29
Apr
07

Dezember 2006 – Europatour von HORNA

Die finnische Band HORNA, die engste Kontakte zur neonazistischen Black-Metal-Szene unterhält bzw. selbst Teil davon ist, ist im Dezember auf einer kleinen Europa-Tournee, einer der Halte wäre das „Piazza“ in Littau gewesen, das Konzert wurde jedoch nach Protesten abgesagt.

Einer der Halte wäre das Jugendzentrum „Piazza“ in Littau (Schweiz) gewesen. Das Konzert wurde jedoch ebenso wie ein Auftritt im Bremer „Schlachthof“ nach Protesten abgesagt. Lediglich im „Lindenhof“ in Ellrich (Thüringen) konnten HORNA am 16. Dezember 2006 ungehindert auftreten. Es ist nicht das erste Konzert mit rechten und extrem rechten Black-Metal-Bands an diesem Veranstaltungsort. In der Vergangenheit konnten etwa Bands wie „Morrigan“, „Nachtfalke“ und „Eternity“ auftreten. Das HORNA-Konzert und die anderen genannten Konzerte werden von dem Label „Obscure Abhorrence“, das unzählige Tonträger von neonazistischen Musikgruppen vertreibt, und von „Harz Metal“ unter dem Titel „Hellstorm over Harz“ veranstaltet.

Das HORNA-Konzert wurde von „Suicide Solution“ unterstützt. Der Sänger „Cyankali Carsten“ gehört zu den Organisatoren der „Calling for Battle“-Konzerte, bei denen – immer wieder neonazistische Bands auftreten können.

In einem Interview mit dem neonazistischen Online-Magazin „Aryan Music 88“ auf die „National Socialist Black Metal“-Bewegung und „primitive Gruppen, die durch ihre missglückten Veröffentlichungen die Szene nur in den Dreck ziehen“ angesprochen, meint „Cyankali Carsten“: „… es gibt nur all zu viele Bands, die einen Scheiß verzapfen das einem schlecht wird, die dann logischerweise auch den Rest der „Szene“ in den Dreck ziehen, aber es gibt auch Bands die einfach missverstanden werden, siehe Loits (eine extrem rechte Band aus Estland, Anmerkung). Da werden dann die schlimmsten Verschwörungstheorien aufgestellt, nur um Künstler in den Dreck zu ziehen.“

Bei einem Konzert gemeinsam mit anderen extrem rechten Musikgruppen punkteten „Suicide Solution“ mit einer Cover-Version des Liedes „Schwarze Sonne“ der neonazistischen Band „Genocide“.

In Bremen wäre unter anderem die Band „Phosphor“ mit dabei gewesen: Der Schlagzeuger der Band spielt auch bei „Dystopia“, „Humanracist“, „Vernichtung“ und gelegentlich bei „Celtic Blood“. Auf Tonträgern von „Vernichtung“ finden sich etwa Lieder mit Titeln wie „Heil Germanien“, „Schlagt sie zurück, die Pest aus Jerusalem“, „Deutscher Kampfeinsatz“, und „Totaler Blitzkrieg“. „Humanracist“ und „Dystopia“ warten mit Liedern wie „Deutscher Stahl“ und „Bomben über Bethlehem“ auf.

In Littau wäre zusätzlich die italienische band „Gosforth“ aufgetreten, die etwa im Jahr 2004 gemeinsam mit der französischen nsbm-band „ad hominem“ aufgetreten ist. In einem Interview mit dem deutschen Magazin „Final War Online“ antwortete ein Bandmitglied auf die WordRap-Frage nach dem Stichwort „Holocaust“: „a good way to eliminate dregs“ (auf deutsch: „eine gut Art, Abschaum zu beseitigen“.

Über den italienischen Faschistenführer Mussolini sagt „Luxitan“, der Sänger und Bassist der Band, dass er ein Mann ist, der für Italien viel getan hat. http://www.blackalchemy.org/Gosforth_Int.html

Auf einem Sampler zu Ehren des NSBM-Projektes „Burzum“ sind „Gosforth“ neben neonazistischen Bands wie „Waffen SS“ (auf der LP-Version des Samplers) und „Pagan Warrior 88“ (CD-Version) mit Coverversionen des „Burzum“-Liedes „Lost Wisdom“ vertreten.

der schlachthof in bremen hat den mietvertrag mit den veranstaltern gekündigt und sich eindeutig gegen rassismus positioniert. Auch an einem Ersatzort ist das Konzert schliesslich geplatzt.

Zitat:
Aus gegebenem Anlaß möchten wir klarstellen:

Im Kulturzentrum Schlachthof haben Nazis nichts zu

suchen! In unserem Zentrum ist kein Platz für

fremdenfeindliche, sexistische, rassistische und

menschenverachtende Äußerungen.

So ist das seit dem Bestehen des Schlachthofs

und so wird das bleiben!!!

Keinen Meter und keinen Raum den Nazis!

Das Schlachthof Team
http://www.schlachthof-bremen.de/texte/text_nonazis.htm

Zitat:
Rechtsextreme Konzerte finden im Schlachthof nicht statt. Das oben angegebene Konzert wird auch nicht stattfinden. Dem Veranstalter ist der Vertrag für die Raumvermietung des Magazinkellers am 23.11.06 gekündigt worden.
http://de.indymedia.org/2006/11/163212.shtml

———-

Zitat:
02.12.06

Das BLACK X-MAS findet nicht im Magazinkeller statt! Das Konzert wird in einer anderen Location stattfinden.

Auch wenn einige Leute meinen, sie könnten uns das Konzert verbieten oder sonstige Drohungen vornehmen wegen angeblich „rechter“ Bands, die auftreten sollen, denen kann ich nur sagen: so schnell lassen wir uns nicht unterbuttern!
HORNA ist keine NSBM Band, dieses wird nur behauptet aufgrund einiger Aussagen unwissender Internetforscher die anscheinend Black Metal hassen, dabei müsste denen doch aufgefallen sein, das die Musik und Texte von HORNA keine faschistischen Lyrics enthält. Was einzelne Musiker angeht und wer wen in der BM-Szene so kennt und unterstütz und wer mit wem etwas zutun hat, tut hier nicht zur Sache. Fakt ist, das HORNA selbst keine „rechte“ Band ist!
Zum Thema GENOCIDE ist anzumerken, das es sich nicht um die schon längst nicht mehr exzistierende NSBM Band gleichen Namens handelt! GENOCIDE (Kleve) hat in keinster Art und Weise einen Bezug zur Politik und verarbeiten nicht ansatzweise politische Aspekte in ihrer Musik.
Für irgendwelche Fragen und Diskusionen benutzt bitte das Forum. Alle Fragen bezüglich irgendwelcher Bands werden direkt an die jeweiligen Verantworlichen weitergeleitet und schnellstmöglich beantwortet.

http://www.underground-nation.de/

,,,,,,,

Konzert in der Ersatzlocation in Bremen wurde abgesagt.

——–
Ein Zeitungsartikel betreffend das HORNA-Konzert in Littau:

Zitat:
Zum wiederholten Mal hätte im Jugendhaus von Littau ein Blackmetal-Konzert stattfinden sollen. Nun ist Schluss wegen Verdachts auf rechtradikale Gesinnung.

