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Mai
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Morrigan (D) – Bandbeschreibung

aktualisiert am 02. Jänner 2009

“Morrigan” haben keine Berührungsängste zu offen neonazistischen Musikgruppen: Im Jahr 2001 hätte die Baden-Württembergische Band beim “Berzerk Festival”, das vom Label “Pesten Productions” des Neonazis Denis Schoner (Schlagzeuger der neonazistischen Band “Totenburg”) organisiert wurde, gemeinsam mit den neonazistischen Bands “Magog”, und eben “Totenburg” auftreten sollen. Das Festival wurde jedoch abgesagt (Quelle: Dornbusch/Killguss 2005: Unheilige Allianzen ” Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus, Seite 198/ siehe auch: http://de.indymedia.org//2002/01/13416.shtml)

Ebenfalls gescheitert war im August 2005 ein Konzert gemeinsam mit der deutschen NSBM („National Socialist Black Meta“)-Band “Absurd” und der Band “Forgotten Darkness” (Ebenda, 289). In einem Interview (aus dem Jahr 2005) auf den engen Kontakt zu “Absurd” und zur NSBM-Band “Totenburg” sowie auf die Produktion von Tonträgern bei dem rechtsextremen Label “Westwall” angesprochen, meint “Balor”, der Sänger von “Morrigan”, dass die Band keine Verbindungen zur NSBM-Szene habe. Weiters handle es sich bei den aktuellen Mitgliedern von “Absurd” nicht um Nazis, sondern um Heiden. Bei “Totenburg” verhalte es sich ähnlich, weil die Mitglieder dieser Band zur Live-Besetzung von “Absurd” gehören. Wenn man sich mit der Musik und den Texten von Absurd befasse und sich sich mit den aktuellen Mitgliedern unterhalte, werde man schnell feststellen, dass da nichts Anstößiges zu finden sei. (Quelle: http://www.bloodchamber.de/interview/m/140/)

„Absurd“ seien in seinen (Balor’s) „Augen keine NS Band sind sondern vielmehr eine Band die seit nunmehr 13 Jahren zum schweigen (sic) gebracht werden soll. Wer sich die Mühe“ mache „sich mit den Leuten hinter der Band zu unterhalten wird schnell merken, dass an den Gerüchten nix aber auch gar nix dran“ sei „und wer die Texte liest wird ebenfalls merken, dass sie absolut unpolitisch sind.“ Es sei „allerdings einfacher sich der Meinung der breiten Masse und dem was irgendwelche Spinner und selbsternannte Antifaschisten von sich geben gehorsam Folge zu leisten…Im übrigen“ hätten „Absurd in Deutschland ‚kein‘ Auftrittsverbot und“ seien „auch nicht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes was bei einer radikalen Band der Normalfall“ sei. An dieser Stelle irrt sich „Balor“ oder will die Wahrheit nicht wissen: „Absurd“ wurden bereits 1999 zum ersten Mal in einem Verfassungsschutzbericht als rechte Blackmetal-Band erwähnt. „Balor“ meint weiter, er habe mit seiner Band „Morrigan“ schon „2 mal mit Absurd gespielt“ und es habe „nie irgendwelche Zwischenfälle“ gegeben. Weiters erklärt er zu dem Konzert mit „Absurd“: „Es waren zwar auch Skins anwesend, aber auf welchem Metal Konzert kommt das heutzutage nicht vor? (…) Solang sie ruhig sind und es keinen Stess (sic) gibt habe ich auch kein Problem damit. Man kann sich sogar mit denen unterhalten ohne über irgendwelche Rassentheorien zu philosophieren und die meisten können auch Kritik an ihren Ansichten vertragen ohne gleich auszurasten. Von der Linken Seite kenne ich das so zumindest nicht. Wenn man sich mit einem praktizierenden Antifanten unterhält kommt es, wenn man eben andere Ansichten vertritt gleich zu pöbelein (sic) von wegen man sei ein Nazi… Auf jeden Fall habe ich noch bei keinem Absurd Mitglied offensichtliche rechtsradikale Merkmale feststellen können. Weder optisch noch textlich noch musikalisch. Das ist zumindest so, seit Hendrik (Hendrik Möbus, ehemaliger Sänger von „Absurd“, Anmerkung) nicht mehr dabei ist und Wolf (Ronald Möbus, älterer Bruder von Hendrik und aktueller Sänger von „Absurd“) die Band aus dem Sumpf ziehen will in die Hendrik sie in seinem nennen wir es mal jugendlich-dümmlichen Leichtsinn getrieben hat…“ (Quelle: „Metal-BW-Forum“, abgerufen am 13. Juni 2008 )

“Totenburg” hätten zwar (auf einem ihrer Tonträger, Anmerkung) Adolf Hitler gegrüsst, sie hätten aber keine rechten Liedtexte, verteidigt “Balor” von MORRIGAN die neonazistische Musikgruppe. Ronald “Wolf” Möbus (der aktuelle Sänger der Band ABSURD), den er persönlich kenne, sehe er nicht als einen Nazi, sondern eher als einen Heiden. (Interview “Ginungagap Webzine” mit “Balor” von MORRIGAN, 2004). Dazu ist anzumerken, dass Möbus im Jahr 2003 wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen und Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde (http://www.turnitdown.de/424.html).

Um diese Anhäufung von relativierenden und verharmlosenden Aussagen hinsichtlich der Bands „Absurd“ und „Totenburg“ zu widerlegen, reicht es, einen Konzertflyer von “Absurd” und “Totenburg” aus dem Jahr 2004 zu betrachten, der mit einem Hakenkreuz “verziert” ,ist oder das Lied „Pesttanz“ der Band „Absurd“ zu hören, in dem es etwa heißt: „(…) Was da atmet muß nun sterben, daß die Welt gereinigt werde Mordend Juden und Christenheit, lüstern, voller Grausamkeit Massengräber füllen sich, holde Pest, wir grüßen
dich!“

Flyer für ein Konzert der neonazistischten Bands ABSURD, DER STÜRMER, TOTENBURG, Athen 2004
(Flyer für ein Konzert der neonazistischen Bands ABSURD, DER STÜRMER, TOTENBURG; Athen 2004)

Seit dem Jahr 2004 ist es zu keinen wesentlichen Bandbesetzungs-Änderungen gekommen. „Absurd“ treten nach wie vor regelmässig bei neonazistischen Konzerten auf, so etwa im August 07 bei einem NSBM-Festival in Rumänien und Anfang Februar 2008 in Finnland (u. a. gemeinsam mit der Neonazi-Band „Der Stürmer“). Im Juni 2008 traten „Absurd“ in der Nähe von Antwerpen, Belgien, anlässlich eines Konzertes des flämischen Armes der Neonaziorganisation „Blood & Honour“, wieder gemeinsam mit der Gruppe „Der Stürmer“ auf.

Am 04. März 2006 spielten „Morrigan“ bei einem Konzert im Gasthof Göb in Gremsdorf zusammen mit “Totenburg”, “Absurd” und “Forgotten Darkness”. In einem Konzertbericht auf einer neonazistischen Homepage heisst es dazu: „Ein gelungenes Fest hat Balor von Morrigan am 4. März in Franken organisiert, zusammen mit der dortigen Kameradschaft wurde eine Kneipe für einen Abend Treffpunkt zum gemeinsamen saufen und feiern zusammen mit Absurd, Forgotten Darkness, Morrigan und Totenburg (…) die Bühne klein aber fein war geschmückt mit ‚Ewiges Deutschland Fahnen‘ auf rotem Hintergrund (…) Die Auswahl (bei einem Verkaufsstand, Anm.) beschränkte sich auf einige Image Shirts wie das ‚NSBM‘ Shirt (…) Totenburg überzeugten auf Ihre ganz spezielle Art, es war noch nicht das erste Lied vorbei da schmiss Herr Asemit eine Blau/Weiße Flagge in die tobende Menge (Nein die Flagge war nicht kariert) daraufhin erhellten eine Menge Feuerzeuge die Köpfe eines manchen Recken, obgleich die Flagge wohl nicht richtig brennen wollte schmolz Sie während des Liedes dahin (…)„. Gemeint mit der „Blau-weißen Flagge“ ist eine israelische Staatsflagge, die bei diesem von „Balor“ zusammen mit der lokalen Neonazi-Kameradschaft organisierten Konzert verbrannt wurde. (siehe auch: http://aida.open-lab.org/index.php?option=com_content&task=view&id=403&Itemid=216)

