29
Apr
07

September 2006 – Festival mit rechtsextremen Bands in Innsbruck (AUT)

Am 29. und 30. September 2006 veranstaltet die Gruppe „Brutal Arts Tyrol“ nun zum dritten Mal das „Misanthropic Violence Festival“ im VAZ Hafen in Innsbruck, ein Event, das mit „Blackmetal“, einer Spielart des „Heavy Metal“ aufwartet. Schon in den letzten zwei Jahren fiel dieses Festival durch einige Bands auf, die der Subkultur des nationalsozialistischen Black Metal (NSBM) nahestehen.

Aufgrund des Engagements einiger AntifaschistInnen, die auf diese Tatsache hinwiesen, kam es im Jänner dieses Jahres sogar zur Anfrage der SPÖ an Innenministerin Prokop bezüglich des Konzerts im österreichischen Parlament (http://www.parlinkom.gv.at/pls/portal/docs/page/PG/DE/XXII/J/J_03813/FNAMEORIG_055643.HTML).

Es gab jedoch keine weiterreichenden Konsequenzen für die VeranstalterInnen dieses Events, das letztes Jahr weitgehend ungestört über die Bühne ging. Der Verfassungsschutz habe „keine Handhabe für die rechtliche Untersagung des Konzerts“ gehabt, heißt es in der Antwort auf die Anfrage
(http://www.parlinkom.gv.at/pls/portal/docs/page/PG/DE/XXII/AB/AB_03717/FNAMEORIG_058797.HTML).

Auch heuer soll eine Neuauflage des „Misanthropic Violence Festivals“ mit verschiedenen Blackmetalbands aufwarten. Dem VAZ Hafen scheint es nach wie vor nichts auszumachen, dass rassistische und antisemitische Musikgruppen in ihren Lokalitäten vor rechtem Publikum auftreten, denn obwohl bereits letztes Jahr ein Protestschreiben gegen diese Veranstaltung vorlag, das von über dreißig Organisationen unterzeichnet wurde, unter anderem von der Österreichischen HochschülerInnenschaft, verschiedenen Kulturinitiativen und mehreren Parteivorfeldorganisationen, unternahm die Geschäftsleitung bis heute nichts, um diesen rechten Umtrieben ein Ende zu bereiten.

Auch heuer finden sich im Line-up des Festivals wieder einige Bands, die als rassistisch, antisemitisch, menschenfeindlich oder rechtsextrem gelten.

Der Frontmann der dänischen Band ANGANTYR antwortet beispielsweise, als er in einem Interview auf seine Zukunftsvisionen angesprochen wird, dass jeder sehen könne, wohin sich die Welt entwickle, „mit all den Juden-kontrollierten, multirassischen, multinationalen Firmen, die den letzten Tropfen reines Blut aus der Welt saugen“. Diese Aussage beinhaltet die Theorie der jüdischen Weltverschwörung, wie sie auch im Nationalsozialismus verwendet wurde, um das jüdische Feindbild zu konstruieren.

Auf dem Cover einer CD der deutschen Band ORLOG prangt ein Bild der Statue „Der Fahnenträger“ von Josef Thorak, einem der führenden NS-Ästhetiker. Als die Bandmitglieder in einem Interview auf Thoraks Schaffen angesprochen werden, antworten sie:

„da die Kunst vor dem Jahr ’45 des letzten Jahrhunderts aus unseren Köpfen gelöscht und ausgemerzt werden soll, wollten wir diesen Arbeiten unseren Tribut zollen.“ (http://www.metalglory.de/interviews.php?nr=85).

Im musikalischen Repertoire der Band VARGSANG finden sich Lieder wie „Blood, Honour and Pride“, das sich auf zenrale Themen der nationalsozialistischen Ideologie „Blut und Ehre“ bezieht. Des weiteren finden sich die Coverversion eines Liedes der neonazistischen Musikgruppe STURMWEHR und ein Lied mit dem Titel „Kristallnacht“, das sich offensichtlich auf die antisemitische Pogromnacht der Nazis am 09. November 1938 bezieht.
Auch andere Bands auf diesem Festival haben Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen, wie beispielsweise die Band HELLSAW, die einen Tonträger auf dem Recordlabel eines Rechtsextremen produziert hat (http://www.planetheavymetal.de/Nuke/html/article2575.html).

Auch in Hinsicht auf rechtsextreme Konsumartikel hat das „Misanthropic Violence Festival III“ einiges zu bieten. So gibt es etwa einen Verkaufsstand des „Nordahl-Versandes“, der neben Büchern des rechtsextremen Grabert-Verlages auch ein Buch des SS-Runen-Forschers Walter Blachetta im Programm hat. In diesem Buch bezeichnet er das Sonnenrad, das auch im Boden des „SS-Obergruppenführersaales“ der Wewelsburg eingelassen ist, als „Zeichen der Vollendung“.

Die ebenfalls vertretenen Versände „Ureuropa“, „Undercover Records“ und „Black Moon Records“ vertreiben auf ihren Online-Seiten Tonträger von rechtsextremen Musikgruppen.

Vor dem Kontext der Vorfälle in Innsbruck in den letzten Monaten, in denen es mehrere gewalttätige Angriffe von Neonazis gab, ist dieses rechtsextrem angehauchte Festival als potentieller Treffpunkt der neonazistischen Szene zu werten.

Vorfälle wie jener in der Nacht auf den 22. Juli, als zehn Neonazis ein bis dato friedliches Straßenfest der alternativen Kulturszene angriffen. Ein Besucher wurde verletzt. Nur aufgrund der Courage und des Eingreifens einiger Anwesender konnte Schlimmeres verhindert werden.

Da es Hinweise auf eine Zusammenarbeit zwischen der rechten Metalszene im Großraum Innsbruck und den organisierten Neonazis der Region gibt, und obwohl die Veranstalter sich trotz der einschlägigen Bands nach außen hin von Neonazismus und jeglicher politischer Ideologie distanzieren, wäre das ungehinderte Stattfinden dieses Events ein weiterer Schritt, der der rechtsextremen Szene in Tirol Nährboden bietet und als Rekrutierungs- und Vernetzungsort für junge Szeneanhänger genutzt werden könnte. Dies gilt es zu verhindern, und somit ist es nötig, das „Misanthropic Violence Festival“ zu unterbinden.

Mit freundlichen Grüßen,

Antifaschistische Aktion Innsbruck

—–
Detailliertere Informationen zu den Bands, die auf diesem Festival auftreten werden.

ANGANTYR

In einem Interview auf seine Zukunftvisionen angesprochen, gibt der Frontmann der dänischen Band „Angantyr“, der sich „Ynleborgaz“ nennt, zur Antwort, dass jeder sehen könne, wohin sich die Welt entwickle, „mit all den Juden-kontrollierten multirassischen multinationalen Firmen, die den letzten Tropfen reinen Blutes aus der Welt saugen“. Man habe jetzt dagegen aufzustehen.

In einem anderen Interview antwortet er auf die Frage, ob Dänemark und die Regierung mit „Judeo-Christen“ besetzt seien: „In der Tat. Jeder spricht darüber wie tolerant wir sein müssen, und zur selben Zeit werden wir von Immigranten überrannt, die sich schnell vermehren, Druck auf unser Bildungssystem machen, uns ihre verdammten Religionen aufzwingen, und die meiste Kriminalität verursachen.“

ORLOG

Im Schriftzug der Band ORLOG findet sich eine abgewandelte Form der „Tyr-“ bzw. „Pfeil-Rune“. Die Tyr-Rune wurde bereits im Ersten Weltkrieg von diversen Jugendbünden, aber auch im Nationalsozialismus vielfach verwendet (zB. Hitler-Jugend, SA). Auch heute noch findet man das Symbol bei diversen rechtsextremen und neonazistischen Gruppierungen.

Die Band zeigt sich generell fasziniert von der Ästhetik der Nationalsozialisten. Schon das Cover ihres ersten Tonträgers „Erfüllung“ zeigt neben den genannten Runen die „Fahnenträger“-Statue des Bildhauers Josef Thorak (http://www.metal-district.de/ugcover/orlog_erfuellung.jpghttp://www.thirdreichruins.com/kunsthaus5a.htm).

Thorak war neben Arno Breker einer der erfolgreichsten und ein mit Aufträgen überhäufter Künstler des nationalsozialistischen Deutschlands. In einem Interview auf die Gestaltung des Tonträger-Beiheftes mit Bildern von Thorak-Werken angesprochen, zeigen ORLOG, welches Weltbild sie vertreten: „Es sind ja, wie gesagt, monumentale Werke, welche allein durch ihre Perfektion des Lebens den Betrachter in ihren Bann reißen. Zumindest geht es uns so. Und da die Kunst vor dem Jahr ’45 des letzten Jahrhunderts aus unseren Köpfen gelöscht und ausgemerzt werden soll, wollten wir diesen Arbeiten unseren Tribut zollen. Denn was Kunst ist und was nicht, wollen wir nicht in Frage stellen, denn diese Antwort zu finden würde Hunderte von Jahren dauern und keine definitive Lösung hervorbringen. Deshalb darf man Künstlern nicht einfach ihren Nährboden nehmen und deren Werke im Zuge einer anderen Politisierung vernichten. Das wäre wie, wenn man uns die Instrumente nehmen und unsere Platten zerstören würde. Aus diesen Gründen haben wir uns entschieden einige Arbeiten des Bildhauers Josef Thorak auf unserem Kassettenbeiblatt zu verewigen. Es gibt natürlich noch viele weitere bedeutende Künstler, die man hier erwähnen könnte, aber wir wollen dieses Thema nicht weiter ausdehnen und lieber auf ein Buch verweisen. In diesem Buch namens „Josef Thorak“, vom VAWS-Verlag, kann man noch mehrere Werke dieses Bildhauers bestaunen. Eine Biographie und zusätzliche Informationen zu Thorak sind auch in dem Taschenbuch zu finden.“ (http://www.metalglory.de/interviews.php?nr=85).

Über den „VAWS-Verlag“, für den ORLOG hier Werbung machen, ist im deutschen Verfassungsschutzbericht 2001 folgendes zu lesen: „Er vertreibt neben Büchern aus anderen Verlagen auch eigene Publikationen, die besonders der revisionistischen Propaganda dienen. Exemplarisch genannt seien die Bücher „Ein ‚Nazi‘ in Argentinien“ und „Dr. G. – Meister der Propaganda“ von Wilfred von Oven, einem früheren Pressereferenten im NS-Propagandaministerium von Joseph Goebbels.“ (http://www.verfassungsschutz.de/download/SAVE/vsbericht_2001.pdf )

Zusätzlich vertreibt der Verlag die Tonträger von etlichen rechtsextremen Musikgruppen. Auf dem Tonträger „Erfüllung“ findet sich ein gleichnamiges Lied, das nach einem Gedicht des Antisemiten und Deutschtümlers Ludwig Jahn benannt ist und wofür auch der Gedichttext übernommen wurde (http://www.metalglory.de/interviews.php?nr=85).

Der zweite ORLOG-Tonträger „Zeitenwende“ wartet ebenso wie der erste mit NS-Ästhetik auf (http://www.metal-archives.com/images/32834.jpg).

VARGSANG

Das Projekt VARGSANG ist auch unter dem Namen „Nordisches Blut“ bekannt. Frontmann „Vargsang“ nennt sich hier „Von List“ und bezieht sich damit auf den österreichischen Antisemiten und Rassisten Guido von List. Mit Liedern wie „Blood, Honour And Pride“ bezieht er sich direkt auf einen zentralen Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie – Blut und Ehre. Auf dem Tonträger „Our Banners will Rise“ findet sich eine Cover-Version des Liedes „Stolze Krieger (Söhne Wotans)“ der neonazistischen Musikgruppe STURMWEHR. Auf einem T-Shirt der Gruppe ist passenderweise der Nazi-Slogan „Ewig lebt der Toten Tatenruhm“ abgedruckt (http://www.voicesfromthedarkside.de/interviews/graven.htm und http://shop.strato.de/WebRoot/Store/Shops/61041962/Products/UCR_100/nackt_0020_018.jpg).

Auf dem Tonträger „Peststurm“, den „Vargsang“ alias „Von List“ 1999 produziert hat, findet sich auch ein Lied mit dem Titel „Kristallnacht“, das sich offensichtlich auf die antisemitische Pogromnacht der Nazis am 09. November 1938 bezieht.

In Hinsicht auf die Produktion von Tonträgern verlassen sich „Vargsang“ und seine Freunde quasi ausschließlich auf rechtsextreme und neonazistische Plattenfirmen und Labels. Der Tonträger „Rabenglanz“ der Band GORRENJE, bei der er auch aktiv ist, wurde bei den Labels „Nebelfee Klangwerk“ und „Warfront Productions“ hergestellt. Ersteres Label ist im Besitz des Neonazis Ronald Möbus, der Sänger der neonazistischen Gruppe ABSURD ist.

Auch das zweite Label, das von dem Deutschen Jens Schomber betrieben wird, ist dem neonazistischen Spektrum der Black-Metal-Szene zuzuordnen. Über eine Homepage werden unzählige einschlägige Tonträger vertrieben (http://antifainfoportal.an.ohost.de/recherche/warfront.html). In einem Interview nennen die Mitglieder von GORRENJE Neonazibands wie SEIGNEUR VOLAND oder SATANIC WARMASTER als Vorbilder (http://www.gorrenje.de/unnamed.html).

„Vargsang“ und sein (ehemaliges) Seitenprojekt GRAVEN stehen bei dem Label „Undercover Records“ von Alexander Tiebel unter Vertrag, das ebenfalls Unmengen von Tonträgern mit braunem Einschlag vertreibt. Im Jahr 2004 produzierte „Vargsang“ gemeinsam mit der französischen NSBM („National Socialist Black Metal“)-Band „Armaggedon“ einen Tonträger (http://www.metal-archives.com/release.php?id=67505).

HELLSAW

„Aries“ von der österreichischen Band HELLSAW widerspricht sich in einem Interview, indem er einerseits behauptet, dass Black Metal „nicht politisch“ ist und sich andererseits als Fan von extrem rechten Black-Metal-Bands wie CORPUS CHRISTII, FORGOTTEN TOMB, etc. bekennt (http://www.planetheavymetal.de/Nuke/html/article2575.html).

Auch bei der Auswahl der Plattenfirma ist man keineswegs wählerisch: Zwei Tonträger wurden bei dem rechtsextremen Label „Westwall“ produziert, ein weiterer bei dem Label „Irminsul Records“, dessen Besitzer „Taaken“ in der extrem rechten Band ODAL spielt und in einem Interview mit dem österreichischen Online-Magazin „BlackMetal.at“ seine braune Gesinnung zeigt:

Interviewer: „Du hast einmal gesagt, dass die Rassenvermischung die Vorstufe vom endgültigen Aussterben ist. Denkst du, dass das aber nicht das Beste wäre, damit es so zu einem Neubeginn kommen kann? Glaubst du, dass die heutige Menschheit/Gesellschaft überhaupt noch ein Recht zu überleben hat?“

Taaken: „Da hast du sicher Recht. Aber ich glaube, das hast du nicht richtig verstanden. Ich habe gesagt, dass somit das Volk, die eigene Art ausstirbt und nur diese. Somit wäre man der Wurzel endgültig beraubt. Die heutige Gesellschaft hat kein Recht auf Leben, jedenfalls 99 Prozent davon.“

NARGAROTH

Die Band NARGAROTH hätte Headliner des „Misanthropic Violence Festivals“ werden sollen, sie haben jedoch glücklicherweise aufgrund von bandinternen Differenzen abgesagt.