Deklariert war es al privater Anlass. Ein Blackmetal-Konzert mit Bands namens Horna, Hetroertzen und Gosforth. Stattfinden sollen hätte das Ganze am kommenden Freitag im Jugendhaus Piazzetta in Littau. Doch nun schiebt der Gemeinderat den Riegel und verbietet das Konzert kurzerhand.
„Wir haben Anzeichen dafür, dass es sich bei diesen Bands um Gruppen mit teilweise rechtsradikalem Gedankengut handeln könnte“, sagt der zuständige Gemeinderat Beat Stocker. „Es widerspricht unserer Einstellung, Bands mit einem schlechten Leumund in Littau auftreten zu lassen.“ Zudem habe der Organisator die Veranstaltung als privaten Anlass deklariert. „In Tat und Wahrheit handelt es sich um eine öffentliche Veranstaltung. Diese unwahren Angaben tolerieren wir nicht.“ Im Übrigen bestehe für den Anlass ein „erhöhtes Sicherheitsrisiko“. Beat Stocker: „Für den Schutz der Konzerbesucher könnten wir nicht garantieren.“
Hellhörig wurde der Littauer Gemeinderat letzte Woche: „Wir erhielten ein anonymes Schreiben“, sagt Beat Stocker, zudem habe sich das linke Zürcher Radio Lora gemeldet. „Daraufhin haben wir uns mit Experten der Kantonspolizei Luzern und der Bundespolizei getroffen.“ Gemäss diesen seien die Bands zwar nicht eindeutig rechtsradikalen Kreisen zuzuordnen. Gleichwohl erachte man die Band Horna nach Konsultation diverser Homepages als zwiespältig.

„Bisher keine Probleme“
Nun ist es nicht das erste Mal, dass der Veranstalter X. (Der Name des Veranstalters ist unserer Zeitung bekannt.) aus Reussbühl im Littauer Jugendhaus ein Konzert steigen lässt. Beat Stocker sagt: „Bislang hatten wir keine Probleme.“ Es sei auch nicht so, dass die zuständigen Jugendbeauftragten das Piazzetta zu leichtgläubig vermietet hätten. Gleichwohl betont er: „In Zukunft werden wir vermehrt ein Augenmerk auf die Auswahl der Musikgruppen werfen.“ Gerne hätte der Gemeinderat die Konzertabsage dem Veranstalter telefonisch statt schriftlich mitgeteilt. „Doch wir konnten trotz mehreren Versuchen nicht mit ihm sprechen.“ Auch für unsere Zeitung war er unerreichbar.
X. steht scheinbar in Zusammenhang mit dem Veranstalter Dark Forest. Dieser organisierte bis vor gut zwei Jahren auch Anlässe in einem Stadtluzerner Klub. „Bis zu jenem Zeitpunkt, als an einem Konzert plötzlich Schweizer Fahnen hingen“, sagt ein Kenner der anonym bleiben will. „Von da weg wollte man sie an jenem Veranstaltungsort nicht mehr.“ Es sei jedoch wichtig, zu differenzieren: „Man kann nicht einfach behaupten, Blackmetal ist rechtsradikal.“ Er kenne einige Bands, die linksradikal seien. „Blackmetal ist eine Jugendsubkultur, provokativ und zum Teil zweischneidig.“
Dies bestätigt auch ein Mitglied des Antinationalen Kollektivs Luzern (AKL), das anonym bleiben möchte: „Blackmetal ist eigentlich unpolitisch, doch die Szene wird unterwandert.“ Das AKL ist verantwortlich dafür, dass der Fall publik wurde: In einer Mitteilung fordertedie linke Gruppierung den Littauer Gemeinderat auf, das Konzert abzusagen. Auch wegen der „dubiosen Weltanschauung“ dieser Bands.

Neue Luzerner Zeitung, 12.12.2006

———


0 Responses to “Dezember 2006 – Europatour von HORNA”



  1. Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren.

Follow me on Twitter

Blog Stats

  • 852,851 hits

RSS dokumentationsarchiv

  • just a short break – nur eine kurze pause
    Just a short break – we’ll be back in ten days – nur eine kurze Pause, wir sind in zehrn Tagen zurückFiled under: like
  • Hitlergruß am Fenster – #schauhin
    Aus seiner Wohnung heraus soll ein Bautzener vorbeilaufenden Nazis seine Sympathie bekundet haben – auf sehr spezielle Weise. Jetzt droht eine Gefängnisstrafe. Dutzende Nazis hatten im Januar 2015 in Bautzen gegen die Asylpolitik demonstriert – für einen heute 31-Jährigen könnte das jetzt noch empfindliche Konsequenzen haben. Der Mann, der in Österreich gebo […]

%d Bloggern gefällt das: