Autor Archive für frank stronach

01
Nov
13

Rechtsextremes Fireblade Force-Festival abgesagt

Wenige Tage, bevor morgen, 2. November, im Rahmen des „Fireblade Force Festivals“ im Landkreis Barnim (Brandenburg) mehrere rechtsextreme Black Metal Bands auf der Bühne stehen sollten, wurde das Konzert nun abgesagt. Die Veranstaltung hätte auf einem Gelände im brandenburgischen Finowfurt, das im Besitz der Familie Mann ist, stattfinden sollen. Klaus und Sibylle Mann sowie ihr Sohn Enrico sind seit Jahren in der Neonazi-Szene aktiv. Seit Jahren finden auf ihrem Besitz regelmäßig einschlägige Konzerte statt – die braune Kontinuität bekommt jedoch allmählich Risse:

Nachdem ein für Ende September geplantes Konzert der rechtsextremen Band „Kategorie C“ verboten worden war, wurde nun auch das Black Metal Festival verhindert: „Dank untragbarer Auflagen der Polizei und der Stadt, welche von einem kleinem Festival wie dem unseren aus finanziellen Gründen nicht erfüllbar“ seien, müsse man das Konzert an einen anderen Ort verlegen, hatte Veranstalter Björn Eichhorn noch am 26. Oktober auf Facebook bekannt gegeben. Als Ausweichort wurde in einschlägigen Foren „Nordsachsen“ kolportiert. Drei Tage später folgte jedoch die erste Bandabsage: Die niederländische Gruppe „Funeral Winds“ stornierte ihren Auftritt, weil man vom Veranstalter nicht über den Status quo des Festivals informiert worden sei. Nicht einmal auf Nachfrage habe man eine Antwort erhalten. Einen Tag später sagten auch „Leichenzug“ rund um Frontmann Paul Morgenstern ab. Ende Oktober wurde nun schließlich die endgültige Absage des Festivals bekannt gegeben. Die Polizei habe angekündigt, auch „eventuelle Ersatzveranstaltungen“ „bedingungslos“ aufzulösen. Man habe das Möglichste getan, um die Veranstaltung zu retten. Die „demokratischen Mächte unseres Landes“ hätten den Bemühungen jedoch „einen Strich durch die Rechnung“ gemacht.

Die Verhinderung des Festivals dürfte für Veranstalter Björn Eichhorn eine schwere Niederlage bedeuten: Das Konzert wäre der Versuch gewesen, die seit 2010 stillgelegte Festival-Reihe zu reaktivieren. Bis zum Jahr 2010 hatten insgesamt vier Veranstaltungen unter dem Titel „Fireblade Force Festival“ stattgefunden, bei denen stets rechtsextreme und/ oder neonazistische Bands des Genres am Programm standen.

17
Okt
13

Black-Metal-Festival mit Neonazi-Bands in Finnland

Zahlreiche Bands stehen auf dem Programm des “Black Flames of Blasphemy”-Festivals, das im November im Club “Nosturi” in Helsinki/ Finnland stattfinden soll. Einige davon gehören dem neonazistischen Flügel der Black Metal-Szene an: “Satanic Warmaster” (Finnland), “Acherontas” (Griechenland) und “Inferno” sind immer wieder bei einschlägigen Neonazi-Konzerten anzutreffen. Auch “Akitsa” (Kanada) und “Funeral Winds” (Niederlande) haben Verbindungen in die rechtsextreme Szene. Neben diesen Underground-Bands wird auch die bekannte Band “Marduk” angekündigt. Die kommerziell erfolgreiche Gruppe tritt neben großen Metal-Veranstaltungen auch bei einschlägig rechten Veranstaltungen auf und hat Kontakte in die rechte Szene. Im Jahr 2010 absolvierte man etwa gemeinsam mit der NS-Black Metal-Band “Ad Hominem” eine Konzert-Tour in Brasilien. „Marduk“-Schlagzeuger Lars Broddesson und der Frontmann von „Ad Hominem“, „Kaiser Wodhanaz“, veröffentlichten 2012 mit ihrer gemeinsamen Band „The Ascendant“ eine CD. Der dritte im Bunde bei “The Ascendant” ist Daniel Abrahamsson, der in der Vergangenheit u.a. bei der Neonazi-Band „Blut“ spielte. “Marduk” haben, wie es scheint, keinerlei Probleme mit rechter Ideologie: Im Frühjahr 2013 traten sie im thüringischen Göllnitz bei dem u.a. von dem Neonazi Sven Zimper veranstalteten “Deathkult Open Air” neben mehreren rechtsextremen Acts (darunter waren auch hier bereits “Acherontas”) auf. Ende November und im Dezember wollen “Marduk” schließlich eine Europa-Tour durchführen, die  Auftritte in mehreren Clubs, u.a. in Deutschland und der Schweiz, umfassen soll.

12
Okt
13

Hausdurchsuchung bei Supremacy Through Intolerance

Artikel des antifaschistischen Info-Büros Rhein-Main über eine Hausdurchsuchung bei dem Gießener Black-Metal-Label “Supremacy Through Intolerance”, bei dem in der Vergangenheit u.a. die NS-Black Metal-Band “Eisenwinter” (Alben “Verkommen, Entartet und Verreckt” und “Armee der arischen Untoten”) Tonträger veröffentlicht hat: Link

07
Okt
13

“Fireblade Force Festival” mit rechtsextremen Bands im Landkreis Barnim (Brandenburg)

Nachdem es um Björn Eichhorn, Veranstalter des rechten “Fireblade Force Festivals”, drei Jahre lang ruhig gewesen war, ist er seit Mitte des heurigen Jahres wieder einschlägig aktiv. So wurden im Juni zwei Konzerte (siehe hier und hier) des Haus- und Hof-Soloprojekts „Leichenzug“, das schon zahlreiche Auftritte für Eichhorn absolviert hat, angekündigt. „Leichenzug“ soll nun Anfang November neben zahlreichen weiteren rechten bis neonazistischen Black Metal-Bands auch beim fünften “Fireblade Force Festival”, das an einem bislang geheim gehaltenen Ort im Landkreis Barnim (Brandenburg) stattfinden soll, auftreten. Hinter dem 2004 gegründeten, aus Sachsen stammenden Projekt „Leichenzug“ steht Paul Morgenstern aus Wilkau-Hasslau, der auch in der Zwickauer Death/Black-Metal-Band „Aeveron“ als Schlagzeuger aktiv ist und das Label „Blasphemous Terror Records“ betreibt. Schon auf dem ersten „Leichenzug“-Album, das 2004 bei dem braunen Szene-Label „Nebelfee Klangwerke“ veröffentlicht wurde, finden sich mehrere Coverversionen von Liedern der NS-Black Metal-Band „Absurd“. Das zweite Album mit dem Titel „Das letzte Gebet“, das Morgenstern 2010 auf seinem eigenen Label „Blasphemous Terror Records“ erscheinen ließ, wurde noch im Oktober des selben Jahres auf Liste A indiziert. Auf dem Album findet sich u.a. ein Lied mit dem – dem Bandnamen identen – Titel „Leichenzug“, in dem der „Vernichtungskrieg“ sowie „Ausrottung und Mord im großem Stil“ besungen werden.

Paul Morgenstern von "Leichenzug" besingt den "Vernichtungskrieg"

Paul Morgenstern von “Leichenzug” besingt “Ausrottung und Mord im großen Stil”

In der Vergangenheit war Morgenstern weiters bei der rechtsextremen Band „Halgadom“ (zu deren Frontmann – dem Neonazi Frank Krämer – Morgenstern aber trotz der Trennung von der Band nach wie vor Kontakt hat) als Sänger aktiv und spielt mit Jörg Hermann von der Neonazi-Band „Kraftschlag“ in der Gruppe „Frozen Abyss“. Die NS-Black Metal-Band „Totenburg“ bezeichnet Morgenstern in einem Interview mit dem rechtsextremen „Advesperum Magazin“ als „gute Kumpels“. Auf der Online-Seite seines Label nennt er unter „Vernetzungen“ die rechten Labels „Nebelklang“ und „W.T.C. Productions“, in einem Shop sind Veröffentlichungen der Neonazi-Bands „Totenburg“, „Menneskerhat“ und „Brainwash“ zu erwerben. Auch ein Album der ukrainischen NS-Black Metal-Band „Chysta Krynycya“ wurde bei „Blasphemous Terror Records“ veröffentlicht.

