29
Apr
07

Jänner 2006 – Eternity in Witten

Am 07. Jänner 2006 fand im Lokal ‚Burnout‘ in Witten, Nordrhein-Westfahlen ein Konzert mit mehreren Black-Metal-Bands statt.

Eine der auftretenden Musikgruppen (‚Eternity‘) ist dem rechtsextremen
bis neonazistischen Spektrum der Metal-Szene zuzuordnen.

Die Musikgruppe ‚Eternity‘ produzierte 2004 den Tonträger ‚Black Metal
Against the World‘ gemeinsam mit der französischen NSBM(‚National-Socialist-Black-Metal‘) -Band ‚Ad Hominem‘ sowie den Bands ‚Funeral Winds‘ und ‚Leviathan‘. Der Frontmann der Band ‚Funeral Winds‘,
Maurits Jansen, musste 1995 wegen versuchten Mordes in Haft. Hendrik
Möbus (u. a. wegen Mordes vorbestraft) von der Band ‚Absurd‘ stand in
Kontakt mit ‚Funeral Winds‘ und schrieb Texte für die Band. Auf ein in
ihrem Lied ‚The seventh Winter‘ verwendetes Goebbels-Zitat angesprochen,
meint Jansen in einem Interview: ‚Ich habe ein großes Interesse an
Hitlers Leben, sowohl an seiner okkulten als auch an seiner
‚Drittes-Reich‘-Seite. Ich habe einige seiner Ideen und Ideologien
übernommen.‘ Weiters meint er: ‚Ich stehe mit einigen extrem rechten
Parteien in Kontakt (..) in einigen Punkten kommen sie unseren Zielen
und
unserer Ideologie nahe (..) Es ist an der Zeit, alle Immigranten
zusammen
mit der Regierung aus den Niederlanden zu werfen. Öffnet Auschwitz wieder
und gebt ihnen allen einen Freifahrtschein zur
Hölle.‘ (Dornbusch/Killguss, 216).

Angesprochen auf die gemeinsame Produktion mit ‚Ad Hominem‘ meint
‚Basilisk‘, der Schlagzeuger von ‚Eternity‘ lapidar: ‚Ich habe schon eine
ganze Weile Kontakt zu Kaiser W. von Ad Hominem…er plante diese 4er
Split-Ep, fragte mich ob wir mitmachen wollen und ich sagte ja!
Eigentlich ganz unspektakulär!‘.

Bei einem Konzert in Deutschland traten ‚Eternity‘ zusammen mit
NSBM-Bands wie ‚Magog‘, ‚Totenburg‘, ‚Ad Hominem‘, ‚Absurd‘ etc. auf. Bei
diesem Konzert übernahm die neonazistische Kameradschaft ‚Selbstschutz
Sachsen-Anhalt‘ sozusagen den Saalschutz. Konzertbesucher erhoben den Arm
zum Hitler-Gruß oder brüllten ‚Sieg Heil‘ und ‚Juden
raus‘ (Dornbusch/Killguss, S. 67). In einem Interview wird die Band
‚Eternity‘ auf das Konzert angesprochen:
Interviewer:‘ Die Reaktionen seitens des Publikums bei eurem Auftritt in
Diesdorf waren meiner Meinung nach eher verhalten und so wirklich schien
Eternity auch nicht zu den anderen Bands zu passen, da ihr am ehesten den
traditionellen Black Metal spielt. Wie seht ihr das Konzert im
Nachhinein? Gelungen/Misslungen? Einen „gut gelaunten“ Eindruck machtet
ihr jedenfalls nicht.‘

Antwort ‚Eternity‘: ‚Ja gut, wir waren halt die einzige Band ohne
NS-Bonus und unsere Musik animiert nun mal nicht zum Sieg Heil-Gröhlen,
was auch gut so ist!‘

Wordrap zum Thema ‚Holocaust‘:
Eternity: ‚Tolle Sache! Eine spezielle Abart davon ist doch der
Alkoholocaust!!??‘
http://finalw.fi.funpic.de/main.php?cmd=interviews&datei=eternity,
18.08.2005

Zwischen der Band ‚Eternity‘ und der rechtextremen Band ‚Absurd‘ bzw.
‚Wolfsmond‘, bei der auch ‚Absurd‘-Mitglieder spielen, gibt es starke
personelle Verbindungen:

2001 produzierten ‚Eternity‘ gemeinsam mit Wolfsmond (Bassist und
Gitarrist spiel(t)en bei der ‚Absurd‘) einen Tonträger bei ‚Sombre
Records‘.

