10
Nov
09

Auftritte der rechten Band „Kategorie C“

Die Band „Kategorie C“ weiß, was ihre Fans wollen: „300 Liter Freibier und 1 Schwein“ soll es bei einer „Record Release Party“ geben, die Anfang Dezember in Saalfeld stattfinden soll. Vorgestellt wird das neue Album „Hungrig – Bissig – Wild“. Die seit den 1990ern existierende Band „Kategorie“ fungiert als „Schnittstelle zwischen Fussballfans und Neonazis“ (Turnitdown.de). Zahlreiche Verbindungen der Gruppe zur organisierten Neonazi-Szene sind feststellbar (siehe zB hier: Turnitdown), erst am 07. November sollte die Band im Rahmen eines Konzertes in Berlin auftreten, das von der bei Rechtsextremen beliebten Kleidermarke „Eric and Sons“ organisiert wurde. Das Konzert konnte jedoch verhindert werden. Schon im Mai hatte die Polizei in Rostock einem „Kategorie C“-Auftritt einen Riegel vorgeschoben (Quelle: Endstation rechts), aus diesen Gründen ist man auch bei dem aktuell angekündigten Konzert auf Probleme vorbereitet und gibt den genauen Veranstaltungsort gar nicht erst bekannt. Dasselbe gilt für ein weiteres Konzert, das einige Tage später im „Großraum Chemnitz/Zwickau“ stattfinden soll. Auf einem Ankündigungsflyer werden zwar Vorverkaufskarten angeboten – den genauen Veranstaltungsort werden die KäuferInnen – wie bei Neonazi-Konzerten üblich – vermutlich erst am Tag der Veranstaltung erfahren.

06
Nov
09

NS-Blackmetal-Konzerte in Tschechien und Deutschland

Update, 08. November 2009: Beide Konzerte konnten ungestört stattfinden. Der MDR machte in einer TV-Sendung auf den Neonazitreffpunkt in Kirchheim, eine sogenannte „Erlebnisscheune“, aufmerksam. Eine BürgerInneninitiative will den Kampf gegen den Nazitreff aufnehmen…

Heute abend soll in der tschechischen Stadt Zatec ein NS-Blackmetal-Konzert mit den Bands „Sekhmet“ (Tschechien), „Goatmoon“ (Finnland), „Sturmkaiser“ (Italien) und vermutlich „Absurd“ (Deutschland) stattfinden (siehe auch hier). Veranstalter des Konzertes ist „Totentanz Konzerte“ von Hendrik Möbus, der ehemalige Schlagzeuger der Gruppe „Absurd“. Möbus wurde durch den Mord an einem Klassenkameraden bekannt, den er in den 1990er Jahren zusammen mit zwei anderen Bandmitgliedern begangen hatte. Nach dem Mord zeigte der Neonazi keinerlei Reue und bezeichnete sein Opfer auch noch als „Volksschädling“. Bis heute sind Hendrik Möbus und sein Bruder Ronald, der vor einigen Jahren die Rolle des „Absurd“-Sängers übernommen hat, aktive Mitglieder der deutschen Neonazi-Szene. So betreibt ersterer auch das Label „Darker than Black Records“ und den Versand „Merchant of Death“ zur Produktion und zum Vertrieb von Musiktonträgern mit neonazistischen Inhalten. Kürzlich fand bei ihm und einem seiner „Kameraden“ eine polizeiliche Hausdurchsuchung statt, 12.000 Tonträger wurden in der Folge beschlagnahmt. Das aktuelle Konzert in Zatec wird im Internet völlig offen beworben, offenbar rechnet Möbus in Tschechien mit keinerlei Widerstand oder Protesten.