Die italienische Band „Forgotten Tomb“, die ebenfalls in Barnim auftreten soll, ist seit langem für rechtsextreme Äußerungen von Bandmitgliedern sowie aufgrund ihrer Kontakte und personellen Verbindungen in die NSBM-Szene bekannt. Auch angekündigt sind die Bands „Whiskey ritual“, bei der einige Bandmitglieder von „Forgotten Tomb“ spielen und „The true endless“, bei der „Forgotten Tomb“-Bassist „Algol“ seit dem Jahr 2013 Mitglied ist. Diese ansonsten eher unverdächtige Band findet sich mit einem ihrer Lieder auf einem 2004 veröffentlichten Sampler des Labels „Third Reich Production“ mit dem Titel „Blut und Eisen Vol. 2“ neben Neonazi-Bands wie „Pagan Warrior 88“, „Waffen SS“ und „Wehrmacht HJ“.

Auch die deutsche Gruppe „Waffenträger Luzifers“, die in der Vergangenheit bereits für mehrere Auftritte bei Neonazi-Konzerten angekündigt war, steht auf dem Lineup des “Fireblade Force Festivals”. Die niederländische Band „Funeral Winds“ weist ebenfalls eine Nähe zum Rechtsextremismus auf. 2004 spielten „Funeral Winds“ mit den französischen NSBM-Bands „Ad Hominem“ und „Seigneur Voland“ bei einem einschlägigen Konzert. Im selben Jahr erschien gemeinsam mit „Ad Hominem“ eine Split-Veröffentlichung. 2007 sollte die Band mit “Blessed in Sin”, “Finis Gloria Dei” und “Absurd” in Gremsdorf auftreten, sagte aber wegen interner Streitigkeiten ab. Bandmitglied „Balgradon Xul“ (Arno Eikenbroek) ist Session-Schlagzeuger der rechtsextremen Band „Ornaments of Sin“ aus Frankreich. Die Bandmitglieder bekennen sich allerdings nicht alle offen zum Rechtsextremismus, wenngleich sie diesem mit Akzeptanz begegnen: “Hellchrist Xul” meinte, er habe „ein großes Interesse an Hitlers Leben, sowohl an seiner okkulten als auch seiner ‚Drittes-Reich‘-Seite“, und „einige seiner Ideen und Ideologien übernommen“; er stehe „mit einigen rechten Parteien in Kontakt“, diese kämen seinen Zielen und Ideologien „in einigen Punkten […] nahe“. Seiner Meinung nach sei es „an der Zeit, alle Immigranten zusammen mit der Regierung aus den Niederlanden zu werfen. Öffnet Auschwitz wieder und gebt ihnen allen einen Freifahrtschein zur Hölle.“

Erst kürzlich in Erscheinung getreten ist die Gruppe „Stahlfront“. Das Debütalbum der Band soll beim „Fireblade Force Festival“ präsentiert werden.

"Stahlfront" - eine "neue" NS-Black Metal-Band mit bekannten Gesichtern?

“Stahlfront” – eine “neue” NS-Black Metal-Band mit bekannten Gesichtern?

Ein Lied mit dem Titel „Söhne Germaniens“ ist bereits auf „Youtube“ abrufbar, auch auf „Facebook“ ist die Band zu finden. Auf dem Titelbild sind zwei Männer zu sehen, deren Erscheinungsbild eindeutig Anleihen am Nationalsozialismus nimmt. Zumindest einer von vier Bandmusikern ist ein altbekanntes Mitglied der deutschen Neonazi-Szene: Der aus Gera stammende Denis Schoner alias „Herr Rabensang“, auch aktiv bei der NS-Black Metal Band „Totenburg“.

Auf der Facebook-Seite von „Stahlfront“ meldet er sich im September zwei Mal mit seinem Pseudonym „Rudolf Hammerbund“ zu Wort und berichtet jeweils von absolvierten Bandproben. Auf seiner eigenen Facebook-Seite gibt er an, die „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ (eine Kaderschmiede der Nazis) besucht zu haben. Auch findet sich Werbung für Veröffentlichungen seines braunen Labels „Hammerbund“, das auch über einen per Mailadresse erreichbaren Internetversand verfügt, mit dem er seit Jahren – offenbar ungestört – Tonträger von neonazistischen Musikgruppen wie “Aryan Blood” oder “Der Stürmer” vertreibt. Ebenfalls auf dem Programm des „Fireblade Force Festivals“ stehen die bislang eher unauffällige Band „Sarkrista“ (Deutschland) und ein nicht namentlich genannter „Special Guest“ – auch hier ist angesichts der übrigen Gestaltung des Lineups mit einem Vertreter des NS-Black Metals zu rechnen.

04
Jul
13

Konzertplatz von “Rock für Deutschland” in Gera besetzt!

bitte weiterverbreiten:

“Wie soeben das Aktionsbündnis Gera gegen Rechts mitgeteilt hat, wurde der Platz vor dem Hauptbahnhof besetzt, auf dem am 06. Juli das von der NPD organisierte Rechtskonzert stattfinden soll. An der Stelle wird gerade ein Protestcamp errichtet.
Mit dieser Aktion wollen die Besetzer Widerstand gegen das jährliche Geraer rechtsextreme Musikereignis leisten.
Gleichzeitig bitten sie um Solidarität und Unterstützung für ihr Anliegen:

“Liebe Freunde,

in diesen Minuten wurde die Wiese am Hauptbahnhof Gera, auf der am Samstag das Nazifest “Rock für Deutschland”
stattfinden soll, von Menschen besetzt und ein Protestcamp mit dem Ziel errichtet, das Nazifest zu verhindern.

Wir rufen Euch auf, Euch JETZT mit uns zu solidarisieren!
Wir rufen Euch auf, uns JETZT am Hauptbahnhof Gera zu unterstützen!Wir rufen Euch auf, diese Information JETZT zu verbreiten!Bitte teilt JETZT die aktuellen Informationen auf der Facebookseite: https://de-de.facebook.com/pages/Aktionsb%C3%BCndnis-Gera-Gegen-Rechts/167463533345905
09
Jun
13

Braunes Black-Metal-Konzert in Anklam?

Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen soll im Juni die NS-Black-Metal-Band “Leichenzug” bei einem Konzert auftreten. Unter dem Motto “Germanische Schwarz Metall Nacht” (sic) sollen am 15. des Monats neben “Leichenzug” auch die ebenfalls neonazistische Band “Adoria” aus Bayern und “Nagrach” aus Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) auf dem Programm stehen. Als Veranstaltungsort wird auf einem Flyer “bei Anklam in Pommern” angegeben. Dass das Konzert ausgerechnet in dieser Gegend stattfinden soll, ist kein Zufall: Die Neonazi-Szene ist in Anklam gut organisiert, brauner Terror gehört schon fast zum Alltag. Die Rechtsextremen verfügen in Anklam über mehrere Immobilien, so auch über ein ehemaliges Möbelhaus, in dem Veranstaltungen abgehalten werden können. Möglicherweise soll auch das “Leichenzug”-Konzert hier stattfinden.

24
Mai
13

“Fireblade Force”-Veranstalter planen wieder NS-Black Metal-Konzert

Seit dem Jahr 2010 war es ruhig um Stev Lippold und Björn Eichhorn. Letzterer organisierte jahrelang das sogenannte „Fireblade Force Festival“, bei dem immer wieder extrem rechte Black Metal Bands auftreten konnten. Gemeinsam mit Lippold betrieb er in Annaberg-Buchholz den Club „Gleis 3“, in dem er ebenso einschlägige Konzerte durchführte. Im Jahr 2007 traten beim „Fireblade-Force-Festival“ im Club „Uni“ in Lichtenstein (Sachsen) die rechtslastigen Bands „Nachtfalke“, „Corpus Christii“ und „Morrigan“ auf, im Jahr 2008  die rechtsextremen bzw. neonazistischen Bands „Nachtfalke“, „Silva Nigra“, „Satanic Warmaster“, „Annihilation 666“ und „Vargsang“, im Jahr darauf u.a. das NS-Black Metal-Soloprojekt „Leichenzug“. Im September 2010 fand das „Fireblade Force“-Festival – diesmal an anderem Ort – zum vierten und letzten Mal statt. Auf dem Programm standen u.a. die rechten Bands „Dies Ater“, „Baptism“ und „Forgotten Tomb“. Wenige Monate vorher – im Juni – war es bei einem im „Gleis 3“ in Annaberg-Buchholz geplanten Black Metal-Konzert zu Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz gekommen. Das Konzert, bei dem die NS-Black-Metal-Band „Totenburg“ gemeinsam mit den Bands „Isolfur“, „Stolthet“ und „Heldgard“ auftreten sollte, konnte im „Gleis 3“ verhindert werden, dürfte schließlich jedoch in Zwickau stattgefunden haben. Schon zuvor dürfte es mindestens neun einschlägige Black Metal-Konzerte im „Gleis 3“ gegeben haben. Mehrmals stand etwa „Leichenzug“ auf dem Programm, auch die bekannte NS-Black Metal-Band „Temnozor“ konnte in Annaberg-Buchholz spielen. Mitte des Jahres 2010 wurde der Club „Gleis 3“ schließlich geschlossen.

Flyer für NS-Black-Metal-Konzert

Flyer für NS-Black-Metal-Konzert

Kürzlich trat der Veranstalter des „Fireblade Force“-Festivals wieder in Erscheinung. „Nach längerer Schaffenspause“ gebe es „endlich mal wieder Leichenzug Live“, auch die Bands „Besatt“ und „Altum Atramentum“ würden bei dem Konzert, das Anfang Juni in „Mitteldeutschland“ stattfinden soll, auftreten.

17
Mai
13

Von Neonazis organisiertes “Goatpenis”-Konzert in den Niederlanden verhindert

Kommenden Sonntag soll die brasilianische Black Metal Band „Goatpenis“ beim „Deatkult Open Air“ in Göllnitz/ Thüringen neben anderen rechtslastigen Bands auftreten. Gestern spielten „Goatpenis“ im Rahmen ihrer Europa-Tour im „Gasolina Club“ in Waregem/ Belgien. Heute Freitag sollten sie in Gouda/ Niederlande auftreten – dieses Konzert gemeinsam mit der niederländischen Band „Botulistum“ konnte jedoch kurzfristig durch antifaschistische Proteste verhindert werden. Die ClubbetreiberInnen sagten die Veranstaltung ab, weil man „Rassismus und/ oder Diskriminierung“ nicht toleriere. „Goatpenis“ zählen ein Lied mit dem Titel „Zyklon B“ zu ihrem Repertoire, das offenbar ein Loblied auf den Holocaust darstellen soll. In mehreren Live-Videos ist ein Bandmitglied mit einem T-Shirt der Neonazi-Band „Der Stürmer“ zu sehen, auf ihrer „Myspace“-Seite präsentiert die Band Fotos von ihren Fans bei Konzerten – darunter ein Bild, bei dem ein Fan mit Hitlergruß zu sehen ist. Darüber hinaus stehen „Goatpenis“ bei dem Neonazi-Label „Satanic Skinhead Propaganda“ unter Vertrag.

Einer der Veranstalter des Konzerts in Holland, das niederländische Label „New Era Productions“, ist nach der Absage sauer: Man habe erfolglos nach einer Ersatzlocation gesucht, nun droht man AntifaschistInnen mit Rache: „(…) Though some lessons are learned again from our side none to blame but the antifascists! We won’t forgive nor forget!

Flyer des abgesagten "Goatpenis"-Konzertes in Gouda

Flyer des abgesagten “Goatpenis”-Konzertes in Gouda

Schon im Jahr 2004 konnten bei einem von „New Era Productions“ in einem Jugendzentrum im niederländischen Bladel organisierten Konzert die Neonazi-Bands „Ad Hominem“ und „Seigneur Voland“ auftreten (http://afa.home.xs4all.nl/alert/engels/sl5_2004.html ). Das nunmehr abgesagte Konzert in Gouda wurde auch von dem Label „The Ritual Productions“ mitorganisiert. Dieses veröffentlichte im Jahr 2010 eine CD der belgischen NS-Black-Metal-Band „N.S.D.A.P. mit dem Titel „Execution of the weak“ (http://www.metal-archives.com/bands/N.S.D.A.P./3540302600).

13
Mai
13

“Deathkult”-Festival in Göllnitz – keine Sympathie mit Rechtsextremismus?

„Nein“ antwortet Stefan Kuhr, Veranstalter des für das kommende Wochenende angekündigten „Deathkult“-Black Metal Festivals, auf die Interview-Frage der „Ostthüringer Zeitung“, ob bei dem Konzert, das auf dem Gelände des Göllnitzer Getränkehändlers “ES Getränke” stattfinden soll, rechtsextreme Bands auftreten werden. Manche der angekündigten Bands hätten sich in der Vergangenheit mit Provokationen vergriffen. Die Band „Stutthof“ habe eine rechte Vergangenheit, aber Wandlungen durchgemacht. Der Black Metal werde auch von Neonazis instrumentalisiert, er sei aber entschiedener Gegner davon. Der Verfassungsschutz habe bei keiner der auftretenden Bands einen rechtsextremen Hintergrund ausmachen können.

Mittlerweile gibt es auf den von der OTZ verfassten Artikel Reaktionen aus dem Umfeld des Deathkult-Festivals. So entspann sich etwa im Internetforum der rechtslastigen Szene-Seite „Sturmglanz“ folgender Dialog:

[Eintrag eines Users]: „Ich finde der (…) Artikel ist erstaunlich gut geschrieben, dafür dass der Autor mit Sicherheit keine Ahnung von der Thematik hat.

[Antwort von „JFN“ alias Hendrik Möbus, ehemaliges Mitglied der NS-Black-Metal Band „Absurd“, Produzent und Verkäufer von Tonträgern neonazistischer Bands, Veranstalter entsprechender Konzerte]: „Genau deshalb konnte man ihm ja auch was vom Pferd erzählen… andernfalls hätte er sicherlich mitbekommen, welcher Bär ihm da aufgeschnallt wird…

moebus sturmglanz

Selbst Möbus, Urgestein der braunen Black Metal-Szene in Deutschland, stellt also fest, dass Kuhr im Interview gelogen hat. Im Folgenden wollen wir noch einmal die wichtigsten Fakten zum Deathkult-Festival auf den Tisch legen:

  • Schon in der Vergangenheit veranstaltete Kuhr Konzerte mit rechtsextremen Bands, etwa der finnischen Band „Horna“, deren Frontmann sich mehrmals zum Nationalsozialismus bekannte.
  • Kuhr bekannte sich auf seiner Facebook-Seite offen zu neonazistischen Bands, die Band „Todfeind“ findet er etwa „ziemlich cool“. Unter seinen Facebook-„Gefällt mir“-Angaben finden sich der SS-Obersturmführer und Ariosoph Otto Rahn, der italienische Faschist, Antisemit und Rassentheoretiker Julius Evola und der rechtsextreme Verschwörungstheoretiker Axel Stoll.

Stefan Kuhr Otto Rahn

  • Mitveranstalter des „Deathkult“-Festivals ist Sven Zimper, Mitglied der bekannten deutschen NS-Black Metal-Band „Absurd“. Zimper produziert und vertreibt über das Label „World Terror Committee Productions“ Musik von neonazistischen Musikgruppen. Mehrere der beim Deathkult auftretenden rechtsoffenen Bands („Paria“, „Chaos Invocation“, „Weltbrand“ und „Dies Ater“) stehen bei ihm unter Vertrag. Das Label „Darker than Black“ von Zimpers Bandkollege Ronald Möbus, der als Sänger bei „Absurd“ aktiv ist, spricht eine deutliche Empfehlung für das „Deathkult“-Festival aus: „When it comes to Black Metal-festivals in Thuringia, then Deathkult is the place to be anyway.“

darker than black

  • Die griechische Band „Stutthof“ wechselte lediglich ihren Namen. Die braune Ausrichtung ist geblieben. So meint die Gruppe in einem Interview mit dem „Sturmglanz“-Magazin im Jahr 2012, dass sich die Band-Philosophie mit dem Namenswechsel nicht geändert habe. Auch bereue man keineswegs die Aussagen, die man in der Vergangenheit getätigt habe (http://sturmglanz.de/bands132.php).
  • Die brasilianische Band „Goatpenis“ sympathisiert ebenso mit dem Nationalsozialismus. In mehreren „Youtube“-Videos ist ein Bandmitglied mit einem T-Shirt der griechischen Neonazi-Band „Der Stürmer“ zu sehen. Die Gruppe steht bei dem einschlägigen Label „Satanic Skinhead Propaganda“ unter Vertrag. Selbiges veröffentlichte im Jahr 2006 etwa einen Sampler mit dem Titel „Declaration of Anti-Semetic (sic) Terror“, auf dem sich zahlreiche NS-Bands finden. Eine davon ist „Nyogthaeblisz“, mit der „Goatpenis“ im Jahr 2012 eine gemeinsame CD veröffentlichten. Auf ihrer Myspace-Seite veröffentlichten „Goatpenis“ ein Konzertfoto, auf dem ein Fan mit Hitlergruß zu sehen ist.

goatpenis t-shirt

Screenshot Goatpenis Myspace

06
Mai
13

In zwei Wochen soll im thüringischen Göllnitz das “Deathkult Open Air” mit zahlreichen rechten Bands des Genres stattfinden. Wir berichteten kürzlich darüber. Nun hat sich dankenswerter Weise auch die Ostthüringer Zeitung dem Thema angenommen und fördert einige überraschende und weniger überraschende Informationen zu Tage. Wenig überraschend ist, dass der Veranstalter, Stefan Kuhr, jegliche rechtsextreme Ideologie der Bands leugnet – dies ist mittlerweile beinahe schon die Standard-Reaktion von Veranstaltern rechter und rechtsextremer Konzerte im Black Metal. Er selbst sei “entschiedener Gegner” von Neonazis. Da stellt sich uns natürlich die Frage, wie sich diese fromme Einstellung etwa damit vereinbaren lässt, dass sich Kuhr selbst als Fan der Neonazi-Band “Todfeind” präsentierte und er gemeinsam mit Sven Zimper, dem Schlagzeuger der bekannten Neonazi-Band “Absurd” sowie Produzenten und Vertreiber brauner Musik, das “Deathkult” veranstaltet?!?

Screenshot von der Facebook-Seite des Deathkult Open Air-Veranstalters

“Ziemlich cool” findet “Deathkult Open Air”-Veranstalter Stefan Kuhr, der natürlich “entschiedener Gegner” von Neonazis ist, die Neonazi-Band “Todfeind”

Wie erwähnt stehen mehrere der Bands, die in Göllnitz auftreten sollen, bei Zimper unter Vertrag. Überraschend ist, wie eine eindeutige Neonazi-Band wie “Stutthof”, die lediglich ihren Namen (zu “Acherontas”) geändert hat kein Problem für den sonst so “bemühten” thüringischen Verfassungsschutz darstellen kann. Was ist mit der Band “Goatpenis”, die etwa mit ihrem Lied “Zyklon B” dem Holocaust huldigt und deren Bandmitglied sich mit einem T-Shirt der Gruppe “Der Stürmer” bei einem Konzert präsentierte? Was ist mit den weiteren Bands, die enge Kontakte in die rechtsextreme und neonazistische Szene haben? Wieder mal alles kein Problem für die Herren (wohl angebracht) vom thüringischen Verfassungsschutz – und ebenso wenig für den Göllnitzer Bürgermeister, Herrn Hans-Jürgen Heitsch und den Getränkehändler, auf dessen Firmengelände das rechte Stelldichein über die Bühne gehen soll?




Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren. Kontakt: aloishuber2 (at) gmx.net

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