Ein Jahr zuvor, am 26. Februar 2005, traten „Morrigan“ bereits einmal im Gasthof Göb in Gremsdorf, Landkreis Erlangen-Höchstadt, bei einem Konzert auf. Hier spielten sie laut einem Bericht des Bayrischen Verfassungsschutzes ebenfalls gemeinsam mit der neonazistischen Gruppe „Absurd” und der ebenfalls einschlägigen Band „Blutaar”. (Quelle: http://www.stmi.bayern.de/imperia/md/content/stmi/sicherheit/verfassungsschutz/verfassungsschutzberichte/verfsch_2005_hj.pdf)

In einer Anfragenbeantwortung des Hessischen Landtages (Drucksache 16/6093 vom 29.09.2006) finden “Morrigan” ebenfalls Erwähnung: Hier stehen sie in einer Liste mit braunen Bands wie “Rassenstolz” und “Hauptkampflinie”. Ein Konzert im Jahr 2001, bei dem “Morrigan” im Rahmen einer sogenannten “Geburtstagsfeier” (also bei einem offenbar als solche getarnten Neonazi-Konzert, Anm.) auftraten, wird ebenfalls angeführt. (Quelle: http://www.verfassungsschutz-hessen.de/downloads/LTDrs16_6093.pdf)

Ein Auftritt von „Morrigan“ Ende April 2007 im Kulturzentrum „Kultopia“ in Hagen wurde von den Verantwortlichen des Veranstaltungsortes abgesagt, die Band konnte dann jedoch unter falschem Namen („Head Cult“) auftreten.

Im Frühjahr 2007 sind zwei Tonträger der Band (eine Reproduktion des Tonträgers „R.I.P.“ und eine Split-Veröffentlichung mit der japanischen Band „Abigail“) bei dem einschlägigen Label „World Terror Committee Productions“ (W.T.C.) von Sven Zimper erschienen. Zimper ist der Schlagzeuger der NSBM-Band „Absurd“ und huldigt in dem Lied „Faustus M-Ängel-E“ seines Projektes „Luror“ den SS-Arzt Dr. Josef Mengele, den „Engel von Auschwitz“.

Im Mai 2008 veranstaltete „Balor“ in Grosserlach das sogenannte „Beltane Festival“, bei dem u. a. seine Band „Morrigan“, aber auch die rechten Bands „Eternity“ und „Corpus Christii“ auftraten. „Die Antifa“ habe zwar „auch beim Beltane Festival wegen Eternity, Corpus Christii“ und seiner Band „Stress gemacht„, jedoch wurde „das Konzert (…) trotz einer Email an den Bürgermeister von Grosserlach durchgezogen„, freut sich „Balor“ in einem Metal-Diskussionsforum. An der selben Stelle verteidigt er – wie schon zuvor die Neonazi-Bands „Absurd“ und „Totenburg“ – nun die NSBM-Band „Infernal War“ gegen Vorwürfe von antifaschistischer Seite und zeigt dabei seine äusserst dubiose Einstellung zum „Judentum“:

Warcrimer [Mitglied der Band „Infernal War“, Anm.] stellt (…) mehr als klar, dass Infernal War keine politische Band sind. Texte bei denen es um den Judeo-Christlichen Genozid geht haben zich andere Bands auch (Profanatica, GBK, Ungod (R.I.P.),…). Ich sehe das übrigens ähnlich: Das Judentum „IST“ der Ursprung allen Übels auf dieser Welt angefangen bei seinen Auswüchsen wie das Christentum, das schon mehr als genug Unheil gebracht hat bis hin zum Islam, der gerade Unheil bringt. Es ist wohl nicht zu verleugnen, dass diese beiden Religionen dirrekt (sic) vom Judentum abstammen und würde dieses Volk (?) nicht die Gebiete der Palästinenser besetzen wär es im nahen Osten auch um einiges ruhiger und der islamnistische (sic) Extremismus hätte keinen Nährboden…„.

Seinen Gesprächspartnern gibt „Balor“ noch einige Tips für seiner Meinung nach gute Bands mit auf den Weg: „NOKTURNAL MORTUM sind da auch noch zu empfehlen (einige werden jhetzt (sic) bestimmt gleich wieder NAZI schreien …) Aus Griechenland wären noch STUTTHOF zu empfehlen. Die sind echt sehr gut… (…) Was noch aus der Heimat zu empfehlen wär (und natürlich auch nicht allz neu ist) ist KATHARSIS (nicht die Schwuchtelkacke aus BW!!!!!), WOLFSMOND, LUROR, NORDAFROST, PARAGON BELIAL und GRÄFENSTEIN…“.( (Quelle: „Metal-BW-Forum“, abgerufen am 13. Juni 2008 )


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