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Flyer für NS-Blackmetal-Konzert in Tschechien

Möbus trat in der jüngsten Vergangenheit unter dem Namen „Totentanz Konzerte“ mehrfach in Erscheinung. So veranstaltete er am 23. Mai 2009 in „Mitteldeutschland“ ein Konzert mit den Gruppen „Dead?“ (bzw. „Ad Hominem“), „Menegroth“, „Eisenwinter“ und „Sekhmet“, einen Tag zuvor spielten „Ad Hominem“ und andere Bands in Zatec. Ein anderer Versuch, ein NS-Blackmetal-Konzert zu organisieren, scheiterte: Das Konzert, das Ende November 2008 in Prenzlau u. a. mit der Gruppe „Frangar“ über die Bühne gehen sollte, wurde von der Polizei unterbunden.

Morgen, 07. November, soll dem heute in  Tschechien angekündigten Konzert ein weiteres in Deutschland folgen. Auch dieses wurde von Möbus organisiert, jedoch im Gegensatz zu dem in Tschechien angekündigten Konzert konspirativ beworben. Als Veranstaltungsort ist ein einschlägiges Lokal in Kirchheim (Thüringen) vorgesehen. Die Gruppen „Sturmkaiser“, „Goatmoon“ und „Armatus“ sollen auftreten (Quelle: Blicknachrechts).

01
Nov
09

Odinseye-Versand – Werbung für Neonazi-Konzerte

Zu einem Konzert in „Mitteldeutschland“ mit den braunen Musikgruppen „Frontalkraft“, „Sachsonia“, „Kommando Skin“, „Priorität18″ und „White Resistance“ rief für gestern Abend der NPD-Funktionär und Neonazi-Versandhausbetreiber Steffen Bösener über den Emailverteiler seines Versandes „Odinseye“ auf, das Konzert wurde von der Polizei aufgelöst. Bösener wirbt regelmässig für einschlägige Veranstaltungen, so in den letzten Monaten für folgende Konzerte:

01.08.2009: „Brutal Attack“, „Kommando Skin“, „Cynic“, „Ortel“

22.08.2009: „Stahlgewitter“, „Radikahl“, „Kommando Skin“, „Rotte Charlotte“, „Libertin“

15.08.2009: „Strongside“, „Cynic“, „12 Golden Years“, „Klampferites“, „Störmanöver“

19.09.2009: „Liedermacher Bernhard“, „Preussenstolz“, „Feldherren“, „12 Golden Years“

03.10.2009: „Oidoxie“, „Extressiv“, „Endless pride“, „Preussenstolz“, „Bloodline“, „Damage Inc.“

17.10.2009: „Asatru“, „Frontalkraft“, „Aufbruch“ und zwei weitere Bands

In der aktuellen Aussendung wird auch ein „Winterfest der nationalen Bewegung Sachsen Anhalt“ angekündigt, das am 07. November mit den Gruppen „Radikahl“, „Hateful“, „Fight Tonight“ „Burning Hate“, „Painful Awakening“ und anderen stattfinden soll.

30
Okt
09

Indizierungen Oktober 2009

Macht und Ehre – Europa erwache A
Autonom – Die Ewigen B
Vetaris – Morgen siegen wir A
Sampler – Northeim Volume 3 Live ! B
Landser – Proberaum 1987-1997 B
Aryan Hate -Untermenschen B
X.x.X. (bzw. D.S.T.) – Virus A
Sampler – Volksbote 4, 5, 6, 7, 8, 9 B
SKD – Volkssturm (Demo) B
Stolz – Vorwärts,Voran B
Kriegsberichter Vol. 6 (DVD) B

Beschlagnahmungen gem. § 130, 131 StGB

Sturmfront – Deutschland erwache
Sturmfront – Nigger burn
Sturmfront – Sturmfront

27
Okt
09

Österreichisch-slowenische Faschofreundschaft?

Mitglieder einer österreichischen Rechtsrock-Band veranstalten im Jänner 2010 im slowenischen Domzale ein Konzert mit zahlreichen Neonazi-Bands. Die Wiener Gruppe „Service Crew Vienna“ um Petar Helmer organisiert die Veranstaltung, bei der vor allem Bands aus Deutschland und Österreich auftreten sollen: „Skullcrusher“ (Slowenien), „Service Crew Vienna“ (Österreich), „Donner des Nordens“ (Österreich), „Sturmtrupp“ (Deutschland), „Ohne Worte“ (Deutschland) und „Blitzkrieg“ (Deutschland). Obwohl auch in Österreich in der jüngsten Vergangenheit mehrere einschlägige Konzerte ungestört über die Bühne gehen konnten, nutzt man offenbar die weitreichende behördliche Toleranz des Nachbarlandes, um absolut sicher zu gehen zu können, dass das Konzert nicht verhindert wird. Helmer hat im Internet die Ankündigung des Konzertes übernommen hat, einer seiner Bandkollegen von „Service Crew Vienna“, Kai Kungl, ist nicht nur bei „Service Crew Vienna“ sondern auch bei der Blackmetal-Band „Donner des Nordens“ aktiv. Erst im Juni 2009 traten beide Bands bei einem Solidaritätskonzert in Wien zu Gunsten eines zu diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft befindlichen Freundes – Jürgen Kasamas – auf. Kasamas hatte im März 2009 einen Mann zu Tode getreten (im September 2009 wurde er deshalb zu 20 Jahren Haft verurteilt). Das Konzert fand im Gasthaus „Zur Alm“ im Besitz eines Thaibox-Kollegen von Kasamas, Andre Herold, statt. Herold stammt – so wie Kasamas und auch die Band „Service Crew Vienna“– aus dem Umfeld von „Blood and Honour“ Wien. Obwohl das Magistrat Wien über das Konzert informiert war, unternahm es nichts zu dessen Verhinderung, somit konnte das Konzert ungestört stattfinden. „Service Crew Vienna“ traten bereits im Jahr 2008 bei zumindest zwei „Blood & Honour“-Konzerten in Ungarn und Slowenien auf.

Die Gruppe „Blitzkrieg“ aus Chemnitz (Sachsen) wird vom sächsischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. „Blitzkrieg“ treten regelmässig bei braunen Veranstaltungen auf, so war man zB neben anderen Gruppen für eine Veranstaltung der NPD in Sachsen im März 2009 angekündigt. Im Juli 2009 spielte die Band ebenfalls bei einer Veranstaltung der NPD in Thüringen. Das Album „Wir sind zurück“ wurde im Oktober 2004 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert.

Die Band „Sturmtrupp“ existiert bereits seit dem Jahr 1987, es wurden bis heute zahlreiche Tonträger produziert, das Album „Es geht voran“ wurde 1993 indiziert. Auch Sturmtrupp traten bereits bei zahlreichen Neonazi-Konzerten auf.

Die Gruppe „Ohne Worte“ aus Zwickau (Sachsen) dürfte erst seit kurzer Zeit existieren. Man bezeichnet sich selbst als „Skinhead Rock’n’ Roll“. Als Einflüsse werden „Rock, R.A.C., Punk, Hardcore, Oi!“ genannt. Im Juni 2009 traten „Ohne Worte“ zusammen mit den Bands „The Pride“ und „Headcase“ im Neonazi-Club „Skinhouse Menfis“ in Neustadt/ Orla auf, im September folgte ein weiteres Konzert am selben Ort.

Die Gruppe „Skullcrusher“ aus Slowenien trat erst am 03. Oktober 2009 neben den Bands „Tar Had“, „Project Vandal“ und „Garotta“ bei einem „ISD Memorial“ in Slowenien zu Ehren des „Blood & Honour“-Gründers Ian Stuart Donaldson auf.

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„Skullcrusher“ beim „ISD-Memorial“ 2009 in Slowenien

Man freue sich besonders über „Gäste aus Deutschland“, meint Petar Helmer auf seinem Internet-Blog und fügt hinzu, man habe sich gedacht, eine Alternative zu Konzerten in Italien zu schaffen, da diese immer kleiner werden würden. Er persönlich sei gegen den Streit (zwischen italienischen und deutschsprachigen Neonazis) über die Südtirol-Frage, dieser Streit entzweie nur. Leider würden deshalb aber viele Deutsche nicht mehr nach Italien fahren, insofern sei Slowenien eine gute Alternative, da die Gesetzeslage „wahre Meinungsfreiheit“ erlaube und die Bevölkerung „durch und durch patriotisch“ sei. Ausserdem seien die Preise für das Bier „ein Traum“…

Austrian-Slowenian fascist friendship?

Members of an extreme right Austrian music band arrange a concert with several Neo Nazi bands in the Slovenian city Domzale in January 2010. Petar Helmer of the band „Service Crew Vienna“ from Vienna organizes the event – mostly bands from Germany and Austria will play: „Skullcrusher“ (Slovenia), „Service Crew Vienna“ (Austria), „Donner des Nordens“ (Austria), „Sturmtrupp“ (Germany), „Ohne Worte“ (Germany) and „Blitzkrieg“ (Germany). Although several Neo Nazi concerts could happen in Austria in the past – without having any problems – obviously one uses the tolerance of the authority in Slovenia to be sure to have no problems with the concert.

Helmer announces the concert in the internet, one of his band collegues from „Service Crew Vienna“, Kai Kungl, is not only a member of „Service Crew Vienna“ but also of the black metal band „Donner des Nordens“. In Juni 2009 both bands played at a solidarity concert in support of a friend of them, Jürgen Kasamas, who was in pre-trial confinement at that time. In March 2009 Kasamas kicked a man to death (in September he was sentenced to 20 years imprisonment). The concert happened in the pub „Zur Alm“ which is owned by a Thaiboxing collegue of Kasamas, Andre Herold. Herold and also Kasamas and the band „Service Crew Vienna“ are connected with the Neo Nazi Network „Blood and Honour“ Vienna. Although the city authority of Vienna was informed about the concert, it did nothing to prevent it, so it could happen without andy disturbings. In 2008 „Service Crew Vienna“ played already at two Neo Nazi concerts in Hungary and Slovenia.

The band „Sturmtrupp“ already exists since 1987, they released a lot of records, in Germany the sale of the album „Es geht voran“ was forbidden in 1993. „Sturmtrupp“ also played at several Neo Nazi concerts. The band „Ohne Worte“ from Zwickau (Saxony, Germany) does exist not for a long time yet. They call themselve „Skinhead Rock’n'Roll“. As musical influences they call „Rock, R.A.C., Punk, Hardcore, Oi!“. In June 2009 they played in common with the bands „The Pride“ and „Headcase“ in the Neo Nazi club „Skinhouse“ Menfis in Neustadt/ Orla (Germany). In September they played a further concert at the same place.

The band „Skullcrusher“ from Slovenia on 3rd of October played in common with the bands „Tar Had“, „Project Vandal“ and „Garotta“ at an „ISD Memorial“ in Slovenia in honour of the founder of the Neo Nazi Network „Blood and Honour“, Ian Stuart Donaldson.

24
Okt
09

Neonazi-Konzert in Deesbach (Thüringen)

Update 08. November 2009: Das Neonazi-Konzert in Deesbach soll nun offenbar nicht stattfinden. Nachdem der Betreiber des Veranstaltungsortes „von den Bullen Besuch hatte“, sei er nicht mehr bereit, das Konzert stattfinden zu lassen.

Update 29. Oktober 2009: Der Veranstalter des Neonazi-Konzertes in Deesbach, der offenbar Karl-Heinz heisst, freut sich: Die Polizei habe nicht zu „meckern“ an dem Konzert, sie habe allerdings gefordert, dass der Ankündigungsflyer für das Konzert aus dem Internet entfernt werden müsse, da ansonsten „ungebetene Gäste“ kommen könnten.

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Der aus Langwedel (Niedersachsen) stammende Veranstalter des Neonazi-Konzertes, Karl-Heinz

Ein Neonazi-Skinhead-Konzert mit drei einschlägigen Bands wird für November im thüringischen Deesbach angekündigt. Auftreten sollen die Gruppen „Short cropped“ (Belgien), „Kommando Skin“ (D) und „I don’t like you (D). Die 2004 gegründete, aus Turnhout stammende Band „Short cropped“ trat zuletzt am 03. Oktober 2009 im „Skinhouse Hellas“ in Griechenland bei einem sogenannten „ISD Memorial“ (zu Ehren des Frontmannes der Band „Skrewdriver“ und Gründers des seit 2000 in Deutschland verbotenen braunen Netzwerkes „Blood & Honour“, Ian Stuart Donaldson) mit der Gruppe „Str8line“ und einer „Skrewdriver-Tribute-Band“ auf. Im Februar 2008 spielte die Gruppe bereits einmal bei einem Konzert in Thüringen – hier im Club „Skinhouse Menfis“ in Neustadt/ Orla gemeinsam mit der ebenfalls belgischen Gruppe „Kill Baby kill“. Zwei Wochen vor diesem Konzert spielte die Gruppe im niedersächsischen Bad Harzburg. „Short cropped“ stehen in enger Verbindung zum Club „De Kastelein“ in Brugge, einem seit Jahren bekannten Treffpunkt und Veranstaltungsort der Neonazi-Szene rund um das Netzwerk „Blood & Honour“.

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Die Band „Short Cropped“ vor dem Neonazi-Treffpunkt „De Kastelein“

Aufgrund von Problemen mit der Polizei und Medien benannte sich der Club in „Moloko Bar“ um. „Short cropped“ produzierten 2007 einen Tonträger bei dem hauseigenen Label „De Kastelein Records“. Auch auf einem 2008 veröffentlichten Tonträger zu Ehren der britischen Band „Brutal Attack“ bzw. deren Frontmann und Sänger Ken McLellan sind „Short cropped“ neben anderen Bands vertreten.

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Flyer für „ISD Memorial“ in Griechenland und für aktuell angekündigtes Neonazi-Konzert in Thüringen

Die 1996 gegründete, aus Schwäbisch Gmünd stammende Band „Kommando Skin“ tritt seit dem Jahr 2000 regelmässig bei einschlägigen Veranstaltungen auf, so etwa im März 2008 beim „Violent Storm Memorial“-Konzert in Großbritannien. Auf der Bühne war ein Transparent von „Blood & Honour Deutschland“ befestigt. Insgesamt wurden laut Angabe der Band bereits 19 Konzerte gespielt, dabei handelte es sich meist um größere Veranstaltungen der braunen Szene. Das 2002 veröffentlichte Album „Ruhe vor dem Sturm“ wurde in Deutschland indiziert.

Die Gruppe „I don’t like you“ aus Thüringen dürfte erst vor wenigen Jahren gegründet worden sein sein, seit 2007 trat die Gruppe bereits mehrmals bei „Oi“-Konzerten in der „Schwedenschanze“ in Deesbach, zumindest einmal aber auch im rechten Szenelokal „Skinhouse Menfis“ auf. Bei Bands wie „I don’t like you“, die sich selbst nach außen als „unpolitisch“ darstellen, gleichzeitig aber bei rechten Konzertveranstaltungen auftreten, werden die Abgrenzungsprobleme vieler „Skinhead“- und „Oi“-Bands gegenüber der braunen Szene offenkundig. Nicht unwahrscheinlich ist, dass auch das nun angekündigte Neonazi-Konzert in der „Schwedenschanze“ in Deesbach stattfinden soll.

22
Okt
09

„Autonome“ Neonazis aus Wuppertal

„Anti-Antifa Wuppertal“ und „Natinale (sic) Sozialisten Wuppertal“ steht auf den „Myspace“-Seiten einer aus jungen Männern bestehenden Neonazigruppe aus Wuppertal. Die Bilder und Grafiken wirken durch ihr Design modern, das Gedankengut der Macher ist jedoch ewiggestrig und braun. Mit Parolen wie „Faschismus ist sexy“, „Good night left side“, „Kreativ gegen Antifa“ und „Nationaler Sozialismus jetzt“ versucht die Gruppe offenbar, neue Mitglieder zu werben. Das Outfit der jungen Rechtsextremisten ist voll und ganz am Stil der „Autonomen Nationalisten“ orientiert – schon seit Jahren sorgen brutale Übergriffe von Anhängern dieser neuen rechtsextremen Agitationsform regelmässig für Aufsehen. Die „autonomen“ Neonazis haben sich vom klassischen „Skinhead“-Outfit mit Springerstiefeln, Glatze und Bomberjacke gelöst: Nun kleidet man sich ähnlich wie Angehörige der autonomen linken Szene: Dunkle Farben, Turnschuhe, Kapuzenpullover. Auch die Aktionsformen, das Design von Plakaten bzw. Flyern usw. wurde von den Linken übernommen, die Neonazis versuchen, sich von parteiförmigen Strukturen zu lösen und unabhängig agierende Aktionsgruppen zu bilden. Auch die „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ passen in dieses Schema, es geht um den (mitunter bewaffneten) Kampf gegen die politischen GegnerInnen (ImmigrantInnen, Linke, Obdachlose, usw.) und die parlamentarische Demokratie im Allgemeinen. Die Inhalte sind somit dieselben geblieben.

Ein Mitglied der „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ hat auf seinen Arm ein Hakenkreuz tätowiert, das er auf seiner „Myspace“-Seite stolz als „Sonnenrad“ präsentiert. Seine Stimmung beschreibt er mit nur einem Wort: „Nazi“ – und posiert auf anderen Fotos mit seinen Freunden – wahlweise vermummt oder jeweils mit T-Shirt einer Neonazi-Band. Ein anderes Mitglied der Neonazigruppe benennt seine Tagesverfassung auf „Myspace“ mit dem Wort „Hitler“, Hitler sei „ein cooler Typ“ gewesen, steht da auch geschrieben. In seinem Fotoalbum findet sich unter dem Titel „Meine Ehre heißt Treue“ ein Bild des Hitlerstellvertreters Rudolf Hess. Auf einem anderen Bild erhebt ein „Kamerad“ den rechten Arm zum Hitlergruss. Zwei andere Mitglieder der Gruppe posieren auf einem Foto mit Hakenkreuzfähnchen und Schlagstöcken.

Ganz im Sinne der „autonomen Nationalisten“ arbeiten auch die „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ mit modernen Medien: Nicht nur auf „Myspace“ sondern auch auf einem Blog präsentiert man einschlägige Inhalte. Auf dem Blog wird etwa eine gerichtliche Verurteilung des österreichischen Holocaustleugners Herbert Schweiger als „Inquisition“ bezeichnet.

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Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ (Bild 1)

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Hakenkreuz-Tattoo als Armverzierung

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Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ (Bild 2)

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Mitglieder (bzw. Umfeld) der „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ (Bild 3)

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Mitglieder (bzw. Umfeld) der „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ (Bild 4)

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Mobilisierungsflyer der „Nationalen Sozialisten Wuppertal“

07
Okt
09

Von veganen Nazis und anderen Unappetitlichkeiten

„Support the Movement“ steht in großen Lettern auf dem Ankündigungsflyer für ein Neonazi-Konzert, das im Oktober in „Mitteldeutschland“ stattfinden soll. Welche Bewegung hier gemeint ist, ist offensichtlich: Es geht um die Neonazi-Bewegung in Deutschland.

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Flyer für Neonazi-Konzert in „Mitteldeutschland“

Wie in vielen anderen Subkulturen auch, versuchen braune AktivistInnen auch in der Hardcore-Szene Fuß zu fassen (siehe auch hier). Es existieren bereits zahlreiche Bands, die durch die Gestaltung ihrer Bandlogos, Konzertflyer, Band-Tshirts usw. und durch ihr Aussehen nicht oder kaum von anderen, nicht-rechtsextremen Gruppen dieses Genres zu unterscheiden sind. Lediglich bei der Lektüre der Liedtexte stößt mensch auf braunes Gedankengut. Es sind häufig junge Männer um die 20, die versuchen, mit ihrer Musik einschlägige Inhalte zu vermitteln und lokale Neonazi-Szenen zu unterstützen.

Bei der für das Konzert angekündigten  Gruppe „Fight Tonight“ handelt es sich um die Nachfolgeband der aus Sangerhausen (Sachsen) stammenden Neonazi-Band „Hate soldiers“, ein Mitglied der Gruppe war früher als Sänger bei der Band „Kampfzone“ aktiv. „Fight tonight“ treten regelmässig bei einschlägigen Veranstaltungen auf. So spielte man etwa am 19. April 2008 bei einem „Blood-and-Honour“-Konzert zu Ehren Adolf Hitlers in Belgien auf. Auch beim „7. Thüringentag der nationalen Jugend“ (also der NPD) 2008 in Sonderhausen und beim „8. Thüringentag der nationalen Jugend“ 2009 in Arnstadt war die Gruppe vertreten.

Die ebenfalls aus Sachsen stammende, 2006 gegründete Gruppe „If we die tomorrow“ propagiert in ihren Texten eine „Revolution“ gegen das bestehende „System“ und appelliert u.a. an die verschiedenen politischen Lager auf der linken und rechten Seite, sich im Kampf gegen das „System“ zu vereinen und den „Bruderkampf“ zu überwinden. Erst seit kurzem dürfte es die aus Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) stammende Band „Mortuary“ geben. Die Neonazi-Seite „AryanMusic“ bewarb sie im Mai 2009 als „interessante neue Band“.

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nger (Benjamin) und Schlagzeuger (Tim) der Gruppe „Mortuary“

Die Gruppe „Painful life“ aus Sachsen-Anhalt trat hingegen bereits bei zahlreichen Konzerten zusammen mit anderen Neonazi-Bands auf.

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Schlagzeuger (Philipp) der Gruppe „Painful Life“

Neben dem Auftritt der genannten Bands soll auch „vegan food“ dazu verleiten, das konspirativ organisierte Konzert zu besuchen. Der Erlös aus dem Konzert stütze „die Arbeit freier Kräfte“, also die Aktivitäten parteiungebundener Neonazis.

30
Sep
09

Indizierungen September 2009

Tonträger:
Fler (nationalistischer Rap, Anm. fightfascism) – Airmax Muzik A
Schiffbruch 88 – Best of Schiffbruch 88 B
Wotanssturm – Demo B
Valhöll – Mein Volk A
Oisturm – Raritäten B

Druckwerke:
Herbert Schweiger – Wahre Dein Antlitz A

Beschlagnahmungen nach § 130 StGB:
Kahle Kumpels – Musik für Deutsche

Beschlagnahmungen nach §§ 130 u. 131 StGB:
K.D.A. – Kraft durch Alkohol – Born to Drink

19
Sep
09

Lichtenstein in Sachsen: Aufmarschgebiet brauner „Schwarzmetaller“?

(vgl. auch: Von NS-Verherrlichung, angebliche jüdische Weltverschwörung, Heidentum und der Blut-und-Boden Ideologie).

Am 09. und 10. Oktober soll im Club „Uni“ (betrieben von Dieter Friedl) in  Lichtenstein (Sachsen) wieder das sogenannte „Fireblade Force“-Blackmetal-Festival über die Bühne gehen. Auch heuer werden – wie es mittlerweile schon Tradition ist – die Wünsche der Neonazis unter den BesucherInnen befriedigt. Während 2007 die rechten Gruppen „Nachtfalke“, „Corpus Christii“ und „Morrigan“ auftreten konnten, folgten ihnen 2008 – offenbar bestärkt durch das wohlgefällige Verhalten der lokalen Behörden im Vorjahr – noch radikalere Vertreter der rechtsextremen Blackmetal-Szene: Nun spielten offen neonazistische Bands wie „Satanic Warmaster“, „Silva Nigra“, „Annihilation 666“ und „Vargsang“ auf. Der Club „Uni“ in Lichtenstein ist mittlerweile zu einem beliebten alljährlichen Treffpunkt von Neonazi-Glatzen, „abhitlernden“ Blackmetallern und sonstigen braunen Dumpfbacken geworden, die neben „unpolitischen“ Gästen bei diesen Konzerten anzutreffen sind. Die Neonazi-Band, die in diesem Jahr auftreten soll, wird – so wie im letzten Jahr „Satanic Warmaster“ und „Nachtfalke“ – lediglich als „Special Guest“ und ohne namentliche Nennung der Gruppe auf der Homepage des Konzertveranstalters „Mephistopheles Concerts“ angekündigt. Die Vermeidung der namentlichen Nennung soll dazu dienen, Probleme mit KritikerInnen zu verhindern. Es handelt sich beim „Special Guest“ in diesem Jahr – wie in einschlägigen Internetforen nachzulesen ist – um das neonazistische Soloprojekt „Leichenzug“. Das Projekt covert auf einem Tonträger zahlreiche Lieder der bekannten deutschen Neonazi-Band „Absurd“ und steht auch bei einem Label, das von einem Mitglied von „Absurd“ betrieben wird („Nebelfee Klangwerke“), unter Vertrag. Das einzige Mitglied von „Leichenzug“ spielt auch bei der Gruppe „Halgadom“ – ebenfalls eine einschlägige Gruppe, deren Frontmann der Neonazi Frank Krämer ist.

Hinter dem Namen „Mephistopheles Concerts“ verbirgt sich Björn Eichhorn, der gemeinsam mit Stev Lippold in Annaberg-Buchholz einen eigenen Club („Gleis 3“) betreibt. Auch dort fanden in den letzten Monaten mehrere Konzerte mit einschlägigen Bands statt. So wurde für Juni ein Auftritt der Neonazi-Bands „Sekhmet“ und „Kroda“ angekündigt, letztere Band konnte schließlich jedoch nicht auftreten, da sie aufgrund von Problemen mit AntifaschistInnen ihre Tour abbrechen mußte. Im August spielten u. a. die Neonazi-Bands „Magog“ und „Leichenzug“, somit dasselbe Projekt, das nun auch in Lichtenstein auftreten soll.

Neben „Leichenzug“ sind auch noch andere dubiose Gruppen angekündigt. Die finnische Band „Impaled Nazarene“ ist etwa u.a. für ihre homophoben Liedtexte bekannt. Bei den auftretenden Gruppen „Holmgang“ und „Angantyr“ wirkt ein Musiker als Mitglied, der keinen Hehl aus seinem antisemitischen Gedankengut macht: In einem Interview auf seine Zukunftvisionen angesprochen, gibt “Ynleborgaz” zur Antwort, dass jeder sehen könne, wohin sich die Welt entwickle, “mit all den Juden-kontrollierten multirassischen multinationalen Firmen, die den letzten Tropfen reinen Blutes aus der Welt saugen”. Man habe jetzt dagegen aufzustehen. Ein Mitglied der Gruppe „Hell Militia“ spielte in der Vergangenheit auch bei dem Neonazi-Projekt „Gestapo 666“. Auch die deutsche Gruppe „Eternity“ bewegt sich im Dunstkreis des extrem rechten Flügels der Blackmetal-Szene. Der Sänger der norwegischen Band „Taake“ sorgte im Jahr 2007 für einen Skandal, als er bei einem Konzert in Essen mit einem auf die Brust gemalten Hakenkreuz auftrat. Die finnische Band „Behexen“ fällt durch ihre engen Kontakte zu rechtsextremen Bands wie „Satanic Warmaster“ und „Horna“ auf.

Es bleibt abzuwarten, ob auch in diesem Jahr wieder Neonazis ungestört in Lichtenstein feiern können, zu hoffen ist, dass die augenzwinkernde Toleranz der zuständigen Behörden endlich ein Ende hat.




Auf dieser Seite gehts darum, rechtsextreme und neonazistische Aktivitäten in der Metal- und Neofolk-Szene sowie in anderen Subkulturen aufzuzeigen und über einschlägige Bands, Labels usw. aber auch über antifaschistische Gegenaktivitäten zu informieren. Kontakt:

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