Der Frontmann der Band, René „Kanwulf“ Wagner, fiel durch Aussagen wie die folgenden (zu finden im Booklet der Nargaroth CD „Herbstleyd“) auf:

„Zur höheren Ehre der deutschen Soldaten der Wehrmacht 1933 – 1945. Die Negierung ihrer Leistungen sowie das Augenverschließen vor ihrer Opferbereitschaft, gerade im letzten Kriegsjahr, ist die Schande unserer Nation!“

„German Hateful and Misanthropic Metal, made from White man for White man.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Nargaroth)

Ein Ausschnitt aus dem Interview mit Kanwulf mit dem Metalmagazin „Ablaze“ aus dem Jahr 1998:

Interviewer: „Seid Ihr in irgendeiner Form religiös (heidnisch, okkultistisch, satanisch, einer der Weltreligionen folgend)? Wie beeinflußt bzw. macht sich dies im alltäglichen Leben bzw. in Eurer Musik bemerkbar?“

Kanwulf: „Meine misanthropische und rassistische Denkweise beschert mir im Leben eine große Übung in Selbstbeherrschung. Das sich dies auf meine ‚Musik‘ auswirkt ist ohne Zweifel!!!!“ (http://www.geocities.com/misanthrophicblackmetal/articles_int4.htm)

————-

Ein Artikel aus der „Tiroler Tageszeitung“:

„Angst vor Nazi-Parolen im Innsbrucker Hafen

Wieder gibt es Aufregung um ein Metal-Festival im Innsbrucker Hafen.

Zum dritten Mal steigt heuer das Black-Metal-Festival im Hafen (Symbolfoto).
Bild: Ursprunger

Sie heißen Angantyr, Orlog oder Nargaroth. Bands, die vor allem Insidern der Black-Metal-Szene ein Begriff sind. Auch wenn Nargaroth kurzfristig abgesagt hat, die anderen treten am Wochenende in Innsbruck auf. Bereits zum dritten Mal veranstaltet Brutal Arts Tyrol das Misanthropic Violence Festival im Veranstaltungszentrum Hafen und sieht sich wiederum massiver Kritik ausgesetzt.

Vorwürfe von links

Die Veranstaltung im Vorjahr hatte heuer sogar eine Anfrage der SP-Abgeordneten Gisela Wurm an Innenministerin Prokop zur Folge, die sich der Problematik zwar bewusst war, aber keine Handhabe für die Untersagung des Konzert sah.

Die Antifaschistische Aktion Innsbruck wirft in einer Aussendung – die auch von den Gemeinderäten Blum (SPÖ) und Mair (Grüne) unterstützt wird – einigen Bands des Festivals vor, mit ihrer Musik antisemitisches, rechtsextremes Gedankengut zu transportieren.

Tatsächlich antwortet die Band Angantyr in einem Interview auf ihrer Homepage auf die Frage, was sie noch erledigt wissen wollen, bevor der letzte Vorhang fällt: „Den Untergang der auf dem Judentum basierenden Religion.“ Auf einem CD-Cover der Band Orlog ist ein Bild der Statue „Der Fahnenträger“ von Josef Thorak abgebildet, einem in der NS-Zeit aktiven Künstler.

Veranstalter beruhigt

„Wir wissen, dass wir uns mit der Veranstaltung zum Teil auf des Messers Schneide bewegen“, meint ein Mitglied der Brutal Arts Tyrol, der nur unter seinem Pseudonym Morluch Auskunft geben möchte. „Aber es interessiert uns nicht, dass wir uns möglicherweise wegen Wiederbetätigung verantworten müssen.“

Deshalb müsse jeder Künstler des Festivals einen Vertrag unterschreiben, der zwar die künstlerische Freiheit gewährleistet, das Tragen oder Verkünden von verfassungsfeindlichen Symbolen oder Inhalten aber verbietet.

Hafen-Boss Alfred Schmid meint zu den Vorwürfen, dass er nicht jede Band persönlich kontrollieren könne: „Ich muss mich da schon auf die Behörden verlassen.“ Falls es aber zu rechten Parolen komme, „dann werde ich persönlich den Strom abdrehen“.

Behörden überwachen

„Ich weiß, dass es jedes Jahr Aufregung um die Veranstaltung gibt“, bestätigt der Sicherheitsbeauftragte der Stadt Innsbruck, Elmar Rizzoli. „Die Prüfungen haben aber ergeben, dass keine der Bands gesetzlich verboten ist.“

Ähnlich äußert sich auch Ludwig Spörr vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung: „Im Vorfeld der Veranstaltungen haben wir uns in Wien und Deutschland über diese Gruppen informiert.“ Die Vorwürfe haben sich dabei allerdings nicht bestätigt. Dennoch werde man am Wochenende mit Beamten vor Ort sein und das Festival genauestens unter die Lupe nehmen.“

http://portal.tirol.com/chronik/innsbruck/46673/index.do (28.09.2006)


2 Responses to “September 2006 – Festival mit rechtsextremen Bands in Innsbruck (AUT)”


  1. 1 Darkend_Mind
    Dezember 17, 2007 um 8:52 pm

    Schön…bei den meisten Bands kann ich gerne zustimmen…
    Das sind rechte spacken und ich verachte sie genauso wie ihr.
    Hellsaw hingegen haben meiner meinung nach wenig mit rassismus am hut.
    Und vor allem die genannten Bands die Aries hört sind überhaupt nicht ins spektrum der Neonazi Bm szene einzuordnen. Vor allem nicht Forgotten Tomb.
    Im großen gebe ich euch recht.
    Aber Corpus Christii und Forgotten Tomb sowie hellsaw in die rechte ecke zu schieben ist schlichtweg falsch.
    In deren Musik kommen keinerlei rechte tendenzen zum vorschien.
    Und der Menschenhass ist im Black metal normal. Wenn das als indiz für faschistische tendenzen gewertet wird, ist jede BM Band rechts.
    Gruß

  2. 2 Nihil
    Mai 1, 2010 um 2:50 pm

    Bezüglich Forgotten Tomb:

    Antifaschistische Kreise kritisierten eine homophobe und antisemitische Äußerung Herr Morbids, so bezeichnete er aufgrund des Handels von Forgotten-Tomb-LPs auf der Auktionsplattform eBay diese als „eGay“ und „verdammtes jüdisches Geschäft“ [1]. Derartige Aussagen, der Auftritt Forgotten Tombs als Vorband für Absurd bei einem Konzert im Dezember 2005 in Mailand [1], sowie das Mitwirken von Herr Morbid und Razor SK bei einer italienischen Rechtsrock-Band (gemeint ist wohl (The True) Gaszimmer) sorgten für einen Boykott durch das Magazin Legacy

    Quelle: Wiki

    Zudem wird in der Dankesliste des Albums „Love’s Burial Ground“ Nordvargr folgendermaßen gewürdigt: „Nordvargr courtesy of MZ412 (Heil!)“. Die deutsche Grußformel am ende, halte ich, im Hinblick auf obengenannten „Aufälligkeiten“ und der Tatsache das die Debüt EP auf einem Label mit dem klangvollen Namen „Treblinka Prod.“ veröffentlicht wurde für doch recht unglücklich gewählt.

    Wohlmöglich kann man Forgotten Tomb tatsächlich in einem Atemzug mit Abyssic Hate nennen.
    Beide Bands/Projekte sind nicht dem NSBM spektrum zuzuordnen, doch haben die Leute dahinter augenscheinlich „gewisse Ambitionen“.

    Ansonsten stimme ich dir, Darkend_Mind, in allen Punkten zu.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren.

Follow me on Twitter

Blog Stats

  • 852,718 hits

RSS dokumentationsarchiv

  • just a short break – nur eine kurze pause
    Just a short break – we’ll be back in ten days – nur eine kurze Pause, wir sind in zehrn Tagen zurückFiled under: like
  • Hitlergruß am Fenster – #schauhin
    Aus seiner Wohnung heraus soll ein Bautzener vorbeilaufenden Nazis seine Sympathie bekundet haben – auf sehr spezielle Weise. Jetzt droht eine Gefängnisstrafe. Dutzende Nazis hatten im Januar 2015 in Bautzen gegen die Asylpolitik demonstriert – für einen heute 31-Jährigen könnte das jetzt noch empfindliche Konsequenzen haben. Der Mann, der in Österreich gebo […]

%d Bloggern gefällt das: