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Apr
07

Februar 2006 – Forgotten Darkness in Witten

Im Februar fand im Lokal „Burnout“ in Witten (Nordrhein Westfalen) ein Black-Metal-Konzert statt. Schon am 07. Jänner konnte dort die rechtsextreme Band „Eternity“ auftreten.

Einer der Verantwortlichen schrieb vor dem Konzert im Gästebuch des Lokals, dass keine „Neonazis oder ähnliche Spinner und geistigen Tiefflieger“ toleriert werden. Dennoch schrieb Peter, ein Besucher des Konzerts, dass Leute mit „Absurd“- und „Graveland“-T-shirts (zwei neonazistische Black-Metal-Bands) der Eintritt gewährt wurde. „Eternity“ lassen es sich nicht nehmen, ihre Konzerte gemeinsam mit neonazistischen Bands zu verteidigen (zB traten „Eternity“ gemeinsam mit Nazibands wie „Ad Hominem“, „Absurd“etc. bei einem Konzert auf, das nur für Szenemitglieder zugänglich war und geheim organisiert und beworben wurde), indem sie meinen dass dies „immer ihm Rahmen des Black Metal“ wäre.

Auch diesmal sind wieder einige Bands dabei, die sich im rechtsextremen Umfeld bewegen:

Total Hate

Im Interview meint „Adrastos“, der Frontmann von „Total Hate“ (und „Seeds of Hate“), dass Black Metal nichts mit Musik zu tun habe, um sich im selbem Atemzug selbst zu widersprechen, indem er sagt, dass es „wirklich gute NSBM-Bands“ gäbe. Im selben Interview richtet er den Bands „Urgehal“ und „Lugubre“ einen Gruß aus (1). Mit „Atazrael“ von der Band „Urgehal“, die in ihrem Lied „The Satumine Denomination“ von der „Auslöschung der jüdischen Verschmutzung“ singt (2), spielt „Adrastos“ in der Band „Seeds of Hate“ (3).

Die scheinbare Distanzierung von Politik im Black Metal hindert „Total Hate“ auch nicht, gemeinsame Konzerte mit rechtsextremen oder neonazistischen Bands zu spielen:
Im November 2005 traten „Total Hate“ im Lokal „Asgard“ in Annaberg zusammen mit der rechtsextremen deutschen Band „Eternity“ sowie der NSBM-Band „Satanic Warmaster“ auf (4).

Der Bassist von „Total Hate“ zeigt sich auf einem Foto als Fan der Band „Luror“ (5), eine Band, die auf einem Tonträger dem „Todesengel von Auschwitz“, Josef Mengele, huldigt (6).

FORGOTTEN DARKNESS

Der Tonträger ‚Nacht aus Blut‘ wurde bei dem Label ‚Ewiges Eis Records‘ produziert. Dieses Label wird von dem Neonazi Jens Fröhlich, dem Sänger der NSBM(‚National Socialist Black Metal‘)-Band ‚Totenburg‘ betrieben. Fröhlich spielte auch in der Band ‚Eugenik‘, die schon bei Treffen der NPD und der ‚Freien Kameradschaften‘ auftrat. Politisch aktiv war Fröhlich bei der ‚White Youth‘, einer Unterorganisation der deutschen ‚Blood & Honour Division‘, die im September 2000 verboten wurde (9).

In diesem Zusammenhang weisen „Forgotten Darkness“ auf ihrer Homepage darauf hin, dass sie als Band „nachwievor zu 100% hinter „Ewiges Eis Records“ stehen.

Der Sänger von ‚Forgotten darkness‘, ‚Alazrail‘ hilft auch schon mal bei Konzerten der Band ‚Obscure Vortex‘ aus. Diese Band wiederum covert auf ihrem Tonträger ‚Was einst war‘ ein Lied der neonazistischen Band ‚Landser‘. Auf einem anderen Tonträger wird die Band ‚Mayhem‘ gecovert, die einen Tonträger heraus gebracht hat, auf dessen Cover Leichenberge aus dem KZ Auschwitz abgebildet sind (10). Der Vertrieb von Tonträgern erfolgt u. a. über die Seite des rechtsextremen Labels ‚Resistance Records‘ (11).

Was Konzerte betrifft, sind „Forgotten darkness“ wie vom Pech verfolgt:
2004 traten ‚Forgotten darkness‘ noch mit der neonazistischen Black Metal-Band ‚Nocturnal Mortum‘ aus der Ukraine und der Rechtsrockband ‚T.H.O.R.‘, bei einem Konzert, das von dem deutschen NSBM-Label ‚Nebelfee Klangwerke‘ organisiert wurde, auf (12).

Ein anderes Konzert, bei dem sie mit der bekannten deutschen NSBM-Band ‚Absurd‘ auftreten hätten sollen, war am 10. September 2005 aufgrund des Einschreitens der Behörden gescheitert (13). Auch ein Konzert, bei dem ‚Forgotten Darkness‘ u. a. mit der NSBM-Band ‚Blutaar‘ auftreten hätte sollen war bereits am 03.09.2005 ebenfalls in Deutschland geplant. Aber auch dieses Konzert wurde untersagt (14).

Ebenfalls verhindert wurde ein Konzert, das am 21. Jänner 2006 in Schönebeck/Elba hätte stattfinden sollen. „Forgotten Darkness“ wären dort mit der NSBM-Band „Thunderbolt“ aus Polen und der rechtsextremen Band „Loits“ aus Estland aufgetreten. Die Lokalbetreiber sagten das Konzert jedoch ab, nachdem sie Infos über die Bands erhalten hatten (15).

Neben neonazistischen Bands wie „Hakenkreuzzug“ oder „Totenburg“ sind „Forgotten Darkness“ auch auf dem Sampler „Tribute to Absurd“, der von dem Label „Nebelfee Klangwerke“ in Besitz des Neonazis und Sängers der Band „Absurd“ – Ronald Möbus – produziert wurde, vertreten.

Trotz allem beschweren sich „Forgotten Darkness“ auf ihrer Homepage, dass ihnen „ständig in die Suppe gespuckt wird“, und weisen „darauf hin, dass das Schaffen von Forgotten Darkness absolut frei von jeglichem politischen Gedankengut ist“…

(1) http://www.infernalfields.com/seedsofhate.html
(2) ttp://www.lyrics007.com/Urgehal Lyrics/The Saturnine Denomination Lyrics.html
(3) http://www.agoniarecords.com/news_2.htm
(4) http://www.vargstid.de/total_hate/index/live.htm
(5) http://www.vargstid.de/total_hate/index/members.htm
(6) http://de.indymedia.org/2005/12/135615.shtml

(9) http://www.turnitdown.de/328.html
(10) http://www.metal-archives.com/band.php?id=12342

http://www.metal-archives.com/release.php?id=77157
http://www.metal-archives.com/release.php?id=27305
http://www.turnitdown.de/526.html
(11) http://www.metal-archives.com/band.php?id=7800
(12) http://www.hagalil.com/archiv/2005/10/black-metal.htm Dornbusch/Killguss (2005): Unheilige Allianzen, Seite 247
(13) Dornbusch/Killguss, Seite 289
(14) Dornbusch/Killguss, Seite 290
(15) http://de.indymedia.org/2005/12/135615.shtml


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