Archiv für November 2008

22
Nov
08

Blackmetal-Konzert mit extrem rechten Bands in Prenzlau

Ende November soll in einem Club in Prenzlau ein Konzert mit mehreren Bands stattfinden, die dem rechten Flügel der Blackmetal-Szene zuzurechnen sind.

Die im Jahr 2000 gegründete italienische Band „Frangar“ besteht etwa u. a. aus Mitgliedern der neonazistischen Black-Metal-Band „Ad Hominem“. Der Gitarrist ist der „Ad Hominem“-Frontmann „Kaiser Wodhanaz“, auch der Schlagzeuger ist bei „Ad Hominem“ aktiv. Das 2002 veröffentlichte Debüt-Album von „Ad Hominem“ heißt „Planet ZOG – The End“. “ZOG” steht für “Zionist Occupied Government” und meint die aus der Sichtweise des rechten politischen Lagers “verjudifizierten” westlichen Demokratie. Ein Lied von „Ad Hominem“ heißt „Auschwitz rules“, im Februar 2004 traten „Ad Hominem“ bei einem Konzert in Deutschland gemeinsam mit den einschlägigen Gruppen „Totenburg“ und „Absurd“ auf.

Weitere Informationen zur Band „Ad Hominem“, die – wie erwähnt – in Personunion mit „Frangar“ steht, sind unter http://www.turnitdown.de/506.html abrufbar.

Ebenfalls auftreten soll die deutsche Band „Purest“. Diese steht bei dem einschlägigen Label „Darker than Black“ unter Vertrag, das vom ehemaligen Schlagzeuger der Neonazi-Band „Absurd“, Hendrik Möbus, gegründet wurde und vermutlich – nach seinem langjährigen Gefängnis-Aufenthalt und zwischenzeitlicher Einstellung des Labels – wieder von ihm betrieben wird. Der Vertrieb des aktuellsten Tonträgers erfolgt ebenfalls über Hendrik Möbus und seinen Versand „Merchant of Death“.

Die dritte angekündigte Gruppe ist die Berliner Band „Golgathar“, die in der Vergangenheit vor allem dadurch auffiel, dass sie ihre „Myspace“-Seite mit „Reichskriegsflagge“ und dem Totenkopf-Symbol der SS-Totenkopfverbände „verzierte“. In einem Interview beschreibt der Gitarrist der Band deren Ausrichtung: „Ich, „Hexergeist“ schreibe das ganze Material, ausgenommen „Ehre“ (ein Lied auf dem ersten Tonträger der Band, Anm.). Ich würde sagen meine Inspiration kommt von Träumen und vom Wald, Visionen aus meiner Vergangenheit in einer verdrehten Welt. Nationalsozialismus und seltsame Welten, die nur die Seltsamen verstehen werden. Wir decken genügend Kontroverses ab. Hauptsächlich Krieg und Hass. Das Gefühl des Stolzes nachdem man einige Untermenschen-Gesichter zu spritzendem Brei zerstampft hat. Wir singen auch von Hexen und alten Kulturen, Tod und Träumen, die von dem Dreck, der der heutigen Menschheit das Gehirn wäscht, vergessen sind.“

Nicht nur Hendrik Möbus wirbt über den Emailverteiler seines Versandes für das Konzert, sondern auch die neonazistische Blackmetal-Bewegung „Pagan Front“, die regelmäßig Konzerte mit nationalsozialistisch gesinnten Musikgruppen veranstaltet.

(Geändert am 26.11.2008 )




Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren.

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