namen „Infernal SS“) ist eindeutig als neonazistisch zu klassifizieren. Der Sänger, der sich „Warcrimer“ nennt, grüsst in einem Interview etwa mit „Sieg Heil“. Über die moderne Gesellschaft meinen „Infernal War“, dass diese die Gaskammer verdiene. Zwei Mitglieder von „Infernal War“ spielen auch in der bekannten NSBM-Band „Thunderbolt“, die ebenfalls beim Festival auftreten soll.

 

Der Sänger der bei „Ashen Productions“ unter Vertrag stehenden Band „Silva Nigra“, der sich „Ulvberth“ nennt, bezeichnet in einem Interview den Nationalsozialismus als sein „inneres Gedankengut“. Der Nationalsozialismus sei „richtige Lebensideologie in dieser korrupten Welt“. „Probleme mit Juden, Zigeunern“ hätten während dem Zweiten Weltkrieg gelöst werden können. Auch die Band „Sekhmet“ dürfte sich intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen. Zumindest hat ein Lied auf ihrem Tonträger „Victims of the Cult“ (2005) den Titel „Zyklon B“.

 

Sven-Erik Kristiansen von der schwedischen Band „Shining“ sorgte im Februar 2007 für einen Skandal, indem er bei einem Konzert mit einem in die Stirn eingeritzten Hakenkreuz auftrat. Die deutsche Band „Eternity“ machte in der Vergangenheit durch Auftritte bei Neonazikonzerten, durch Liedbeiträge auf einschlägigen Samplern und durch rassistische Aussagen in Interviews auf sich aufmerksam. Der Sänger von „Inferno“ mit dem Pseudonym „Adramelech“ beschreibt in einem Interview, wofür die Band steht: „Die Musik ist aggressiver, grimmiger Slawischer Black Metal für die Krieger des Weißen Europa und der Arischen Elite“. (Interview mit dem “Mirkwood” Online Zine, 2002).

 

Schlussendlich soll auch die Band „Stormnatt“ von Robert Schupitta und Philipp Poyer auftreten. 2004 gab es ein gemeinsames Konzert mit der neonazistischen Band „Absurd“, mehrere Tonträger wurden bei einschlägigen Labels wie „Eichenlaub Propaganda“ produziert.

 

Mit den genannten Bands wird das rechtsextreme Milieu innerhalb der Blackmetal-Szene genauso bedient wie mit den einschlägigen Tonträgern, die (neben unpolitischen Tonträgern) im Online-Shop des Labels „Ashen Productions“ von Robert Schupitta aus Korneuburg angeboten werden. Ein Beispiel ist der Tonträger „A New Race for a New World“ der französischen „National Socialist Black Metal“-Band „Ad Hominem“. Schupitta streitet jedoch ab, neonazistischen Black Metal anzubieten: “ (…) Wahr ist, daß in meinem Mailorder zahlreiche Tonträger zu finden sind, die Political Correctness – Ansprüchen nicht unbedingt gerecht werden dürften. Ebenso wahr ist aber auch, daß auf keinem dieser Tonträger explizit politische oder gar strafrechtlich relevante Inhalte propagiert werden (…). Diese Aussage verwundert, wenn man etwa den Text eines Liedes der Band „Clandestine Blaze“ auf einem Tonträger, der von Schupitta angeboten wird, betrachtet: „(…)In Chambers Full of Zyklon-B jews Cry For god (…)“ heisst es in dem Lied „Chambers“.

 

Im September 2007 ist ein weiteres – von „Silent Booking“ organisiertes – Konzert mit einer einschlägigen Band geplant. Dann soll im Wiener Metal-Lokal „Escape“ die finnische Band „Horna“ auftreten. Für den Gitarristen der Band „bedeutet der Nationalsozialismus, stolz auf sein eigenes Erbe und sein eigenes Land zu sein, an die Waffenbrüder zu glauben sowie an jene Werte zu glauben, die jeden fremden Einfluss oder Religion ausschließen“.

In the End of August/beginning of September the Austrian Black Metal Label „Silent Booking“ (Philipp Poyer, Robert Schupitta) in cooperation with „Blackmetal.at“ and „Ashen Productions“ (same staff like „Silent Booking“) plans the so called „Dunkelheit Festival“ for the second time. In 2005 the first concert in Austria caused a stir, because there were some extreme right and neo nazi black metal bands among the performing bands. One of the bands was the German music act „NACHTFALKE“. The leader of „Nachtfalke“ is Tino Mothes. In an interview he said: „We, the Germans, are the master race. We have to do all to bar the mob from getting the predominance, because in some way i have the sense, that the German human dies out, and that all bogs in a huge multicultural cloaca. Must that be?“. Mothes calls his band „NS[National Socialist, remark)-Viking Band“. The show of „Nachtfalke“ at the Dunkelheit 2005 had to be cancelled after protests. Because ot the problems the concert was moved to an other place where it could happen. The italian band „Gosforth“ played there. The vocalist and bassist of the band told about the Italian fascist leader Mussolini, that he is a man, who has done a lot for Italy.

 

This year the „Dunkelheit Festival“ shall take place in Brno, Czech Republic. Again, some extreme right and neo nazi bands shall play there. Regarding the bands, it is absurd to read the following statement on the Homepage of the „Dunkelheit Festival“. “Dunkelheit is a non-political Black Metal Festival and has nothing to do with national socialist stuff (NSBM)”.

The Polish band „Infernal War“ is also known as „Infernal SS”. „SS” means the german word
„Schutzstaffel”. The Schutzstaffel (”defense squadron”), or SS, was a large paramilitary organization that was a principal component of the Nazi party. In an interview the vocalist of the bands greets with the nazi greeting „Hail Victory“. The vocalist of the band „Silva Nigra“ calls the National Socialism his „inner idea“ and says: „National Socialism is true life ideology in this corrupt world! But new NS ideology, no anti-slaw ideology from A. Hitler. Many errors were canceled during second world war, but problems with Jews, gipsy could be solved!“. One Songtitle of the band „Sekhmet“ is „Zyklon B“. The German band „Eternity“ played on neo nazi concerts and made racist statements in interviews. The vocalist of the Czech band „Inferno“ speaks about the music of his band: The music is aggressive furious Slavonic Black Metal for the warriors of white Europe and the Aryan elite.”


1 Response to “„Dunkelheit-Festival“ mit extrem rechten und neonazistischen Black-Metal-Bands (Deutsch/Englisch)”


  1. 1 HeavyHerb
    November 26, 2007 um 9:58 am

    Kleine Korrektur: nicht Shining-Sänger Kvarforth ist mit einem Hakenkreuz aufgetreten, bei besagter Show gab es einen Gastauftritt von Maniac (ex-Mayhem/Skitliv), der sich besagtes Hakenkreuz in die Stirn geritzt hatte…


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