23
Jun
09

Neonazi-Band bei “Northern Lights Festival”?

Update 26.06.2009: Pech für die VeranstalterInnen des “Northern Lights Festivals” – die Neonazi-Band “Kroda” kann aufgrund von Konflikten mit AntifaschistInnen bei einem Konzert in Polen nicht zum Konzert anreisen, das Festival wird ohne den “Special guest” auskommen müssen…

„Antifa, Finger weg vom Black Metal… oder wir brechen sie euch!“, heißt es auf der „Myspace“-Seite von Michaela S., der Veranstalterin des „Northern Lights Festivals“, das am Wochenende in Reichenthal (Oberösterreich) über die Bühne gehen soll. Vor einigen Wochen wurde medial (auch fightfascism berichtete) über das Konzert berichtet, da ein Auftritt der bekannten deutschen „Black Metal“-Band „Nargaroth“, die sich in einem rechten Dunstkreis bewegt, groß angekündigt wird. Auf einem aktuellen T-Shirt der Gruppe ist ein Stahlhelm der deutschen Wehrmacht in Verbindung mit Eichenlaub, einem Schwert und einem Eisernen Kreuz zu sehen. Auch der Spruch „Wer nie gedient, ist einer Ehre nicht wert! Und im Gedenken an die Gefallenen und im Felde stehenden Kameraden der Bundeswehr“ ist aufgedruckt. (Der Edelweiß war im Zweiten Weltkrieg etwa das Abzeichen der Gebirgsjäger, die für zahlreiche Gräueltaten verantwortlich waren).

Aufdruck auf einem T-Shirt der Gruppe “Nargaroth”

Trotz der Berichterstattung soll die Band “Nargaroth” auftreten, triumphierend stellten die “Northern Lights Festival”-VeranstalterInnen fest: “Wie uns die Gemeinde mitteilte, ließen sie sich (vorbildhaft!) von dieser Hetzjagd nicht beeindrucken, zudem erreichte eine Flut an positiven Emails das Gemeindeamt Reichenthal”.

Nun soll neben „Nargaroth“ und zahlreichen anderen, „unpolitischen“ Bands offenbar auch die ukrainische Neonazi-Band „Kroda“ als „Special Guest“ auftreten. Sowohl auf der Homepage des Festivals als auch auf der Seite von Michaela S. wird die Gruppe mit einem Banner verlinkt. Michaela S. kündigte den Auftritt auf der Musikseite last.fm kurze Zeit an, zog die Ankündigung aber rasch wieder zurück. Die Band „Kroda“ beschreibt ihre Musik als „Ertönen schrecklicher Schlachtrufe von arischen Kriegern Allfadr (Odin, Anm. fightfascism) und das wütende Gebrüll von arischer archetypischer wölfischer Natur“. In einem Interview meint „Kroda“-Frontmann „Eisenslav“ über die angebliche „jüdische Weltverschwörung“: „Es scheint dass nur die die zuviel TV sehen, es nicht sehen können. Es ist selbst für einen Blinden offensichtlich!“. Zum Ende des Interviews grüßt er mit „Arische Grüße! Wotan über alles!“. „Kroda“ treten regelmäßig bei Neonazikonzerten auf. Im April 2008 sollte die Band gemeinsam mit den NS-Gruppen „Absurd“, „Temnozor“ und „Sekhmet“ in Brno (Tschechien) auftreten, das Konzert wurde jedoch abgesagt. Im September 2008 trat die Band gemeinsam mit „Sunwheel“, „Kataxu“ und anderen in Prag auf. Zwei Monate später nahm man am NS-Festival „Kolovorot“ in der Ukraine teil. Im Frühjahr 2009 waren „Kroda“ gemeinsam mit der NS-Band „Temnozor“ in Finnland auf Konzert-Tour. Einen Tag vor dem Konzert in Reichenthal spielen „Kroda“ im sächsischen Annaberg-Buchholz gemeinsam mit mehreren anderen Neonazi-Bands.

About these ads

4 Responses to “Neonazi-Band bei “Northern Lights Festival”?”


  1. 1 Eques Fames
    April 15, 2011 um 6:45 nachmittags

    Liebe Antifa…
    Haltet euch aus Dingen raus bei denen ihr euch einen Scheißdreck auskennt…
    Würdet ihr euch mit BM beschäftigen würdet ihr wissen dass Nargaroth (ich weiß ihr seid hier nicht gezielt auf Nargaroth losgegangen) definitiv keine NSBM Band ist.
    Ich selbst bin kein Rechter (habe selbst gegen Strache bei den Wienwahlen demonstriert) aber das was ihr teilweise abzieht is das lächerlichste was mir je untergekommen ist.
    Ihr seid selbst mittlerweile so intolerant und unterdrücken dass ihr selbst schon gute Faschisten abgeben würdet.

  2. 2 fightfascism
    April 16, 2011 um 7:41 vormittags

    ich glaube nicht, dass Nargaroth hier als NSBM-Band bezeichnet wurden oder? Das wäre wohl auch deutlich übertrieben. Aber dass Nargaroth, v.a. der Sänger Wagner, in der Vergangenheit mit dem Rechtsextremismus kokettiert haben (zB in Form von äußerst dubiosen Interviewaussagen), kann man wohl nicht abstreiten. Fakt ist auch, dass die Band bei einem weit rechts stehenden Label unter Vertrag steht.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren. Kontakt: aloishuber2 (at) gmx.net

Follow me on Twitter

Blog Stats

  • 756,795 hits

RSS dokumentationsarchiv

  • “Totprügeln oder ersäufen” Hennigsdorf: Nazi-Politiker bedroht Gauck
    Die NPD hat nach einer Internet-Hetze gegen deutsche Politiker einen politischen Skandal in Brandenburg ausgelöst. Der Staatsschutz ermittelt gegen den Hennigsdorfer Stadtverordneten Uwe Goßlau. Das NPD-Mitglied soll auf einer Facebook-Seite Bundespräsident Joachim Gauck angegriffen und den Nationalsozialismus verherrlicht haben. Goßlau dachte offenbar, der […]
  • Lambda statt Hakenkreuz
    Um die „Identitären“ ist es ruhig geworden. Was vor gut zwei Jahren als subversive Jugendbewegung von rechtsaußen begann, ist ein biederer Verein geworden. An der politischen Verortung hat das nichts geändert, wie das Beispiel Sachsen zeigt. Denn hier ist unter den führenden „Identitären“ neben einem jungen AfD-Politiker aus Leipzig auch ein bekannter Neonaz […]

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 27 Followern an

%d Bloggern gefällt das: