07
Okt
09

Von veganen Nazis und anderen Unappetitlichkeiten

„Support the Movement“ steht in großen Lettern auf dem Ankündigungsflyer für ein Neonazi-Konzert, das im Oktober in „Mitteldeutschland“ stattfinden soll. Welche Bewegung hier gemeint ist, ist offensichtlich: Es geht um die Neonazi-Bewegung in Deutschland.

Konzert.10.10.09_1

Flyer für Neonazi-Konzert in “Mitteldeutschland”

Wie in vielen anderen Subkulturen auch, versuchen braune AktivistInnen auch in der Hardcore-Szene Fuß zu fassen (siehe auch hier). Es existieren bereits zahlreiche Bands, die durch die Gestaltung ihrer Bandlogos, Konzertflyer, Band-Tshirts usw. und durch ihr Aussehen nicht oder kaum von anderen, nicht-rechtsextremen Gruppen dieses Genres zu unterscheiden sind. Lediglich bei der Lektüre der Liedtexte stößt mensch auf braunes Gedankengut. Es sind häufig junge Männer um die 20, die versuchen, mit ihrer Musik einschlägige Inhalte zu vermitteln und lokale Neonazi-Szenen zu unterstützen.

Bei der für das Konzert angekündigten  Gruppe „Fight Tonight“ handelt es sich um die Nachfolgeband der aus Sangerhausen (Sachsen) stammenden Neonazi-Band „Hate soldiers“, ein Mitglied der Gruppe war früher als Sänger bei der Band „Kampfzone“ aktiv. „Fight tonight“ treten regelmässig bei einschlägigen Veranstaltungen auf. So spielte man etwa am 19. April 2008 bei einem „Blood-and-Honour“-Konzert zu Ehren Adolf Hitlers in Belgien auf. Auch beim „7. Thüringentag der nationalen Jugend“ (also der NPD) 2008 in Sonderhausen und beim „8. Thüringentag der nationalen Jugend“ 2009 in Arnstadt war die Gruppe vertreten.

Die ebenfalls aus Sachsen stammende, 2006 gegründete Gruppe „If we die tomorrow“ propagiert in ihren Texten eine „Revolution“ gegen das bestehende „System“ und appelliert u.a. an die verschiedenen politischen Lager auf der linken und rechten Seite, sich im Kampf gegen das „System“ zu vereinen und den „Bruderkampf“ zu überwinden. Erst seit kurzem dürfte es die aus Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) stammende Band „Mortuary“ geben. Die Neonazi-Seite „AryanMusic“ bewarb sie im Mai 2009 als „interessante neue Band“.

mortuary bennymortuary tim

nger (Benjamin) und Schlagzeuger (Tim) der Gruppe “Mortuary”

Die Gruppe „Painful life“ aus Sachsen-Anhalt trat hingegen bereits bei zahlreichen Konzerten zusammen mit anderen Neonazi-Bands auf.

painful life rechts

Schlagzeuger (Philipp) der Gruppe “Painful Life”

Neben dem Auftritt der genannten Bands soll auch „vegan food“ dazu verleiten, das konspirativ organisierte Konzert zu besuchen. Der Erlös aus dem Konzert stütze „die Arbeit freier Kräfte“, also die Aktivitäten parteiungebundener Neonazis.

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