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November 2006 – Neonazistisches Konzert in Thüringen von Polizei aufgelöst

Am 11.11.2006 sollte in Thüringen ein Black-Metal-Konzert mit diversen extrem rechten und neonazistischen Musikgruppen stattfinden. Das Konzert wurde von der Polizei aufgelöst. Im folgenden finden sich Informationen zu den auftretenden Musikgruppen.

OHTAR
Die Hauptband dieses Konzerts ist die polnische Neonaziband „Ohtar“, die in der neonazistischen „Pagan Front“ involviert ist. Im Logo der Band findet sich die in der neonazistischen Szene weitverbreitete „Odal“-Rune.

Der neueste Tonträger zeigt auf seinem Cover eine in einem Stacheldrahtzaun eines Konzentrationslagers hängende Leiche.

Auf einem der Ohtar-Tonträger ist ein Hakenkreuz abgebildet.

Diverse Tonträger wurden mit anderen National-Socialist-Black-Metal-Bands wie „Dark Fury“ oder „Moontower“ (z. B. unter dem Motto „Totalitarian Aryan Terrorism“) etc. produziert. Auf dem Cover eines gemeinsam mit der Band „Antisemitex“ produzierten Tonträgers mit dem Namen „Death to Z.O.G. [„Zionist Occupied Government“, Anmerkung]“ist der Eingang eines Konzentrationslagers mit dem Slogan ..Arbeit macht frei“ abgebildet. http://www.metal-archives.com/images/36291_36292.JPG

Ein Tonträger aus dem Jahr 2000 trägt den Namen „Wolfschanze“ http://www.metal-archives.com/images/15881.jpg.

Ebenfalls mit von der Partie ist die deutsche Band „Blutrache“, die bei dem neonazistischen Label „Nebelfee Klangwerke“ unter Vertrag steht.

Ein Tonträger der auftretenden Gruppe „Inferno“ wurde im Jahr 2003 in Kooperation mit der NSBM(„National Socialist Black Metal“-Band „Infernal War“ produziert. Eine andere Veröffentlichung erschien bei dem neonazistischen Label „Ravenheart“. Der Betreiber dieses Labels, „Ulvberth“, spielt zusammen mit dem Schlagzeuger von „Inferno“ in der NSBM-Band „Silva Nigra“. Auch mit dem Sänger von „Inferno“, „Adramelech“, versteht sich „Ulvberth“ offensichtlich ganz gut. Zumindest produzierten sie gemeinsam ein T-Shirt für die Band „Infernal War“ mit der Aufschrift „Pure Elite Aryan Terror“. „Ulvberth“ widerspricht sich in einem Interview mehrmals selbst: „… Silva Nigra ist keine NSBM-Band. Der Nationalsozialismus ist mein inneres Gedankengut. Aber ich höre auch viele NSBM-Bands, zB Absurd, Pantheon, Selbstmord, Kaiadas, Der Stürmer, Capricornus, Thor’s Hammer etc…. Nationalsozialismus ist richtige Lebensideologie in dieser korrupten Welt! Aber neue NS Ideologie, keine antislawische Ideologie von A. Hitler. Viele Fehler wurden beendet während des Zweiten Weltkriegs, aber Probleme mit Juden, Zigeunern konnten gelöst werden. Es ist das Gesetz der Natur, nur stärkere werden überleben!!!…“ und weiter: „… Ich habe nur die Vorstellung, dass das Christentum, Judentum, Muslime zerstört werden müssen, total zerstört. Alles jüdische und das Christentum lügen!!!…“

2003 trat „Inferno“ gemeinsam mit den neonazistischen Bands „Infernal War“ und „Silva Nigra“ auf einem Konzert in Polen auf.

FORGOTTEN DARKNESS

Der Tonträger ‚Nacht aus Blut‘ wurde bei dem Label ‚Ewiges Eis Records‘
produziert. Dieses Label wird von dem Neonazi Jens Fröhlich, dem Sänger
der NSBM(‚National Socialist Black Metal‘)-Band ‚Totenburg‘ betrieben.
Fröhlich spielte auch in der Band ‚Eugenik‘, die schon bei Treffen der
NPD und der ‚Freien Kameradschaften‘ auftrat. Politisch aktiv war
Fröhlich bei der ‚White Youth‘, einer Unterorganisation der deutschen
‚Blood & Honour Division‘, die im September 2000 verboten wurde.
http://www.turnitdown.de/328.html

Der Sänger von ‚Forgotten darkness‘, ‚Alazrail‘ hilft auch schon mal bei
Konzerten der Band ‚Obscure Vortex‘ aus. Diese Band wiederum covert auf
ihrem Tonträger ‚Was einst war‘ ein Lied der neonazistischen Band
‚Landser‘. Auf einem anderen Tonträger wird die Band ‚Mayhem‘ gecovert,
die einen Tonträger heraus gebracht hat, auf dessen Cover Leichenberge
aus dem KZ Auschwitz abgebildet sind.

http://www.metal-archives.com/band.php?id=12342
http://www.metal-archives.com/release.php?id=77157
http://www.metal-archives.com/release.php?id=27305
http://www.turnitdown.de/526.html

Der Vertrieb von Tonträgern erfolgt u. a. über die Seite des
rechtsextremen Labels ‚Resistance Records‘.
http://www.metal-archives.com/band.php?id=7800

2004 traten ‚Forgotten darkness‘ noch mit der neonazistischen Black
Metal-Band ‚Nocturnal Mortum‘ aus der Ukraine und der Rechtsrockband
‚T.H.O.R.‘, bei einem Konzert, das von dem deutschen NSBM-Label ‚Nebelfee
Klangwerke‘ organisiert wurde, auf.
http://www.hagalil.com/archiv/2005/10/black-metal.htm
Dornbusch/Killguss (2005): Unheilige Allianzen, Seite 247. Ein anderes
Konzert, bei dem ‚Forgotten darkness‘ mit der bekannten deutschen
NSBM-Band ‚Absurd‘ auftreten hätten sollen, war am 10. September 2005
aufgrund des Einschreitens der Behörden gescheitert. (Dornbusch/Killguss,
Seite 289). Auch ein Konzert, bei dem ‚Forgotten Darkness‘ u. a. mit der
NSBM-Band ‚Blutaar‘ auftreten hätte sollen war bereits am 03.09.2005
ebenfalls in Deutschland geplant. Aber auch dieses Konzert (Dornbusch/Killguss, Seite 290) wurde genauso wie eines im Jänner 2006 zusammen mit der Neonaziband ..Thunderbolt“ (Polen) und ..Loits“ (Estland) abgesagt. Weitere Infos zu dieser Band finden sich hier: http://www.turnitdown.de/642.98.html

——
Zwei Medienberichte:
Zitat:
Rund 400 Rechte im Gewerbegebiet (Update)
Polizei löst unangemeldetes Skinhead-Konzert in Wernshausen auf

Wernshausen (red) – Ein unangemeldetes Skinhead-Konzert hat die Polizei am frühen Sonntagmorgen in Wernshausen (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) aufgelöst. Nach Angaben der Polizeidirektion Suhl hatten sich bei der Veranstaltung rund 400 Menschen in einem Gewerbegebiet versammelt. Es kam zu vorübergehenden Festnahmen sowie Anzeigen.

Es sollte eine Veranstaltung unter Freunden werden im Gewerbegebiet Wernshausen. Das sagte der Veranstalter gegenüber der Polizei. Am Samstag kurz vor Mitternacht hatten sich in einem Saal etwa 400 Personen zusammengefunden. Die Veranstaltung war der zuständigen Behörde nicht gemeldet bzw. angezeigt worden und somit nicht genehmigt, heißt es im Polizeibericht.

In den frühen Morgenstunden des Sonntag trat dann eine Musikgruppe auf. Die Veranstaltung gestaltete sich als Skinhead-Konzert. Gegen 3.45 Uhr setzte die Polizei dem ein Ende. Etwa 120 Polizeibeamte aus Thüringen und Hessen waren im Einsatz. Den im Saal noch anwesenden rund 100 Personen wurde ein Platzverweis erteilt. Die Musikinstrumente der Band wurden sichergestellt.

Wie die Polizei weiter berichtet, kam es zur vorläufigen Festnahme von drei Personen, bei zwei männlichen Personen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Gegen eine männliche Person wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung eingeleitet, eine vierte Person wurde zur Feststellung der Identität zur Polizeidienststelle nach Meiningen verbracht. Alle sind zwischenzeitlich wieder aus dem Gewahrsam der Polizei entlassen worden.

In Gera-Rusitz löste die Polizei ebenfalls eine Ansammlung von über 90 Neonazis auf. Auch hier waren die Teilnehmer aus ganz Deutschland sowie Polen und Tschechien angereist.

Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Tragens verfassungsfeindlicher Symbole.

http://www.stz-online.de/nachrichten/regional/resyart.phtm?id=1046717
Südthüringer Zeitung, 12.11.2006
——

Zwei Neonazi-Konzerte in Thüringen aufgelöst

Die Thüringer Polizei hat in der Nacht zwei illegale Neonazi-Konzerte mit hunderten Teilnehmern aufgelöst. In Wernshausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen hatten sich etwa 600 Rechtsradikale aus dem gesamten Bundesgebiet zu einem Skinhead-Konzert versammelt. In Gera-Rusitz löste die Polizei eine Ansammlung von über 90 Neonazis auf. Auch hier waren die Teilnehmer aus ganz Deutschland sowie Polen und Tschechien angereist. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Tragens verfassungsfeindlicher Symbole.

zuletzt aktualisiert: 12. November 2006 | 16:37
Quelle: MDR 1 RADIO THÜRINGEN

http://www.mdr.de/nachrichten/meldungen/3743154.html

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In Wernshausen (Schmalkalden-Meiningen) hätten die Bands „Valhalla Patriots“, „Gigi“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Stahlgewitter_(Band)), „Blitzkrieg“ gespielt. Das Konzert wurde offenbar während der Veranstaltung von der Polizei unterbrochen.

Das Black-Metal-Konzert mit „Ohtar“ hätte in einem gewerbe-gebiet in Gera-Rusitz stattgefunden.
——-

Hier noch ein Fernsehbeitrag:
http://www.mdr.de/thueringen-journal/3743755.html

——–

Konzertflyer:


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