Der Tonträger ‚…and the gruesome returns with every night‘ wurde 2004
bei dem Label ‚World Terror Committee Productions‘ produziert. Dieses
Plattenlabel produzierte auch Tonträger von ‚Absurd‘ und ‚Wolfsmond‘. Der
Tonträger ‚We walk the Infernal Path‘ wurde u .a. gemeinsam mit dem
Ein-Mann-Projekt ‚Luror‘ alias ‚Unhold‘ alias Sven Zimper produziert, der
Inhaber von ‚World Terror Committee Productions‘ ist und auch bei
‚Absurd‘ als Schlagzeuger mitspielt (39). In dem Lied ‚Faustus M-Ängel-E‘
auf einem 2001 gemeinsam mit der extrem rechten Band ‚Nachtfalke‘
veröffentlichten Tonträger heisst es ‚The dramatic destiny of the chosen
ones, the fate of the fateful elitists, Hail to the spirit called Faustus
Mengele, demon of a modern world. ‚Unholds‘ Faust-Figur ist Dr. Josef
Mengele, der ‚Todesengel von Auschwitz‘. Das Plattencover zeigt ihn,
umrahmt von ausgemergelten Häftlingskindern. Unhold zeigt damit und auch
mit Veröffentlichungen von ‚Absurd‘-Tonträgern auf seinem Label ‚W.T.C.‘,
dass er zum extrem rechten Flügel der Szene gehört. In einem Interview
gibt er entsprechende Äußerungen von sich:

Interviewer: ‚Ich bekomme nicht so viel von Religion in Deutschland mit.
Liegt das an der okkulten/satanischen Vergangenheit (..) des Dritten
Reiches‘.
Unhold: ‚Ja, im Vergleich zu anderen Ländern ist in Deutschland Religion
nicht so präsent, aus welchen Gründen auch immer. Ich erinnere mich an
eine starke religiöse Bewegung, die sich ‚Evangelium der Vergasung‘
nannte und beinahe 6 Millionen Anhänger hatte, aber auf einmal waren sie
plötzlich verschwunden.‘ (Dornbusch/Killguss, 176-177).

Einer der beiden Sänger von ‚Eternity‘, der sich ‚A. Krieg‘ nennt, spielt
mit Zimper auch gemeinsam in der Band ‚Hellfucked‘ (40). ‚Hellfucked‘
sind auch auf einem ‚Tribut für Absurd‘-Tonträger vertreten

http://www.anti-design.co.uk/todestrieb/distro/product_info.php?&products_id=367,

19.08.2005.

Ein Tonträger von ‚Hellfucked‘ wurde bei dem Label ‚Blut und Eisen
Productions‘ produziert
http://www.blazing.ws/main/legions/hellfucked/hellfucked.htm, 19.08.2005,
http://www.metal-archives.com/release.php?id=31961, 20.09.2005.
Der Tonträger ‚Die Legende lebt‘ wurde 2002 gemeinsam mit der Band
‚Wolfsmond‘ bei dem rechtsextremen Label ‚Vinland Winds‘ produziert
http://www.metal-archives.com/release.php?id=67229, 19.08.2005.

Der Tonträger ‚Deathecration/First Offense‘ wurde bei der Plattenfirma
‚Pesten Production‘ des deutschen Neonazis Denis Schoner produziert
http://aag.antifa.net/aag_archiv/texte/aag/strukturen2002.htm,
http://www.metal-archives.com/release.php?id=18548.

Auch bei der Band ‚Darkmoon Warrior‘ sind ‚A.Krieg‘ und sein Bandkollege
‚Basilisk‘ von ‚Eternity‘ aktiv. ‚Darkmoon Warrior‘ produzierten 1999
einen Demo-Tonträger mit dem Namen ‚After the final Holocaust‘
http://www.metal-archives.com/band.php?id=17587, 08.09.2005.

Der Gitarrist und Sänger von ‚Eternity‘, der sich ‚Managarm‘ nennt,
spielt mit Sebastian Schauseil (spielt/e in der NSBM-Band ‚Absurd‘ und in
der rechtsextremen Band ‚Halgadom‘) und Zimper in der Band ‚Wolfsmond‘
und spielte mit dem Rechtsextremisten Ronald ‚Wolf‘ Möbus, dem aktuellen
Sänger von ‚Absurd‘, in der inzwischen aufgelösten Rechtsrock-Band
‚Heldentum‘ http://www.vampire-magazine.com/interviews.asp?id=704
http://hatecoretk.com/portal/modules.php?name=News&file=article&sid=162.
http://www.metal-archives.com/band.php?id=383
http://www.metal-archives.com/band.php?id=14780
http://www.metal-archives.com/band.php?id=11755
http://www.metal-archives.com/band.php?id=12244, 20.09.2005.

‚Managarm‘ (Dirk Rößler) erzählt in einem Interview, dass er auch gerne
die (neonazistische) Band ‚Landser‘ hört. (Dornbusch/Killguss, 172).

In einem Interview äußern sich ‚Eternity‘ zum Thema ‚Nicht-Deutsche‘ wie
folgt: ‚ein Türke in der Türkei geht mir am Arsch vorbei, ein Schlitzauge
in China stört mich auch nicht und ein Nigger in Uganda ebenso wenig,
doch was bitteschön haben die in unserem Reich zu suchen?‘. Auf die Frage
des Interviewers, wie das ‚Problem‘ mit dem ‚Dreck (Türken, Neger)‘ zu
lösen sei, zeigte sich die Band schon resigniert: ‚Meiner Meinung nach
ist es sowieso schon viel zu spät, dieses Problem zu beseitigen, da
bereits viel zu viel Abschaum dieser Art unser Land verseucht hat. Man
hätte es gar nicht erst so weit kommen lassen
dürfen.‘ (Dornbusch/Killguss, 175).

Auch auf dem im Jahr 2000 veröffentlichten Tonträger ‚Compilation
Sacricola Ordnos Priski .. Germanischer Gemeinschaftstonträger‘ sind
‚Eternity‘ neben anderen einschlägigen NSBM-Bands wie ‚Aryan Blood‘,
‚Rassenkrieg‘, ‚Holocaustus‘, ‚Bilskirnir‘ etc. vertreten. Das
Begleitheft dieses Tonträgers enthält u. a. einen ‚Sinnspruch‘ des
einstigen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß. Der Tonträger wird mit der
Hymne der SA, dem ‚Horst-Wessel-Lied‘ eingeleitet. (Dornbusch/Killguß,
205-206).


0 Responses to “Jänner 2006 – Eternity in Witten”



  1. Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren.

Follow me on Twitter

Blog Stats

  • 852,851 hits

RSS dokumentationsarchiv

  • just a short break – nur eine kurze pause
    Just a short break – we’ll be back in ten days – nur eine kurze Pause, wir sind in zehrn Tagen zurückFiled under: like
  • Hitlergruß am Fenster – #schauhin
    Aus seiner Wohnung heraus soll ein Bautzener vorbeilaufenden Nazis seine Sympathie bekundet haben – auf sehr spezielle Weise. Jetzt droht eine Gefängnisstrafe. Dutzende Nazis hatten im Januar 2015 in Bautzen gegen die Asylpolitik demonstriert – für einen heute 31-Jährigen könnte das jetzt noch empfindliche Konsequenzen haben. Der Mann, der in Österreich gebo […]

%d Bloggern gefällt das: